Für Werner Falkhof ist Spielen …
… die Möglichkeit gegen alle Tabus verstoßen zu können, ohne die political correctness zu verletzen.
Werner Falkhof, Theta Spiele
 

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Spiel um den 3. Platz: Algerien-Uruguay Drucken E-Mail
Samstag, 10. Juli 2010

KLEINES FINALE. Bei der Fußball-WM in Südafrika geht es heute Abend in Port Elizabeth um den dritten Platz. Wer bei der Spielwiese-Spiele-WM dritt und viert wird, entscheidet sich zwischen Algerien und Uruguay beim Match Targui gegen Canasta. Lesen Sie, wie's ausgeht.

Zur Einleitung, wenn Sie neu mitspielen

 Algerien: Targui

Ausgefeilte Mischung aus Karten, Würfeln und Ressourcen: Targui spielt in der algerischen Sahara.

Bild: Boardgameworld

Was wissen wir über das Land? Sehr wenig. Die Algerier schotten sich auch ziemlich ab, haben auch intern genug Probleme. Beispielsweise mit verschiedenen Ethnien. Dazu zählt das Nomadenvolk der Tuaregs. Auf französisch sind das die Targui. Und nach ihnen benannte Jumbo 1988 ein Brettspiel.

Heute würde man dazu Entwicklungsspiel sagen. Damals war der Modus recht neu. In einem ausgeklügelten Zusammenspiel geht es einerseits um wirtschaftliche Macht, andererseits um strategische Macht. Die Felder der Wüste, in denen Targui spielt, haben dazu jeweils zwei verschiedene Werte. Beides bedingt einander: Mit der wirtschaftlichen Macht kauft man sich Kamele, mit denen man fremde Gebiete überfällt. Beim Zweikampf zählt jedoch die strategische Stärke.

Über den blutrünstigen Aspekt des Ganzen machte man sich in den 80er-Jahren keine Gedanken. Da war auch die Spieleszene noch politisch unkorrekt.

 Das Spiel Targui erschien 1988 bis 1995 bei Jumbo in der typischen "Cinemascope-Schachtel". 1999 gab es dann noch einmal eine limitierte Sonderauflage.


 Uruguay: Canasta

Hier entstand das Kartenspiel Canasta: der Jockey Club in Montevideo.
Canasta (von span. canasta: Korb) ist ein Kartenspiel für zwei bis sechs Personen, die ursprüngliche Form sind jedoch vier Spieler in zwei Partnerschaften. Als Erfinder des Spieles gilt der Rechtsanwalt Segundo Santos, der gemeinsam mit seinem Bridge-Partner im Jockey Club in der uruguayanischen Hauptstadt Montevideo, dem Architekten Alberto Serrato, im Jahre 1939 das Spiel entwickelte.

Es verbreitete sich rasch über Südamerika und verbreitete sich bald über Uruguay und Argentinien, danach über die USA, von wo es nach Großbritannien und auf den europäischen Kontinent gelangte. In den 1950er Jahren war Canasta neben Bridge das am häufigsten gespielte Kartenspiel. Binnen weniger Jahre entstanden unzählige Varianten, die bekannteste Abart ist Samba-Canasta mit drei Paketen.

Gespielt wird mit dem Rommé-Blatt. Wer es nicht kennen sollte und anspruchsvolle und äußerst spannende Kartenspiele mag, sollte es unbedingt probieren!

Algeriens Weg ins kleine Finale

Uruguays Weg ins kleine Finale

 

Algerien-Uruguay 2:3

Auch die Spielwiese-Spiele-WM ist im Endspurt, in der vorletzten imaginären Begegnung geht es um den dritten Platz. Und um es gleich vorwegzunehmen – den haben wir dem Kartenspiel Canasta aus Südamerika zugesprochen.

Warum Canasta ein zeitlos gutes Spiel ist, ging bereits aus den Vorrunden heraus. Nach 70 Jahren Beständigkeit war eine derartige Auszeichnung längst überfällig. Ob in ein paar Jahrzenten noch jemand eine Partie Targui spielen wird, das wissen die Götter. Vermutlich nicht, weil das Spiel schon seit längerem nicht mehr am Markt ist. Dass es ein ausgemustertes Spiel überhaupt so weit gebracht hat, liegt nicht nur am Modus der Nominierung zum Turnier, sondern natürlich auch an seinen Qualitäten. Die Frage könnten wir auch so stellen: Spielen wir in 30, 40 Jahren überhaupt noch derartige Brettspiele? Klassische Kartenspiele mit Sicherheit. 

Und unter diesen ist Canasta auf ewig in der "Hall of Fame".    A.M.

 

Letzte Aktualisierung ( Mittwoch, 26. Mai 2010 )
 
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