memory® – Wie alles begann

Ravensburger/William H. Hurter: memory©

Wie alles begann

Heinrich Hurter (l.) brachte sein selbst gebasteltes Spiel den Kindern seines Sohns WIlliam (r.) mit nach London. Dieser stellte die Idee Ravensburger vor.
Bilder: Das Spiele-Buch
Die allererste Ausgabe 1959: Bilder aus allen möglichen Quellen zusammengestellt, noch kein ® hinter dem Namen, noch kein weißer Kärtchenrand. Das Spiel schlug sensationell ein am Markt. 
Bild: Ravensburger

Den Beginn des Erfolgs von memory® datiert Ravensburger auf 1958, als der Schweizer Diplomat William H. Hurter – er war damals Militärattaché in London – das Spiel dem Ravensburger Spieleverlag vorstellte. Sein Vater, Heinrich Hurter, hatte die Spielidee bei einem seiner Besuche in London als Geschenk für seine Enkel mitgebracht: Auf Pappkärtchen hatte Hurter senior Bilder aufgeklebt, die er aus Illustrierten ausgeschnitten hatte. Hurters Kinder mochten das Spiel und die englischen Freunde tauften es rasch "memory-game". In Ravensburg war man sofort begeistert von der simplen aber faszinierenden Pärchensuche, und beschloss, den Titel in das Verlagsprogramm aufzunehmen.

Das erste offizielle memory® präsentierte Ravensburger im Frühjahr 1959 auf der Nürnberger Spielwarenmesse. Das Spiel mit der Artikelnummer 6202 wurde erstmals am 15. April 1959 an die Läden ausgeliefert und kostete dort 4,80 DM. Dass die Erstauflage von 6000 Stück schnell vergriffen war, galt in der damaligen Zeit als Sensation.

William H. Hurter wird auf allen memory®-Schachteln als Autor angegeben. Streng genommen, müsste eigentlich sein Vater genannt werden. Ist man noch strenger, kämen weitere Personen in Frage. Denn die Spielidee an sich war zur damaligen Zeit nicht gänzlich neu. Das stelle sich nach und nach heraus, schildert Erwin Glonnegger in seinem Standardwerk "Das Spiele-Buch": "Die älteste bislang bekannteste Spur weist auf das aus dem 16. Jahrhundert stammende Kai-awase in Japan hin. Aus dem 19. Jahrhundert fand man in England und in den USA Hinweise auf ein Kartenspiel, das man mit zwei gleichen Sätzen normaler Spielkarten spielte und das den Namen Pelmanism, manchmal auch Pairs hatte und man später auch unter dem Namen Concentration spielte."

In der Schweiz wiederum gab es einerseits ein Zwillingsspiel: In Basel brachte es um 1940 die Erzieherin Berta von Schröder mit selbstbemalten rechteckigen Kärtchen für Kindergartenkinder auf den Markt. Andererseits scheiterte der Versuch Hurters, sein Spiel bei Edition Carlit (heute eine Ravensburger-Tochter) zu veröffentlichen, weil es dort in den 50er-Jahren bereits ein ähnliches Spiel namens Punta gab.

So hat die Spielidee mehrere Väter, aber William H. Hurter war derjenige, der das Ganze in eine bestimmte Form und in ein bestimmtes Regelwerk goß. Erwin Glonnegger wiederum ist es zu verdanken, dass memory®, wie wir es alle kennen, seine Chance bekam. Glonnegger war damals für das Spieleprogramm bei Ravensburger zuständig: "Schon die ersten Proberunden im Verlagsbüro und anschließend im Familienkreis waren so erfolgreich, dass man sich rasch einig wurde", schreibt Glonnegger in seinem Buch. Und auch die Namensfindung geht schnell: Weil Hurter dem Seniorchef Karl Maier berichtet hatte, wie seine englische Freunde stets "Let's play your memory game" verlangten, erhält das Spiel diese offizielle Bezeichnung.

Der Hausgrafiker von Ravensburger – damals noch Otto Maier Verlag – Manfred Burggraf gab dem Spiel sein Gesicht: Ähnlich dem Vorbild von Heinrich Hurter, stellte er aus Büchern, Spielen udn Katalogen Bildausschnitte zusammen, die das Spiel typisch und unverwechselbar machten.
 

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