Bauhaus trifft Spielen

 AUSSTELLUNG.  2019 wird an zahlreichen Orten 100 Jahre Bauhaus gefeiert. Was die Kunstschule, bei der viele zuerst an Architektur denken, mit Spielen zu tun hat, zeigt eine Ausstellung in der "Spielzeugstadt" Nürnberg.

 

 

Die Stadt Nürnberg, in der Institutionen wie das Spielzeugmuseum, das Deutsche Spielearchiv oder die weltweit renommierte Spielwarenmesse beheimatet sind, hat eine jahrhundertealte Spieletradition. Die vor dieser Kulisse konzipierte umfangreiche Ausstellung BAU [ SPIEL ] HAUS des Neuen Museums Nürnberg nimmt vom 22. März bis 16. Juni 2019 mit der Bauhaus-Ära eine Epoche in den Fokus, in der das Spiel generell Konjunktur hatte. 

Die Ausstellung widmet sich in thematischen Clustern einer besonderen der Bauhaus-Lehre innewohnenden Spielkultur, durch die auf revolutionäre Weise ein neuer Zugang zu kreativem Ausdruck ermöglicht werden sollte. Reformpädagogische Ansätze der Zeit, am prominentesten von Friedrich Fröbel und Maria Montessori vertreten, wurden in die Bauhaus-Pädagogik integriert. Das zeigt sich anschaulich an dem Bauauftrag an Walter Gropius und das Bauhaus für ein "Fröbel-Haus", das aus Kostengründen nicht realisiert werden konnte: Die radikale Verschränkung von Spielen und Arbeiten wurde später aber im Entwurf des Dessauer Bauhausgebäudes übernommen, Gropius sprach hier liebevoll von seinem "Baukasten im Großen". 

Mit Alma Siedhoff-Buschers polyfunktionalem Spielzimmer in dem würfelförmigen Weimarer Musterhaus "Haus am Horn" veranschaulicht BAU [ SPIEL ] HAUS ein radikales Spielkonzept: Jedes Element des Zimmers ist auf Offenheit und Kreativität angelegt, und so können Staukästen als Sitzkuben genutzt, ein Schrank zum Puppentheater oder eine Wickelkommode zum Schreibtisch umfunktioniert werden. In Form originaler und rekonstruierter Möbel und Spielzeuge, zugehöriger Entwurfszeichnungen und Publikationen tritt das Spielzimmer in einen spannenden Dialog mit heutigen Möbelstücken, aber auch mit populären Computerspielen. Ergänzt wird die Ausstellung von eigens produzierten installativ-performativen Arbeiten, unter anderem von Olaf Nicolai und Liam Gillick.

 

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