memory® – Warum Kinder fast immer gewinnen

Ravensburger/William H. Hurter: memory©

Warum die Kinder fast immer gewinnen

Es ist einfach so: Kinder haben bei memory® die Nase vorn.
Bild: Ravensburger

In den 50 Jahren seiner Geschichte veröffentlichte Ravensburger über 250 Versionen des beliebten Bilder-Merkspiels. Von der Variante für Vorschüler ab zweieinhalb Jahren bis zur kunstvollen Ausgabe für Erwachsene. Die Gewinner sind jedoch meist die Kinder. Woran es liegt, dass die 6-jährige Tochter siegessicher die Pärchen abräumt, während der Vater auf der Suche nach der Sonnenblume seufzend "schon wieder" die Zitrone erwischt? Mit diesem Phänomen hat sich inzwischen auch die Wissenschaft beschäftigt.

Susanne Wilpers, Psychologieprofessorin an der Hochschule in Heilbronn, war jahrelang von ihrem blendenden Gedächtnis überzeugt, bis ihr dreijähriger Sohn sie bei memory® mühelos schlug. Seitdem hat sich Wilpers intensiver mit der Gedächtnisleistung von Kindern beschäftigt. Und sie fand eine plakative Antwort für die Übermacht der Kleinen, deren Hirnzellen mit 200 Billionen Synapsen doppelt so gut vernetzt sind wie die von Erwachsenen. In Gummibärchen gerechnet könnten Sie mit dieser Zahl 42 Fußballstadien füllen, sagt die Professorin. Mit dieser ungebändigten Rechenkapazität erfassen Kinder sämtliche Details der Kärtchen und deren Position. Doch mit jedem Jahr schmilzt der Vorteil beim memory® dahin: Ab der Pubertät nimmt die Zahl der Synapsen deutlich ab. Nicht weil wir dümmer, sondern weil wir klüger werden, erklärt Wilpers. Mit dem Lernen weiß das Gehirn immer besser, auf welcher Synapsen-Autobahn es am schnellsten vorankommt und nutzt mit der Zeit weniger Verbindungen zwischen den Nervenzellen. Nicht gebrauchte Synapsen baut das Hirn ab. Aber die sind nötig, um mit der vollen mentalen Kraft die Kartenpaare beim memory® zu finden.

Deshalb werden Kinder auch nicht die Karten brav in Reih und Glied auslegen, um sich wie Erwachsene eine Gedankenstütze zu bauen. Die Kleinen finden sich auch im Kärtchenchaos zurecht, weil sie noch nicht in Kategorien denken und damit ihren Gedankenfluss drosseln.

Nicht zu verachten ist nach Meinung der Professorin auch die Motivation: Kinder wittern ihre Chance, beim memory® zu gewinnen und setzen alles daran, als Sieger aus dem Match gehen. Erwachsene sind oft nicht mit allen Sinnen dabei. Vielleicht weil sie glauben, ohnehin keine Chance gegen ihre Kinder haben.

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