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Spielwiese-Test 892: Akaba

Stürmisches Geschicklichkeitsspiel

Ein fliegender Teppich ist ein Märchentraum. Bei diesem Haba-Spiel nimmt er Gestalt an.

 

 Tausendundeine Nacht. Der Mythos lebt und der Verlag mit den knallgelben Schachteln beschwört ihn auf den Spieltisch. Allerhand wundersame Dinge tun sich im Orient. Auch in dem Wüstenstädtchen Akaba, genauer gesagt: auf dessen Bazar. Da wirbeln die Spieler auf fliegenden Teppichen durch die Gassen, um schnellstmöglich fünf Geschenke für die bevorstehende Familienfeier zu besorgen.

Das Spiel Akaba besticht durch zweierlei: Einmal durch seine ausgezeichnete Ausstattung zu einem schönen Thema, einmal durch die einfache und überaus gelungene Idee mit dem Blasebalg. Den verwendet man, um die Spielfiguren von einem Bazarstand in den nächsten zu bewegen. Er ist eine ausgezeichnete Alternative zu einem Würfel, der dafür natürlich auch seinen Zweck erfüllt hätte. Aber dann wäre Akaba um seine einheitliche Atmosphäre gekommen – es wäre ein weiteres Ferner-liefen-Würfelspiel ohne den zusätzlichen Kick eines Geschicklichkeitsspiels.

Das Kind, das an der Reihe ist, muss mit seiner Figur in einen Bazarstand und dort unter verdeckten Geschenkkärtchen wählen. Die Figur, ein kleiner Orientale auf besagtem Wunderteppich, wird mit dem Blasebalg angetrieben. Die einen Kinder machen's hektisch, die anderen bedacht vorsichtig. So oder so ist Spannung angesagt, die durch einen zweiten Schauplatz noch verstärkt wird: Ein zweites Kind nimmt gleichzeitig die beiden Farbwürfel in die Hand und versucht einen Pasch zu erzielen. Kommt der Pasch, bevor der Teppich einen Bazarstand erreicht hat, muss das Kind am Zug seinen "Flugversuch" abbrechen. Somit ein bisschen unter Druck gesetzt, ist für jene Portion Nervenkitzel gesorgt, die normalen Lauf- und Sammelspielen in den meisten Fällen fehlt.
 

 


Akaba ist das dritte Spiel von Guido Hoffmann (nach Siesta, 1999 bei Goldsieber, und Halleluja, 2002 bei Piatnik). Er ist nicht nur Autor, sondern hat auch die Illustration gemacht. In beiden Begabungen ist er erbllich vorbelastet: Sein Vater ist Rudi Hoffmann, der nicht nur Grafiker, sondern auch eine der vielfätligsten deutschsprachigen Spieleautoren ist. Von Rudi Hoffmann stammen unter anderem Café International (Spielwiese 1/89), Spiel der Türme (Spielwiese 21) und mehrere Neuauflagen seiner älteren Spiele, wie Halali! (Spielwiese 66) bei Kosmos, und Ogallalla (Spielwiese 2/89) bei Amigo – dazu hat Sohn Guido die Grafik gezeichnet.
 

Noch ein positiver Effekt: Es ist immer auch ein zweites Kind in die Handlung eingebunden. Das verkürzt die Wartezeit, bis man selbst wieder an der Reihe ist.

Der Rest der Geschichte ist weit weniger ungewöhnlich. Um zu gewinnen, müssen fünf Geschenke gesammelt werden. Das sind Bildkärtchen mit Motiven wie Schuhen, Früchten oder einem Korb mit einer Brillenschlange. Die Bildkärtchen sind wahllos verdeckt über die acht Bazarstände verteilt. Bei den einen warten zwei auf Enthüllung, bei den anderen nur eines. Passt ein Geschenk nicht, wird es wieder umgedreht. Damit ist Akaba zum Teil auch Merkspiel. Erfolgreich gefundene Bildkärtchen werden durch ein neues verdecktes ersetzt.

Die Austattung ist vorbildlich: Aussparungen im Spielplan sind für hölzerne Mauern da, die jeden Bazarstand von drei Seiten einschließen, damit die Flugreise nicht zu einfach ist. Die Grafik mit dezenten Farben ist ebenfalls sehr angenehm ausgefallen und stimmig (siehe Hintergrund).

Mit Akaba schließt Haba an seine gute Tradition von sorgfältig ausgearbeiteten Spielen mit viel Holz sowie originellen Ideen an, die in den letzten Jahren doch durch viele Schnellschüsse und 09/15-Spielen öfters in Frage gestellt war.  

   

 Test 892: Akaba

  • Sammel- und Merkspiel für 2 bis 4 Spieler ab 5 Jahre
  • Ca.-Preis: 30,– €
  • Verlag: Haba
  • Autor: Guido Hoffmann
  • Grafik: Guido Hoffmann
  • Thema/Umfeld: eine orientalische Stadt mit Bazaren, an denen die Kinder einkaufen und mit fliegenden Teppichen unterwegs sind
  • Zielgruppe: Kinder
  • Spieldauer: 20 Minuten
  • Spielmaterial: die fliegenden Teppiche, die mit einem Blasebalg bewegt werden, sind bei den Kindern natürlich der Hit; insgesamt sehr stimmig
  • Schachtelinfo: das Wesentliche – der Blasebalg – ist erwähnt, ansonsten ist die hier erzählte Geschichte nur schmuckes Beiwerk und wenig nützlich
  • Spielanleitung: wie eigentlich fast immer bei Haba gut gemacht
  • Anspruch: Merkfähigkeit und Geschicklichkeit
  • Spielreiz: durchschnittlich
  • Glück: durchschnittlich

 -Service:

Spielanleitung zum Herunterladen

Auszeichnungen

  • spiel gut

Spielwiese-Code: | ●●●●● | E | 5 | !!!!!! |

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