Top 10 Zockerspiele

Durch den Poker-Boom ist Zocken wieder gefragt. Spielwiese-Herausgeber Arno Miller hat für Sie seine persönliche Top Ten der Zockerspiele zusammengestellt.

 

Platz 1: Engel & Bengel

 

 

 Das ist das Muss fürs Spielerregal aller Zocker: Wer dort nicht schon die Urversion Gambler stehen hat, braucht Engel & Bengel!

Als Appetithappen lässt sich damit die Stimmung für den Spieleabend aufbauen oder zeitlich umgekehrt, der Spieleabend vor dem Nach-Hause-und-zu-Bett-gehen mit einem idealen Absacker garnieren.

Das Spiel ist watscheneinfach, wie man in Österreich sagt. Man beginnt mit einer beliebigen Spieltafel (hinten und vorne bedruckt), die sechs unterschiedliche Würfelreihen zeigt. Wer an der Reihe ist, wirft alle seine Würfel und muss nun mindestens einen Würfel platzieren. Nicht irgendwo, sondern auf einem passenden Feld und immer in "Leserichtung" auf dem nächsten freien Feld einer Würfelreihe.

Das Gemeine ist, dass manche Würfelreihen positiv sind (weiß), andere aber negativ (schwarz). Wer eine Reihe abschließt, kriegt dafür entweder Geld (Chips) von der Bank oder muss dafür aus seinem Geldvorrat an die Bank bezahlen. Da man zwar mindestens einen Würfel platzieren muss, man aber auch mehrere pro Wurf auf die Spieltafel stellen darf, lässt sich Engel & Bengel ein wenig steuern. Meint man zumindest. Denn den anderen Spielern das letzte freie schware Feld übrig zu lassen, kann genauso gut ins Auge gehen - schnell ist man selbst wieder an der Reihe, hat Pech und der einzige passende Würfel ist ausgerechnet der für das noch fehlende Feld. Natürlich kann es auch genau umgekehrt passieren, dass man in einem Wurf ein oder sogar mehrere postiiven Reihen abschließen kann und dann ordentllich kassiert. 

Engel & Bengel ist das ultimative Zockerspiel! Jugendfrei, also auch schon für Acht-, Neunjährige begreifbar, rasant, voller Überraschungen, spannend und unterhaltsam im besten Sinn des Wortes. 


 Spielwiese-Test 886

Würfelspiel von on Breslow, Morrison, Terzian bei Ravensburger

2 bis 6 Spieler ab 8 Jahre

ca.-Preis: 20 €

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Platz 2: Heckmeck am Bratwurmeck

 

 

 

Wie bei vielen Zockerspielen kommt es auch bei Heckmeck am Bratwurmeck darauf an, ein glückliches Würfelhändchen zu haben.

Aber anders als beim klassischen Würfelpoker muss man hier nicht Straßen und andere Kombinationen bilden, sondern pro Würfelversuch möglichst viele Würmer oder möglichst viele gleiche Zahlen - allerdings andere, als man schon vorher ausgelegt hat. Es geht also nicht, um ein Beispiel zu geben, nochmals zwei Vierer zu den beiden Vierer zu geben, die man beim vorigen Wurf zur Seite geschafft hat.

Was macht man nun damit? In der Tischmitte sind auf einem Grill Zahlenplättchen aufgereiht (siehe Foto) - die will man haben. Und zwar möglichst hohe Zahlen, weil dort mehr Würmer abgebildet sind. Wer am Ende die meisten Würmer ergattern konnte, ist Sieger.  

Jetzt wundert sich der Eine oder Andere, warum es denn Würmer gibt, die gegrillt werden, und überhaupt über den eigentümlichen Namen des Spiels. Das ist ganz einfach: Der Verlag hat mit dem Kinderspiel Zicke Zacke Hühnerkacke Erfolg und daran gemahnt er auch in Aufmachung, Thematik und Namen anderer Spiele. Man kann, muss sich aber nichts dabei denken.

Heckmeck am Bratwurmeck ist einfach eine Hetz, spielt sich locker, ist leicht erklärt und hat durch das besondere handschmeichelnde Material der "Grillstücke" ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis. 


