Finale: Schweiz-Italien

altENDSPIEL. Das große Finale steht an! Bei der Fußball-WM geht es in Johannesburg über die Bühne, bei der Spielwiese-Spiele-WM imaginär im Internet. Gegen starke Gegner haben sich dafür die Schweiz mit Zug um Zug (Schweiz) und Italien mit Inkognito qualifziert. Lesen Sie, wer von beiden das Finale gewinnt.

Zur Einleitung, wenn Sie neu mitspielen

 Schweiz: Zug um Zug (Schweiz)

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Eisenbahnspiel für die breite Masse:  Zug um Zug

Bild: Spielwiese

Nirgendwo ist die Eisenbahndichte größer, denn die Schweizer sind ein Volk der Eisenbahnfahrer.

Da liegt ein Familienspiel besonders nahe: Zug um Zug, von dem es nämlich auch eine eigene Schweiz-Edition gibt. Die Grundregeln sind aber die gleichen. Die Spieler haben Auftragskarten und sollen bestimmte Punkte auf dem Schienennetz miteinander verbinden. Das geht relativ einfach, wenn eine Verbindung doppelgleisig geführt ist, allerdings gibt es auch Verbindungen, auf denen nur eine Eisenbahnlinie = Spieler seine Waggons hinstellen kann. Wer sich Strecken durch das geschickte und rechtzeitige Ausspielen seiner Waggonkarten sichert, erhält dafür Punkte.

 Ticket to Ride Schweiz ist eine von mehreren Ausgaben des Brettspiels Zug um Zug. Sie kam 2007 auf den Markt, das Originalspiel 2004 und wurde in diesem Jahr auch Spiel des Jahres. 


 

 Italien: Inkognito

 

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  Das Menetekel beherrscht bei Inkognito die Spielzüge: Die farbigen Kugeln müssen "erschüttelt" werden und geben an, auf welchem Weg die Figuren ziehen. 

Bild: Winning Moves

Nicht so einfach fiel die Entscheidung, wen wir für Italien ins Rennen der Spielwiese-Spiele-WM schicken. Einerseits gibt es inzwischen eine Reihe von italienischen Kleinverlagen und noch mehr italienische Autoren, andererseits sind das Land oder Teile davon – natürlich vorrangig das historische Rom – in unzähligen Spielen Teil des Geschehens.

Die Wahl fiel auf Inkognito. Das Spiel handelt in Venedig, genauer im berühmten Karneval dort, ist von einem Italiener und einem Amerikaner, der dort lebte und starb, und es wurde wegen seiner Ausstattung prämiert. Drei oder vier Spieler müssen bei Inkognito herausfinden, mit welchem Mitspieler sie ein Paar bilden, um schneller als das gegnerische Duo einen Auftrag erfüllen zu können. Da das Ganze, wie schon erwähnt, im Karneval spielt und damit Ausgelassenheit und die große Geste herrschen, wovon die Italiener beides lieben, finden wir: eine gute Wahl.

 Bei seinem Erscheinen wurde das ehemalige MB-Spiel Inkognito von der Jury Spiel des Jahres mit dem Sonderpreis "Schönes Spiel" ausgezeichnet. Die aktuelle Ausgabe erschien bei Winning Moves.

 

Der Weg der Schweiz ins Finale

Italiens Weg ins Finale

 

altSchweiz-Italien 2:3

Nach vielen ungewöhnlichen Duellen steht Inkognito als "Weltmeister" fest. Hält dieses Ergebnis einer Überprüfung stand? Eine 100-prozentige Objektivität gibt es freilich nicht, aber eine Annäherung.

Das Spiel, das Italien bei der Spielwiese-Spiele-WM vertritt, behielt auch im Finale gegen Zug um Zug mit einem besonderen Merkmal die Oberhand: Wie schon in den Runden zuvor, zählte im Zweifel die Interaktion der Spieler. Die ist bei Inkognito nicht nur mit den üblichen Mitteln organisiert, sondern auch informell durch Augenzwinkern und andere Gesten. Anders ausgedrückt: ein Spiel, das so an einem Computer eben nicht funktionieren kann! 

Insofern ist Inkognito ein würdiger Vertreter des Gesellschaftsspiels schlechthin, weil es auch die Sehnsucht befriedigt, deretwegen Menschen an einem Tisch mit Brettspielen zusammenkommen – mit den anderen auf Augenhöhe zu kommunizieren und Spaß zu haben. Ohne ablenkende oder störende technische Hilfsmittel.

Das schafft das Spiel Zug um Zug. Allerdings mit anderer Ausrichtung und Zielsetzung. Vor sechs Jahren wurde es als Spiel des Jahres ausgezeichnet – und sind wir ehrlich: Revolutionäres ist nicht nachgekommen. Zwar hat auch Zug um Zug kein Tor zu einer neuen Ära aufgestoßen, man kann jedoch nach wie vor dazu stehen, dass es ein sehr gutes und sehr gut funktionierendes Spiel für eine breite Bevölkerungsschicht ist. Insofern ebenfalls ein würdiger Teilnehmer des Finales und alles andere als ein "Frühstücksgegner" für das Spiel, das schließlich gewonnen hat.     A.M.

PS.: Als "Weltmeister" ist Inkognito bis 31. Juli auch das neue "Spiel des Monats" und der entsprechende Spielwiese-Test ab sofort kostenlos abrufbar.

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