Meinung

Wort gehalten

Viele in der Spieleszene haben sich gefragt, wie geht es „in Wien“ nach dem Tod von Ferdinand de Cassan weiter. Es geht weiter – und Dagmar de Cassan wird auf der „Spiel“ in Essen mit ihrem Team Akzente setzen.

13. SEPTEMBER 2017

Im Namen seiner Freunde und Mitspieler versprach Dagmar de Cassan schon wenige Tage nach dem Tod ihres Mannes im Spielejournal „Win“: „Wir machen weiter!“

Die Weggefährten haben Wort gehalten und dafür gebührt in mehrerer Hinsicht ein großes Dankeschön. Kaum ein Tag, erzählte Dagmar mir vor einigen Wochen, sei seither vergangen, an dem nicht einer der Weggefährten aus und rund um den Spielekreis Wien sich bei ihr gemeldet habe, etwas fragte, Hilfe anbot, etwas brauchte, teils natürlich unter Vorwänden, etwas anstieß. Kurz: das Werkl am Laufen hielten, wie man hierzulande sagt, und viel wichtiger, Dagmar über die schwere Zeit hinweg halfen.

 

Erfolgsautor Alexander Pfister springt in die Bresche.

 

Freilich, nicht alles, wofür das österreichische Power-Couple der Spielwelt stand, konnte 2017 in gewohnter Weise über die Bühne gebracht werden. Das ist nur zu verständlich.

Der österreichische Spielepreis wurde vergeben, aber ohne Vertiefung eines „simply the best“ je Kategorie. Die Verleihung konnte auch nicht in einer eigenen Veranstaltung begangen werden, sondern wird auf der „Spiel“ am Messestand stattfinden. „Da sind eh alle da“, sagt Dagmar pragmatisch.

Ruhen musste dieses Jahr die Austragung des jährlichen Autorenwettbewerbes. Aber: Erfolgsautor Alexander Pfister (Isle of SkyePort Royal u.a.) springt mit Co-Autor Dennis Rappel und Illustrator Klemens Franz in die Bresche, damit es in Essen am Stand von spielen.at dennoch ein neues Spiel aus der Reihe Spieleatelier gibt. That’s what friends are for. Das Spiel heißt Tybor der Baumeister, ist ein Kartenspiel, über das Alexander Pfister schon heute mehr auf seiner Webseite http://alexanderpfister.blogspot.co.at verrät.

Das Spiel ist umso wichtiger für die Wiener Community mit unzähligen Aktivitäten, da mit dem Ende des Spielefests die wichtigste Finanzierungsquelle verschlossen ist. Die Spieleabende des Spielekreises und Veranstaltungen außerhalb Wiens laufen wie gewohnt weiter. Auch das jährliche „Spielehandbuch“ soll in Essen in der Ausgabe 2017 vorliegen.

Es sind viele Kleinigkeiten, um die sich ein Mensch gekümmert hat, die man vielfach bemerkt, wenn er nicht mehr da ist. Ferdinand, sagt Dagmar, „hatte alles mit dem Internet unter sich“, um nur ein Beispiel (und alles andere als eine Kleinigkeit) zu nennen. Wenn da oder dort auf den „Wiener Internet-Seiten“ nicht alles up to date ist, ich bin mir sicher, Dagmar und Freunde kriegen auch das wieder hin.

Denn der Tod verändert zwar vieles, aber alles zu verändern schafft er nicht.

 


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