Halbfinale: Uruguay-Italien

HALBFINALE. Heute wird das zweite Halbfinale bei der Fußball-WM in Südafrika gespielt. Und natürlich auch das zweite Halbfinale bei der parallelen Spielwiese-Spiele-WM. Wer hat's bis hierher geschafft? Die Vertreter Uruguays und Italiens, also Canasta und Inkognito. Lesen Sie, wer von beiden ins Finale einzieht.

Zur Einleitung, wenn Sie neu mitspielen

 Uruguay: Canasta

Hier entstand das Kartenspiel Canasta: der Jockey Club in Montevideo.
Canasta (von span. canasta: Korb) ist ein Kartenspiel für zwei bis sechs Personen, die ursprüngliche Form sind jedoch vier Spieler in zwei Partnerschaften. Als Erfinder des Spieles gilt der Rechtsanwalt Segundo Santos, der gemeinsam mit seinem Bridge-Partner im Jockey Club in der uruguayanischen Hauptstadt Montevideo, dem Architekten Alberto Serrato, im Jahre 1939 das Spiel entwickelte.

Es verbreitete sich rasch über Südamerika und verbreitete sich bald über Uruguay und Argentinien, danach über die USA, von wo es nach Großbritannien und auf den europäischen Kontinent gelangte. In den 1950er Jahren war Canasta neben Bridge das am häufigsten gespielte Kartenspiel. Binnen weniger Jahre entstanden unzählige Varianten, die bekannteste Abart ist Samba-Canasta mit drei Paketen.

Gespielt wird mit dem Rommé-Blatt. Wer es nicht kennen sollte und anspruchsvolle und äußerst spannende Kartenspiele mag, sollte es unbedingt probieren!

 Italien: Inkognito

Das Menetekel beherrscht bei Inkognito die Spielzüge: Die farbigen Kugeln müssen "erschüttelt" werden und geben an, auf welchem Weg die Figuren ziehen. 

Bild: Winning Moves

Nicht so einfach fiel die Entscheidung, wen wir für Italien ins Rennen der Spielwiese-Spiele-WM schicken. Einerseits gibt es inzwischen eine Reihe von italienischen Kleinverlagen und noch mehr italienische Autoren, andererseits sind das Land oder Teile davon – natürlich vorrangig das historische Rom – in unzähligen Spielen Teil des Geschehens.

Die Wahl fiel auf Inkognito. Das Spiel handelt in Venedig, genauer im berühmten Karneval dort, ist von einem Italiener und einem Amerikaner, der dort lebte und starb, und es wurde wegen seiner Ausstattung prämiert. Drei oder vier Spieler müssen bei Inkognito herausfinden, mit welchem Mitspieler sie ein Paar bilden, um schneller als das gegnerische Duo einen Auftrag erfüllen zu können. Da das Ganze, wie schon erwähnt, im Karneval spielt und damit Ausgelassenheit und die große Geste herrschen, wovon die Italiener beides lieben, finden wir: eine gute Wahl.

 Bei seinem Erscheinen wurde das ehemalige MB-Spiel Inkognito von der Jury Spiel des Jahres mit dem Sonderpreis "Schönes Spiel" ausgezeichnet. Die aktuelle Ausgabe erschien bei Winning Moves.

 

Uruguays Weg ins Halbfinale:

Italiens Weg ins Halbfinale:

Italien-Paraguay
Italien-Neuseeland

 

Uruguay-Italien 1:2

Wer soweit kommt in einem Turnier, der schenkt dem Gegner nichts mehr. Trotzdem ist es ein etwas ungewöhnlicher Zweikampf: Kartenspiel gegen Deduktionsspiel. Wenngleich: spielt man Canasta zu viert in zwei Mannschaften, geht es auch dabei meist nicht ohne versteckte gestische Hinweise ab. Nur, dass man den Partner schon von Beginn an kennt. 

Auch Intuition gehört bei beiden Spielen dazu, viel mehr naturgemäß bei einem Kartenspiel. Damit sind die spieltechnischen Gemeinsamkeiten aber auch schon erschöpft. Unterm Strich gab einmal mehr die originelle Idee von Inkognito in einem direkten Duell mit anderen Spielen aber den Ausschlag für den Sieg.       A.M.

Italien spielt somit am 11. Juli im Finale gegen die Schweiz, und Uruguay am Tag davor im kleinen Finale gegen Algerien um den 3. Platz.

 

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