Viertelfinale: Frankreich-Algerien

VIERTELFINALE. Das Viertelfinale der Fußball-WM in Südafrika geht weiter, auch bei der Spielwiese-Spiele-WM: Frankreich gegen Algerien bedeutet Abalone gegen Targui. Lesen Sie, wer von beiden ins Halbfinale einzieht.

Zur Einleitung, wenn Sie neu mitspielen

 Frankreich: Abalone

Neben den einfachen Regeln ist auch das haptisch wie optisch ansprechende Material von Abalone ein Grund für den Erfolg des Spiels.

Bild: Abalone

Bis Ende der 1980er-Jahre war Frankreich für uns Deutschsprachige eine Spielewüste. Man wusste nichts, man kannte nichts. Dann tauchten zwei smarte Herren auf, Michel Lalet und Gilbert Levi, und überzeugten auf Anhieb mit einer damals überwältigenden Spieleidee. Abalone. Das Spiel kam auch sofort auf die Auswahlliste zum Spiel des Jahres 1989.

Einerseits faszinierte das minimalistische Spielmaterial: gepresste Glaskugeln in Schwarz und Weiß auf einem Kunststoffbrett mit Mulden. Es faszinierte aber auch der Mechanismus des Spiels: durch Anschieben gegnerische Kugeln vom Spielbrett zu stoßen. Das ist das Ziel.

Zeitlos und ein echter Franzose.

Ursprünglich im eigenen Verlag erschienen, kamen Abalone und seine Ableger später bei verschiedenen Herstellern unter Dach. Aktuell ist es bei Schmidt.


 

 Algerien: Targui

Ausgefeilte Mischung aus Karten, Würfeln und Ressourcen: Targui spielt in der algerischen Sahara.

Bild: Boardgameworld

Was wissen wir über das Land? Sehr wenig. Die Algerier schotten sich auch ziemlich ab, haben auch intern genug Probleme. Beispielsweise mit verschiedenen Ethnien. Dazu zählt das Nomadenvolk der Tuaregs. Auf französisch sind das die Targui. Und nach ihnen benannte Jumbo 1988 ein Brettspiel.

Heute würde man dazu Entwicklungsspiel sagen. Damals war der Modus recht neu. In einem ausgeklügelten Zusammenspiel geht es einerseits um wirtschaftliche Macht, andererseits um strategische Macht. Die Felder der Wüste, in denen Targui spielt, haben dazu jeweils zwei verschiedene Werte. Beides bedingt einander: Mit der wirtschaftlichen Macht kauft man sich Kamele, mit denen man fremde Gebiete überfällt. Beim Zweikampf zählt jedoch die strategische Stärke.

Über den blutrünstigen Aspekt des Ganzen machte man sich in den 80er-Jahren keine Gedanken. Da war auch die Spieleszene noch politisch unkorrekt.

 Das Spiel Targui erschien 1988 bis 1995 bei Jumbo in der typischen "Cinemascope-Schachtel". 1999 gab es dann noch einmal eine limitierte Sonderauflage.

 

Frankreichs Weg ins Viertelfinale:

Algeriens Weg ins Viertelfinale:

 

Frankreich-Algerien 2:3

Im wirklichen Leben wäre diese Begegnung mit jeder Menge Ressentiments verbunden. Nüchtern betrachtet, spielt hier ein moderner Zweipersonen-Klassiker gegen ein herausragendes Wirtschaftsspiel. Also zum wiederholten Mal ein Aufeinandertreffen von zwei gegensätzlichen Spielansätzen und -notwendigkeiten. 

Die Meriten von Abalone ein weiteres Mal zu strapazieren, schenken wir uns. Bei Targui hingegen sollte noch einmal darauf hingewiesen werden, dass dieses Spiel stets unter seinem Wert geschlagen wurde. Wahrscheinlich kam es beide Male genau zum falschen Zeitpunkt auf den Markt. Deshalb hat es seine Chance verdient, ins Halbfinale aufzusteigen.      A.M.

Algerien spielt somit am 6. Juli im Halbfinale gegen die Schweiz. 

 

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