• 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9

Hier wird gespielt

20 Feb
21 Feb
Festival des Jeux Cannes
21.2.2020 - 23.2.2020
28 Feb
13 Mär
Nachts im Spielemuseum
13.3.2020 19.00

Login

Messe "Spiel ’19": Erste Highlights

 HERBSTNEUHEITEN.  Die zweite Halbzeit bei der Spielemesse in Essen ist bereits angebrochen. Veranstalterin Dominique Metzler ist zufrieden und auch die Spielbegeisterten dürfen zufrieden sein: Die Dichte an vielversprechenden Herbstneuheiten ist außerordentlich groß.

  

Die „Spiel ’19“ ist, wie berichtet, noch größer als ihre Vorgängerinnen. Mehr Aussteller bedeuten automatisch auch mehr Neuheiten. Den Überblick über die kolportierten 1500 hat zur Stunde niemand. Auch spielwiese.at nicht.

Was sich aber sagen lässt: Abseits der hunderten Klein- und Kleinstverlage, die selbst bis Messeschluss alle abzuklappern schon zeitlich unmöglich ist, haben sich alle größeren Spielehersteller mächtig ins Zeug gelegt. Fast alle haben neue Spiele in Essen vorgestellt, die auf die eine oder andere Art ein besonderes Vergnügen versprechen.

Ohne Anspruch auf Vollständigkeit seien hier ein paar herausgegriffen und ohne eingehende Wertung aufgeführt:

  • Amigo bedient mit 6 nimmt – Das Brettspiel ein Stammpublikum. Die frühere Brettadaption des genialen Kartenspiels Tanz der Hornochsen ist noch einmal verfeinert worden. Härtere Kost ist da schon Carnival of Monsters (Bild), ein reich ausgestattetes Draftspiel von Richard Garfield, der Magic erfand. Ähnlichkeiten oder besser gesagt: ähnliche Teilelemente gibt es zum Urvater des Sammelkartenspiels. Aber der Monster-Karnival spielt sich dann doch ganz anders und ist mit einer Dreiviertelstunde Spieldauer durchaus familientauglich.
  • Bei Asmodee weiß man aufs Erste gar nicht wo anzufangen. Dazu gibt es unter dem Asmodee-Dach einfach zu viele Marken, die ganz unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Auf jeden Fall sticht Deep Blue von Days of Wonder heraus, wie auch der Blick in die Einkaufstüten der Messebesucher zeigt. Nach einem ersten Anspielen kann zu Recht gesagt werden, dass Deep Blue einiges in sich vereint: Familientauglichkeit und gleichzeitig Spieltiefe, die auch Fortgeschrittene befriedigt, eine tolle Grafik, tolles Material und natürlich ein äußerst reizvolles Thema. Die Spieler gehen gemeinsam auf Tauchgänge nach Unterwasserschätzen. Es ist aber kein kooperatives Spiel, denn einer ist der Tauchgangleiter, die übrigen Spieler können sich allerdings beteiligen. Gesteuert wird alles über die individuellen Luftvorräte und Fähigkeiten, etwa um Teifseeungeheuern die Stirn zu bieten. Von Repos kommt ein zweites Spiel, das auf der „Spiel '19“ die Asmodee-Kasse klingeln ließ: Last Bastion. Hier handelt es sich dann sehr wohl um ein Kooperationsspiel. Alle müssen auf einem 3x3-Raster das Überleben der Menschheit sichern, sich dabei nicht nur gegen die von außen herandrängenden Bösewichte wehren, sondern auch zwei innere Feinde in Schach halten.
  • Das ursprünglich schon für das vergangene Jahr angekündigte Humboldt’s Great Voyage von Huch ist jetzt erschienen. Es ist schließlich Humboldt-Jahr. Es entpuppt sich als Sammelspiel nach dem Mancala-Prinzip und richtet sich eindeutig an ein breites Normalspieler-Publikum. Das soll das Spiel jedoch nicht schmälern. In seinem Vertriebsprogramm sticht bei Huch bzw. Hutter das Iello-Spiel Ishtar heraus. Schon der Autor Bruno Cathala (u.a. Kingdomino) verspricht erstklassiges Vergnügen. Bei Ishtar geht es mit jeder Menge Material darum, zu Ehren der namensgebenden Göttin seine eigene Wüste in einen blühenden Garten zu verwandeln.
  • Es wird Mode, erfolgreiche Computerspiele auf den Spieltisch zu befördern. Kosmos macht dies diesen Herbst mit Cities Skyline – Das Brettspiel. Wie schon sechs Millionen PC-Spieler entwickeln mit steigender Komplexität hier die „normalen“ Spieler nach und nach eine Stadt, müssen Faktoren wie Umwelt, Kriminalität oder auch Bildung im Auge behalten.
  • Pegasus hat sich, wie Asmodee, in wenigen Jahren zu einer Marktgröße entwickelt, die eine „Unmenge“ an verschiedenen Genres, Zielgruppen, Labels und auch Spielen aus allen Himmelsrichtungen zusammenfasst. Vom Kinderspiel bis zum gehobenen Rollenspiel ist alles vertreten. Für ihre Leser ist der Blick von spielwiese.at freilich auf den Otto Normalspieler fokussiert. Fürs Erste seien heute zwei Spiele genannt. Der Kartograph ist ein Schreibspiel und fügt sich in den akutellen Trend für diese Gattung ein (siehe auch Spielspaß '19 – Das Jahrbuch für Spielbegeisterte), wobei hier nicht wie sonst meist üblich gewürfelt wird, sondern der Schreibblock über Karten, die verschiedenen Anforderungen vorgeben, individuell gefüllt wird. Dazu kommt noch, dass einem Mitspieler im wahrsten Sinn des Wortes in das Gekritzel reinpfuschen können. Ein Schreibspiel, sozusagen, einer höheren Dimension. Liebling der Käufer war bis jetzt allerdings Kitchen Rush. Ein großer Spielplan bildet die verschiedenen Bereiche eines Restaurants ab. Stufenweise, gemeinsam und parallelel müssen die Spieler hier alles machen: von der Bestellung über die Vorbereitung und Zubereitung in der Küche, Service und natürlich auch den Abwasch. Für die einzelnen Arbeitsabläufe geben gleich mehrere Sanduhren den Takt vor.
  • Wie Kosmos hat sich auch Ravensburger ein Computerspiel gegriffen: Minecraft. Die Umsetzung von Ulrich Blum ist ausgesprochen gut gelungen. Selbst wer das Computer-Original nicht kennt, findet hier ein Spiel vor, das glaubwürdig eine Geschichte vom Bauen mit Klötzen spinnt. Ravensburger bringt außerdem das vielleicht bekannteste Schiebespiel, Das verrückte Labyrinth, in einer anderen Form, nämlich als 3D Labyrinth. Die Schatzsuche dringt damit in die dritte Dimension vor: Hier kommt Stapeln hinzu, denn die einzelnen Teile werden zu Türmen, die wiederum verschoben werden können.
  • Apropos Schieben. Erst nächstes Frühjahr, aber der Presse schon in Essen vorgestellt, erscheint Krasser Fall. Es ist ein Kinderspiel, dürfte aber auch Familien großen Spaß und Nervenkitzel bereiten, bei dem der Schiebemechanismus in neuer Form eingesetzt wird. Auf dem Tisch liegt ein Fluss mit vier transparenten Streifen, auf die die Spieler Boote setzen. Über Würfel gesteuert, können die Fahrgäste darauf wechseln oder die Boote Richtung Abgrund verschieben. Der Clou ist, dass die Streifen über die Tischkante hängen und mit einem Fisch beschwert sind. Je nach Gegengewicht der Boote geht die Bootsfahrt man langsamer und schneller – bis es ein Boot plötzlich in die Tiefe (ein Auffangnetz) zieht. Mit diesem neuartigen Mechanismus verspricht Krasser Fall ein Hit zu werden.

