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Hier wird gespielt

10 Apr
Nachts im Spielemuseum
10.4.2020 19.00
16 Apr
24 Apr
25 Apr
Suisse Toy
25.4.2020 - 3.5.2020

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Spielwiese-Test 977: Keltis

Alles andere als ein steiniger Weg

Der Weg der Steine hat dieses neue Brettspiel als Untertitel. Klingt mystisch, ist aber ganz profan: Kosmos und Autor Reiner Knizia haben ein altes Zweipersonenspiel sehr gelungen für bis zu vier Spieler adaptiert.
 

 

 

Das Spiel in der Übersicht: Jeder Spieler legt für jeden der fünf Steinpfade eine Kartenreihe vor sich aus. Mit jeder Karte wird der Spielstein der betreffenden Farbe um genau ein Feld vorgerückt.

Fotos: Kosmos

 
25 dieser Plättchen werden zu Beginn des Spiels verdeckt gemischt und dann auf die dunklen Steinfelder gelegt und aufgedeckt. Wer auf ein solches Feld zieht, kann zum Beispiel bei einem Kleeblatt einen seiner Spielsteine sofort um ein Feld weiterrücken.
 

Die größeren Spielsteine werten doppelt – auch negativ, falls der Spieler nicht über die dritte Reihe des Steinkreises hinauskommt!

 

 Das Zweipersonenspiel Lost Cities von Reiner Knizia hat in den vergangenen zehn Jahren viele zigtausend Fans gefunden. Das an sich einfache Spielprinzip, das aber jede Menge Überraschungen und Wendungen zulässt, sollte schon länger auf ein Spiel für mehr als nur zwei Personen übertragen werden. Jetzt ist es soweit.
Was bei Lost Cities Expeditionen sind, sind hier wesentlich abstraktere Wege, die die Spieler zurücklegen sollen. Angesiedelt ist Keltis im keltischen Irland. Ein bisschen Mystik spielt mit, denn es geht um Steinfelder und das Erreichen des "großen" Steinfeldes am Ende eines Weges.
Das ist nicht Bedingung, bringt aber die meisten Punkte. Eine Partie kann nämlich auch schon vorher enden. Die fünf Steinpfade (oder -wege) sind das, was bei Lost Cities die Expeditionen in fünf unterschiedlichen Farben sind. Wer sich auf einen Steinpfad begibt, muss zuerst einmal mit Minuspunkten rechnen – das, was bei Lost Cities die "Expeditionskosten" sind.

Räumliche Tiefe

Kommen wir zu den wirklichen Unterschieden. Auch bei Keltis gibt es Karten für jeden Steinpfad, für die die Spieler nun aber die Wahl haben, ob sie sie in einer aufsteigenden oder in einer absteigenden Zahlenreihenfolge auslegen. Die Punkte ergeben sich nicht aus der Summe der Kartenwerte wie bei Lost Cities, sondern aus den Standorten der Spielsteine am Ende des Spiels. Weiters gibt es keine Wettkarten, mit denen einzelne Farben verdoppelt werden können wie beim Zweipersonenspiel, sondern jeder Spieler hat vier kleine Spielsteine sowie einen großen, der automatisch die Punkte des Steinpfades verdoppelt, auf dem der große Spielstein unterwegs ist.
Da Keltis im Gegensatz zu Lost Cities durch ein Spielbrett in die räumiche Tiefe geht, lässt sich damit prinzipiell mehr anstellen. Wir finden, Reiner Knizia hat das sehr gut mit hellen und dunklen Steinfeldern gelöst: Auf die dunklen werden zu Beginn eines Spiels die vorher verdeckt gemischten 25 Plättchen mit Symboien gelegt, wodurch sich mit jeder Partei eine neue Ausgangslage ergibt. Die 25 Plättchen setzen sich nämlich aus

  • 9 Wunschsteinen
  • 9 Kleeblättern und
  • 7 Punktekärtchen


zusammen. Ein Steinpfad mit vielen Wunschsteinen ist verlockend, denn ab zwei Wunschsteinen, die man am Ende hat, gibt es zusätzliche Punkte auf der Wertungsleiste – bei null oder nur einem allerdings Abzug. Die Plättchen mit den Wunschsteinen sind die einzigen, die die Spieler vom Spielbrett nehmen, wenn sie auf ein solches Feld ziehen. Kleeblätter und Punktekärtchen bleiben liegen und nützen so meistens mehreren Spielern.

Mächtige Kleeblätter

Wer auf ein Kleeblatt zieht, darf einen seiner Spielsteine anschließend sofort um ein Feld vorrücken. Das ist die mächtigste Funktion im ganzen Spiel! Denn rückt dieser Spielstein wiederum auf ein Kleeblatt, darf nochmals ein Spielstein vorgerückt werden. Mitunter lässt sich also eine Kettenreaktion arrangieren.

Die Punktekärtchen haben Ziffern von 1, 2 oder 3 und um diesen Wert rückt ein Spieler seinen Wertungsstein vor. Auch ganz nett, aber lange nicht so effektiv wie die Kleeblätter. Denn wir hatten bei den Testspielen sowohl Partien, die mit sehr knappen Punkteunterschieden geendet haben, als auch solche mit großen Abständen.