 Spielwiese-Test 906

Würfelspiel von Reiner Knizia bei Zoch

2 bis 7 Spieler ab 8 Jahre

ca.-Preis: 9,50 €

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Platz 3: Cincinnati

 

 

 Mit der jüngsten Poker-Welle kam unweigerlich der Versuch verschiedener Verlage, das Spielgeschehen von der Kartenspielhöhle auf den familiären Brettspieltisch zu verlagern zu wollen. Nicht alle diese Bemühungen sind glatt gegangen. 

Diese hier schon. Aus drei Gründen: Die Idee überzeugt als eigenständiges Spiel, es kommt augeblicklich Casino-Atmosphäre an den Tisch und das Material ist absolut erstklassig! Was sich zwar im Preis bemerkbar macht, aber er ist es wert. Unter anderem wurden Lederbecher und die originalen amerikanischen Pokerchips - die schweren! - beigepackt. Das liegt schon ganz anders in der Hand als das Gros der billigen Plastikscheichen.

Bei Cincinnati geht es darum, mit seinen Würfeln an einen der drei Tische um die dortige Prämie zu zocken. Dazu hat man maximal drei Versuch, um die Bedingung - entweder eine Straße, drei oder mehr gleiche Würfel oder maximal insgesamt elf Augen) - zu erfüllen. Und da vielleicht ein anderer Spieler auch noch an diesem Tisch sein Glück versucht, was anfangs keiner weiß, muss man auch noch besser sein als der oder die Mitspieler.


 Spielwiese-Test 922

Würfelspiel von Reinhard Staupe bei Amigo

3 bis 6 Spieler ab 10 Jahre

ca.-Preis: 30 €

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Platz 4: Yahtzee, Yatzi, Kniffel & Co.

 

 Dieses Spiel darf in den Top 10 der besten Zockerspiele natürlich nicht fehlen. Es hat verschiedene Namen, je nach Hersteller. Bei MB heißt es beispielsweise Yahtzee, bei vielen kleineren Verlagen Yatzi, bei Schmidt hat sich der deutsche Name Kniffel durchgesetzt. Knifflel hat unlängst seinen 30. Geburtstag als Marke gefeiert. 

Vom Prinzip her ist alles eins: der gute alte Würfelpoker. Denn wie beim Kartenspiel muss man mit den Würfeln Straßen oder Full Houses bilden.

 Die Regeln braucht man so gut wie keinem Menschen über acht, neun Jahre mehr zu erklären. Es ist Kulturgut. Auch deshalb, weil das Spiel auch über Jahrzehnte schon Bestandteil unzähliger Spielesammlungen ist. Zur Not, etwa im Urlaub, tun es auch ein paar Würfel, ein Blatt Papier und ein Stift. Würfelpoker ist so etwas wie der kleinste gemeinsame Nenner, wenn ein paar Leute an irgendeinem Punkt der Erde ein schnelles, flottes Spielchen machen wollen.

Rund um Würfelpoker ist eine kleine "Zubehörindustrie" entstanden. Da gibt es die Packungen mit Würfelbechern, Spielblöcke - oder Gewinnkarten, wie es auch heißt - zum Nachkaufen usw. 

Kurzum: Das Spiel ist alt, aber gut.


Yahtzee, Yatzi, Kniffel & Co.

Traditionelles Würfelspiel von verschiedenen Anbietern

2 und mehr Spieler ab 8 Jahre

die ca.-Preise beginnen bei rund 5 € und variieren nach oben je nach Ausstattung der Packungen

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Platz 7: Tutto (Volle Lotte)

 

 

 

Das einzige Problem bei diesem Spiel ist, dass Sie entweder nach Tutto! in einem Laden suchen und dort gibt es Volle Lotte! oder umgekehrt. Der Name hat sich nämlich geändert. Tutto! hieß es lange Zeit nur in der Schweiz, jetzt aber generell. 

