Meinung

Mädelsabend

Der mittelständische Spieleverlag Amigo spielt einmal mehr seine Marketing-Stärke aus. Gut so.

 

1. MAI 2017

Wie sich Barbara Schöneberger zur "Marke" gemacht hat, ist wie aus dem Lehrbuch. An der Populärität der schlagfertigen und sympathischen TV-Moderatorin wollen viele mitnaschen. Oder treffender: Das Mitnaschen wird ihnen angeboten – eine Marke ist schließlich ein Geschäft. Als Geschäftspartner finden wir auch den Spieleverlag Amigo.

 

Wenige sind so initiativ und ohne Scheuklappen unterwegs.

 

 

Als Hintergrund sollte man Folgendes wissen. Der Zeitschriftenverlag Gruner + Jahr gibt seit 2015 das Frauenmagazin "Barbara" heraus – mit Barbara Schöneberger als Zugpferd (und Teil der Redaktion). Wie schon für andere Zeitschriften auch, startete Gruner + Jahr vor einigen Wochen mit einem dazu gehörenden Produkt-Abo. Damit bekommt man regelmäßig ein Paket mit empfohlenen Produkten nach Hause. In diesem Fall die "Barbara Box".

"Mädelsabend" ist das Motto der Box. Bei einem solchen Mädelsabend unterhält man sich über andere. Das stelle ich mir als Mann so vor. Mit "Was Sie schon immer über Ihre Freunde wissen wollten ... sich aber nicht zu fragen wagten!" macht die Marketing-Crew rund um Barbara Schöneberger den Kauf der Box schmackhaft, genauer das darin enthaltene Amigo-Spiel Privacy – Scharf wie Chili. Ein Partyspiel zwischen Grünem Tee, Nagellack, Sekt, "Pure Source Cell Sheet Mask" … Insgesamt zehn Dinge findet frau in der Box.

Ich habe keine Ahnung, wie erfolgreich das Box-System angelaufen ist. Auf jeden Fall ist Amigo zu gratulieren. Denn mit Sicherheit wird Privacy ein Personenkreis allein schon über die Werbung erschlossen, der wahrscheinlich nicht von sich aus auf die Idee gekommen wäre, danach zu suchen. Nicht jede und jeder denkt an ein Spiel, um einen Abend mit Freunden zu bereichern. Die Kooperation ist ein Anstoß und tut damit der Unterhaltungsware Spiel insgesamt gut. Das traditionelle Spiel an sich hat es heute schließlich schwer genug, auf sich aufmerksam zu machen.

Da sind originelle Ideen gefragt. Die sind längst nicht bei allen Spieleverlagen zu beobachten. Wenige sind so initiativ und ohne Scheuklappen unterwegs, wie Amigo. Ich denke da, nur als ein Beispiel aus jüngerer Vergangenheit, Spiele in original Tupperware-Boxen zu packen. Es ist der Vorteil eines kleinen Teams, für scheinbar abwegige Ideen nicht erst viele Stufen der Hierarchieleiter überwinden zu müssen.

Der Marketing-Abteilung der Dietzenbacher gelingt es nicht zum ersten Mal, Otto Normalverbraucher mit einem Spiel "kalt" zu erwischen. Anhand der "Barbara Box" war es jetzt einmal angebracht, das auch auszusprechen und andere Verlage zu ermuntern.

 

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