Die Gewinnstrategie von Keltis ist recht einfach: Ein Spieler sollte sich nicht mit allen fünf Steinpfaden verzetteln, sondern seine Kräfte auf zwei und vor allem auf jenen Steinpfad bündeln, auf dem der große Spielstein unterwegs ist. Und dafür sind weder die Wunschsteine noch die Punktekärtchen nützlich, sondern Steinfelder mit den Kleeblättern. Schafft man es den großen Spielstein auf das letzte Feld zu bringen, sind das 20 Punkte. Gelingt das einem einzigen Spieler, ist er kaum zu schlagen!

Bei fünf ist Schluss

Wer soweit voran ist, der wird danach trachten das Spiel möglichst bald zu beenden. Wie? EIne Partie Keltis endet, wenn ein fünfter Spielstein in das letzte Drittel des Steinkreises (= die letzten drei Reihen) vorgedrungen ist. Das wird den Mitspielern, die hinterher hinken, nicht schmecken, aber so ist's nun eben.

Keltis spiet sich flott und die angegebene Dauer von 30 Minuten haben wir im Test gleich mehrmals unterboten, zum Teil sogar beträchtlich. Da ist eine Revanche keine Frage der Zeit, sondern der Lust. Und Keltis macht Lust!

Der Ablauf ist nämlich sehr einfach und wiederum an Lost Cities angelehnt. Die Spieler haben acht Karten auf der Hand, spielen eine davon aus und ziehen eine nach. Ausgespielte Karten werden – wie gesagt: in aufsteigender oder absteigender Reihenfolge – nach Steinpfaden = Farben sortiert vor sich aufgefächert abgelegt. Für jede Karte wird der Spielstein auf dem entsprechenden Steinpfad um genau ein Feld vorgerückt.

Die Alternative ist, weil man ja auch "schlechte" Karten auf der Hand haben kann, eine Karte auf einen offenen Ablegestapel zu legen. Das nützt dem Spieler nur insofern, als dass er dafür ja eine neue, hoffentlich bessere Karte zieht. Für die Mitspieler kann diese Aktion allerdings sehr interessant sein: Beim Nachziehen darf man prinzipiell zwischen verdecktem Stapel und offenen Ablagestapel wählen. Wer also eine Karte offen ablegt (die werden ebenfalls nach Farben sortiert), muss aufpassen, dass er nicht einem anderen in die Hände spielt.

Denn hier verbirgt sich ein weiterer kleiner Unterschied zu Lost Cities, der das Spiel beschleunigen kann. Es ist ausdrücklich erlaubt, innerhalb einer Kartenreihe zwei- oder mehrmals den selben Kartenwert auszuspielen. Auf eine 4 kann damit noch eine 4 folgen!

Einfache Regeln für ein schnelles Spiel

Für all das ist natürlich auch ein gehöriges Quäntchen Glück vonnöten, denn bei drei und vier Spielern wird mit insgesamt 110 Karten gespielt, bei zwei Spielern mit 80. Trotz des nicht zu unterschätzenden Anteils an Zufall hat man bei Keltis nicht das Gefühl, der Sache völlig ausgeliefert zu sein. Die Mixtur aus acht Handkarten und der immer wieder anders verteilten Kärtchen mit den Sonderfunktionen lassen viel Spielraum für eigene Entscheidungen.

Die einfachen Regeln und die kurze Spieldauer sind die zwei größten Pluspunkte des Brettspiels. Lost Cities-Fans dürfen sich freuen, alle anderen erst recht.


 

 Nr. 977: Keltis

 

Spielwiese-Code  |   | E | 10 |

2008: Kosmos

  • Laufspiel für 2 bis 4 Spieler ab 10 Jahre
  • Autor: Reiner Knizia
  • Verlag: Kosmos
  • ca.-Preis: 26,99 € sind gut investiert

   Themen: Mystik

      Preis-Leistungsverhältnis   
      Spielmaterial 
      Wiederspielreiz        
      Anspruch
      Glücksanteil  
      

  • Zielgruppe: Familien, Lost Cities-Fans
  • Spieldauer: 20 bis 30 Minuten
  • Schachtelinfo: Im grellen Grün wird zuerst einmal ein bisschen keltische Pseudo-Philosophie gepflegt, aber im Grunde genommen ist der Text informativ und bringt die Sache auf den Punkt.
  • Spielmaterial: sehr gut
  • Spielanleitung: könnte klarer gegliedert sein; einige nützliche Hinweise fehlen, wie zB ob Steinfelder von mehreren Spielern belegt werden dürfen und dass man mitunter besser auf den Beginn einer Reihe verzichtet
  • Anspruch: ein bisschen Planung schadet nicht, ansonsten sehr taktisch und risikobeladen, weshalb der Überblick wichtig ist, was die Mitspieler tun
  • Spielreiz: hoch
  • Glücksanteil: sehr unterschiedlich, man kann absolutes Kartenpech genauso haben wie Kartenglück

 -Service:

Spielanleitung als Herunterladen

Notizblock der Kritiker: Was andere zum Spiel meinen

Auszeichnungen

  • Spiel des Jahres 2008
  • spiel gut

Rund ums Spiel

  • Keltis ist quasi die Mehrpersonenvariante des Zweipersonenspiels Lost Cities – mit anderem Thema und adaptierten Regeln, das Prinzip ist allerdings das gleiche
  • Ab 2012 inlusive Erweiterung Neue Wege – Neue Ziele


 


 

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