Tutto! läuft als Kartenspiel, ist als verschärfter Würfelpoker aber besser beschrieben. Am Beginn eines Spielzugs muss der Spieler eine Karte aufdecken, die ihn so zu sagen einschränkt. Zum Beispiel zwingt sie ihn dazu, in dieser Runde eine Straße zu würfeln, damit er zu Punkten kommt.

Spielwiese-Test 235


Karten-/Würfelkombination bei Abacus

2 bis 10 Spieler ab 8 Jahre

ca.-Preis: 6,50 €

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Platz 8: Diamant

 

 

 

Das erste Brettspiel in dieser Hitparade der zehn besten Zockerspiele. Noch sehr jung, letztes Jahr auf den Markt gekommen, aber mit dem Potenzial, dass es länger Bestand hat als das Gros der Brettspiele.

Weil es einfach ist, spannend und die Idee dahinter überzeugend umgesetzt wurde. Die Spieler nehmen gemeinsam an Expeditionen teil. Die laufen so ab, dass pro Runde eine Karte eines Höhlengangs aufgedeckt wird. Am besten sind die Karten, die ein paar oder gar viele Schätze zeigen. Diese werden als Juwelen auf die Karten gelegt. Dann entscheidet jeder Spieler, ob er weiter an der Expedition teilnimmt oder aussteigt. Wer aussteigt, bekommt seinen Anteil an den bisher liegenden Juwelen.

Das Risiko besteht darin, dass es auch schlechte Karten gibt, die die Expedition zum Abbruch zwingen. Wer dann noch dabei ist, hat Pech gehabt und verliert alles, was er in dieser Runde gesammelt hat.

Wie bei jedem guten Zockerspiel kann man also auch bei Diamant ganz leicht Opfer der eigenen Gier werden.


 Spielwiese-Test 907

Sammelspiel von Alan R. Moon und Bruno Faidutti bei Schmidt
3 bis 8 Spieler ab 8 Jahre
ca.-Preis: 20 €

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Platz 10: Monopoly Express

 

 

 Dieser Nervenkitzel gehört trotz Namens eigentlich überhaupt nicht in die Kategorie Wirtschaftsspiele, sondern in jene von Würfelpoker. Warum das Spiel dennoch legitimiert ist, den großen Namen zu tragen, liegt an seinen Würfelsymbolen. Da findet man Energie, Verkehr und Straßen (Farben) in verschieden hohen Werten. Häuser und Hotels.

Die sammelt man so zu sagen durch seine Würfelwürfe: Gleiches kommt raus, mit dem Rest würfelt man weiter, wenn man will. Dann natürlich mit dem Risiko, dass alles dieser Runde verfällt, wenn nichts Passendes mehr kommt. Eine flotte und kurzweilige Zockerei, bei der es darum geht, als Erster eine bestimmte Punkteanzahl zu erreichen.

Das große Plus an Monopoly Express ist, dass es für ein an sich abstraktes Würfelspiel ein gut gewähltes Thema hat und genial in einer runden Würfelarena als gleichzeitige Verpackung steckt, die es leicht und praktisch macht, die Zockerei überall hin mitzunehmen.

   Spielwiese-Test 916

Würfelspiel von Parker
2 und mehr Spieler ab 8 Jahre
ca.-Preis: 15 €
 

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Platz 5: Geschenkt ... ist noch zu teuer!

 

 

Friss oder stirb: Entweder Sie nehmen die Ihnen angebotene Karte oder Sie bezahlen, damit der Nächste das Problem hat. Solange Sie Geld besitzen, ist das ja ganz einfach. Wenn es aber ausgeht ... und es geht aus!

Geschenkt ... ist noch zu teuer! ist eine unscheinbare Spielidee und nur wirklich was für wahre Zocker. Andere werfen die Nerven weg und sind frustriert.

Wer sich auf das Kartenspiel einlässt, muss sich in Schadensbegrenzung üben. Denn keiner will eigentlich Karten, und wenn schon, sollten es möglichst niedrige Werte sein. Freikaufen kann man sich mit den Chips als Geldersatz. Wer dann eine Karte nimmt oder nehmen muss, wird immerhin damit entschädigt, dass er alle Chips, die andere für diese Karte aufgewendet hatten, einstreift. 


