Die vier Finalisten stehen fest

Verfasst am . Veröffentlicht in Spiele-WM 2010

ENDSPURT. Bei der Fußball-WM in Südafrika stehen seit gestern Abend alle vier Finalisten fest, bei der Spielwiese-Spiele-WM auch. Lesen Sie, welche vier Spiele es in die beiden Finali geschafft haben.
 

Aus der letzten Halbfinalpaarung ging Italien gegen Uruguay als Sieger hervor. Italien steht somit mit der Schweiz im Endspiel, um den dritten Platz kämpfen Algerien und Uruguay. 

Zur Einleitung, wenn Sie neu mitspielen

Die vier Final-Spiele im Einzelnen:

 Uruguay: Canasta

Hier entstand das Kartenspiel Canasta: der Jockey Club in Montevideo.
Canasta (von span. canasta: Korb) ist ein Kartenspiel für zwei bis sechs Personen, die ursprüngliche Form sind jedoch vier Spieler in zwei Partnerschaften. Als Erfinder des Spieles gilt der Rechtsanwalt Segundo Santos, der gemeinsam mit seinem Bridge-Partner im Jockey Club in der uruguayanischen Hauptstadt Montevideo, dem Architekten Alberto Serrato, im Jahre 1939 das Spiel entwickelte.

Es verbreitete sich rasch über Südamerika und verbreitete sich bald über Uruguay und Argentinien, danach über die USA, von wo es nach Großbritannien und auf den europäischen Kontinent gelangte. In den 1950er Jahren war Canasta neben Bridge das am häufigsten gespielte Kartenspiel. Binnen weniger Jahre entstanden unzählige Varianten, die bekannteste Abart ist Samba-Canasta mit drei Paketen.

Gespielt wird mit dem Rommé-Blatt. Wer es nicht kennen sollte und anspruchsvolle und äußerst spannende Kartenspiele mag, sollte es unbedingt probieren!

 Italien: Inkognito

Das Menetekel beherrscht bei Inkognito die Spielzüge: Die farbigen Kugeln müssen "erschüttelt" werden und geben an, auf welchem Weg die Figuren ziehen. 

Bild: Winning Moves

Nicht so einfach fiel die Entscheidung, wen wir für Italien ins Rennen der Spielwiese-Spiele-WM schicken. Einerseits gibt es inzwischen eine Reihe von italienischen Kleinverlagen und noch mehr italienische Autoren, andererseits sind das Land oder Teile davon – natürlich vorrangig das historische Rom – in unzähligen Spielen Teil des Geschehens.

Die Wahl fiel auf Inkognito. Das Spiel handelt in Venedig, genauer im berühmten Karneval dort, ist von einem Italiener und einem Amerikaner, der dort lebte und starb, und es wurde wegen seiner Ausstattung prämiert. Drei oder vier Spieler müssen bei Inkognito herausfinden, mit welchem Mitspieler sie ein Paar bilden, um schneller als das gegnerische Duo einen Auftrag erfüllen zu können. Da das Ganze, wie schon erwähnt, im Karneval spielt und damit Ausgelassenheit und die große Geste herrschen, wovon die Italiener beides lieben, finden wir: eine gute Wahl.

 Bei seinem Erscheinen wurde das ehemalige MB-Spiel Inkognito von der Jury Spiel des Jahres mit dem Sonderpreis "Schönes Spiel" ausgezeichnet. Die aktuelle Ausgabe erschien bei Winning Moves.

 

Uruguays Weg in die Finalrunde:

Italiens Weg in die Finalrunde:

 

 Algerien: Targui

Ausgefeilte Mischung aus Karten, Würfeln und Ressourcen: Targui spielt in der algerischen Sahara.

Bild: Boardgameworld

Was wissen wir über das Land? Sehr wenig. Die Algerier schotten sich auch ziemlich ab, haben auch intern genug Probleme. Beispielsweise mit verschiedenen Ethnien. Dazu zählt das Nomadenvolk der Tuaregs. Auf französisch sind das die Targui. Und nach ihnen benannte Jumbo 1988 ein Brettspiel.

Heute würde man dazu Entwicklungsspiel sagen. Damals war der Modus recht neu. In einem ausgeklügelten Zusammenspiel geht es einerseits um wirtschaftliche Macht, andererseits um strategische Macht. Die Felder der Wüste, in denen Targui spielt, haben dazu jeweils zwei verschiedene Werte. Beides bedingt einander: Mit der wirtschaftlichen Macht kauft man sich Kamele, mit denen man fremde Gebiete überfällt. Beim Zweikampf zählt jedoch die strategische Stärke.

Über den blutrünstigen Aspekt des Ganzen machte man sich in den 80er-Jahren keine Gedanken. Da war auch die Spieleszene noch politisch unkorrekt.

 Das Spiel Targui erschien 1988 bis 1995 bei Jumbo in der typischen "Cinemascope-Schachtel". 1999 gab es dann noch einmal eine limitierte Sonderauflage.


 Schweiz: Zug um Zug (Schweiz)

Eisenbahnspiel für die breite Masse:  Zug um Zug

Bild: Spielwiese

Nirgendwo ist die Eisenbahndichte größer, denn die Schweizer sind ein Volk der Eisenbahnfahrer.

Da liegt ein Familienspiel besonders nahe: Zug um Zug, von dem es nämlich auch eine eigene Schweiz-Edition gibt. Die Grundregeln sind aber die gleichen. Die Spieler haben Auftragskarten und sollen bestimmte Punkte auf dem Schienennetz miteinander verbinden. Das geht relativ einfach, wenn eine Verbindung doppelgleisig geführt ist, allerdings gibt es auch Verbindungen, auf denen nur eine Eisenbahnlinie = Spieler seine Waggons hinstellen kann. Wer sich Strecken durch das geschickte und rechtzeitige Ausspielen seiner Waggonkarten sichert, erhält dafür Punkte.

 TIcket to Ride Schweiz ist eine von mehreren Ausgaben des Brettspiels Zug um Zug. Sie kam 2007 auf den Markt, das Originalspiel 2004 und wurde in diesem Jahr auch Spiel des Jahres. 

 
 

Algeriens Weg in die  Finalrunde:

Der Weg der Schweiz in die Finalrunde:

 

 

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