  • Schmidt bringt jeden Herbst ein großes Familienspiel. Dieses Jahr ist es Die Inseln im Nebel. Mit einem Heißluftballon fahren die Spieler über ihre Insel und je nach Windrichtung (Würfel) wird es möglich, seine verschiedenen Landschaftsplättchen zu platzieren. Das Ziel ist, auf seiner Insel möglichst zusammenhängende Landschaften zu bilden. Erster Eindruck: Trotz Ballon kein Überflieger, aber genau das, was man unter einem klassischen Familienspiel versteht.

  • Bei Zoch bleibt man dem ungewöhnlichen Etwas treu. Die Schachtel von Außer Rand und Band lässt ein Kinderspiel vermuten, tatsächlich aber ist es ein Familienspiel. Auch hier findet man den derzeit offensichtlich populären Schiebemechanismus in Form einer, sagen wir: Roboterproduktionsstraße. Darauf werden Teile für Roboter, die die Spieler für sich bauen wollen, hergestellt und mit eigenen Markern besetzt. Fallen sie am Ende „aus der Maschine“, bestimmen die Marker, wer das Teil erhält. Außerdem gibt es noch eine kleine Wettkomponente. Schaut gut aus und hält überraschende Spielverläufe parat. Unter den kleinen Neuheiten sei Voll verasselt erwähnt. Ein Würfelspiel ums Sammeln von Asseln mit einer sehr taktischen Würfelauswahl: Man muss die Würfel des vorherigen Spielers übernehmen und entscheidet sich, wie viele man davon neu würfelt. Man orientziert sich daran, welche Assel-Karten aktuell in der Auslage liegen. Würfelt man von einer Sorte mehr als Karten ausliegen, hat man sich „verasselt“ und bekommt gar nichts.

Fortsetzung folgt

 

 

Leser interessierte auch:

 

  • Spiel ’19

    spielwiese.at ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internet-Seiten

Drucken E-Mail

Selbstverständlich erfüllt diese Website die Pflicht zum Hinweis auf den Einsatz von Cookies. Durch Cookies können Internetseiten nutzerfreundlicher, effektiv und sicherer gemacht werden. Durch die Nutzung dieser Website erklärst du dich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. .