 Spielwiese-Test 908

Kartenspiel von Thorsten Gimmler bei Amigo

3 bis 5 Spieler ab 8 Jahre

ca.-Preis war bei 5,90 €

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Platz 6: Nur Peanuts!

 

 

 

Langsam nähern wir uns mit Platz 6 der Kunst des großen Zockens. Wahre Zocker werden dieses Spiel lieben, wenn sie es kennen lernen!

Gleich vorweg: Nur Peanuts! wird vom Verlag Goldsieber nicht her produziert. Weil es aber unverständlicherweise ein Ladenhüter war, sind die Chancen hoch, das Spiel da oder dort noch zu ergattern.

Wahrscheinlich lag die Missachtung daran, dass es nicht wirlich einfach zu erklären ist, sondern einfach ein Mal gespielt werden muss, damit der Funke rüber springt. Eine kleine Hilfe:

Es geht um Geld, Knete, Kohle, Moos - wie immer man es bezeichnen will. Wie auf dem Bild zu sehen, gibt es einen Kreis mit verschiedenen Zahlen. Die liegen zwischen 100 und 2400. Vom Startkapital kauft sich jeder reihum eines der Felder zum angegeben Wert und dann reihum noch ein zweites. Die Felder werden auf dem Spielplan mit den eigenen Spielfiguren markiert. Zusätzlich werden noch neutrale Spielfiguren platziert, die für die Abrechnung des Spielgelds mit der Bank eine Rolle spielen. 

Jetzt beginnt das eigentliche Spiel. Wer an der Reihe ist, entscheidet sich für eine von zwei Sorten Würfel - welche mit theoretisch geringem und welche mit theoretisch hohem Risiko. Dem Würfelergegnis entsprechend zieht er mit seiner Figur. Das Ziel ist, auf einem möglichst hohen Feld stehen zu bleiben.  Denn zur Abrechnung einer Runde erhält man die Differenz zum Nächsten in Form von Geld ausbezahlt. 

Die Crux für den aktiven Spieler ist, dass er, wenn er weiterziehen will, um eventuell auf ein höherer Feld zu gelangen, immer den Wert des Feldes bezahlen muss, das er verlässt. Entweder an die Bank oder an den Spieler, dem das Feld gehört. Im zweiten Fall wird der Besitzer ausgebootet und muss eine neue Runde antreten. Bis alle mit dem Feld, auf dem ihre Figur steht, entweder zufrieden sind oder weiteres Risiko scheuen. Es wird abgerechnet und ausbezahlt.

Nur Peanuts! - der Titel ist eine Anlehnung an den legendären Sager eines deutschen Bankiers - ist abgeschlossen, wenn ein Spieler Pleite ist, die "Bank" (neutrale Spieler) oder ein Spieler sechs Felder einheimsen konnte.

Klingt anfangs etwas verwirrend, ist es aber im Spielverlauf keineswegs. Es ist eine simple, aber unheimlich scharfe Zockerei.


Spielwiese-Test 691

Würfelspiel von Heinz Meister bei Goldsieber (wird nicht mehr produziert!)

2 bis 6 Spieler ab 8 Jahre

letzter ca.-Preis war bei 19 €

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Platz 9: Bluff

Das Spiel ist schon etwas in die Jahre gekommen. Sind ja auch schon 13 Jahre vergangen, seit es zum Spiel des Jahres gekürt wurde.

frei übersetzt "Die Würfel des Lügners", aus den USA nach Europa brachte. Hier kannte man das Spielprinzip als Mäxeln, Mäxchen oder auch als Chicago.

Der Unterschied war eigentlich, dass es nicht nur einen Würfelbecher gibt, der herumgereicht wird, sondern dass jeder Spieler seinen eigenen Würfelbecher hat und die Summe aller Beteiligten gilt.

Nichts desto trotz gehört Bluff zu den absoluten Top Ten der Zockerspiele der vergangenen Jahre.

 Spielwiese-Test 179

Würfelspiel von Richard Borg bei Ravensburger
2 bis 6 Spieler ab 12 Jahre
ca.-Preis: 25 €

 

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