Meinung

Von Katzen und Zahlen

Nürnberg. Spielwarenmesse 2018. Tag 2. Was einem so ein- und auffällt.

31. JÄNNER 2018

Ganz ehrlich: Bisher hat mich nichts vom Hocker gehaut. Aber noch ist nicht aller Messetage Abend. Und zum Spiele Ausprobieren war noch keine Zeit und Gelegenheit. 

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Spin Master: The Cat Game. Katzenfotos mit Zeichnungen ergänzen und andere müssen erraten, was damit gemeint ist.

Bilder: Spin Master, Piatnik

   
 

Piatnik: Bei Checkpoint Charlie sind Agenten Katzen, die ihre Identität verschleiern.

   

Aber natürlich gibt es Auffälligkeiten, wie diese. Man weiß, wer Katzenvideos ins Internet stellt, darf sich hoher Klickraten sicher sein. Der Hype um die Stubentiger lässt auch Spielehersteller kreativ werden. Ohne von einem Trend zu sprechen, aber in Nürnberg häufen sich Spiele, die Katzenliebhaber im Visier haben.

Katzenliebhaber werden 2018 bedient, wie in keinem anderen Jahr zuvor.

 

Schlicht The Cat Game heißt eines bei Spin Master, das im Herbst zu uns kommt. Der Schriftzug „CAT“ auf der Schachtel ist aus Fell. Kein echtes und daher auch für Allergiker gefahrlos in die Hand zu nehmen. Das Spiel selbst ist eine Mischung aus Rate- und Zeichenspiel. Es gibt verschiedene Figuren, die Fotos von Katzen in unterschiedlichen Ganzkörperposen zeigen. Diese Figuren legen die Spieler auf eine Tafel, darüber kommt eine Klarsichtfolie, auf der nun die Katzen mit einem abwaschbaren Stift ergänzt werden. Zum Beispiel mit Boxhandschuhen, weil … das gegnerische Team muss, in diesem Beispiel, den Begriff Boxkampf erraten. Kein Pictionary, aber sozusagen ein Cationary.

Oder, was für Denksportler. Cat Stax bei Huch in der Logicus-Reihe. 44 Aufgaben in vier Schwierigkeitsstufen, um Teile zu Katzen zusammenzufügen.

Natürlich sind Spiele mit Katzen alles andere als ein neues Phänomen. Als „handelnde“ Tiere belegen sie nach Bären und Mäusen den dritten Platz bei Brett- und Kartenspielen.

Die Beliebtheit von Katzenthemen wird 2018 unter anderem auch mit folgenden Spielen unterstrichen. The Cat bei Amigo, ein Kartenspiel mit Katzen in verschiedenen Launen, mit der Black Jack-Variante Black Jacky bei Ravensburger, dem Karten- und Sammelspiel Cat Lady bei Pegasus, bis hin zu dem Deduktionsspiel Checkpoint Charlie bei Piatnik, bei dem die Identität von Agenten in Katzengestalt herauszufinden ist.

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Brett- und Kartenspiele haben sich umsatzmäßig im vergangenen Jahr auf dem deutschsprachigen Markt gegen den Trend gut entwickelt. Während in Deutschland der gesamte Spielwarenmarkt laut Erhebungen der NPD Group erstmals seit vielen Jahren mit 0,1 Prozent ein kleines Minus hinnehmen musste, haben Spiele um vier Prozent an Umsatz zugelegt.

An der Spitze der Zuwächse stehen Party- und Erwachsenenspiele (+ 25 %), gefolgt von Würfelspielen, (11), was die Spieleverlage „strategische Familienspiele“ nennen (10) und Kartenspielen (3).

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Zur Spielwarenmesse geben mehrere große Player ihre Jahreszahlen bekannt. Ein Auszug.

Kosmos hat 2016 erstmals die 100-Millionen-Marke überschritten. Zwei Drittel werden mit Spielwaren erwirtschaftet.

399,5 seiner 471,1 Millionen Euro Umsatz lukrierte Ravensburger mit Spielwaren, quer über alle Marken. Das ist in etwa auf Vorjahresniveau. Hätte Ravensburger nicht die Nachfrage nach einem neuen Kugelbahnsystem Gravitrax unterschätzt und hätte liefern können, wäre sich ein schönes Plus ausgegangen.

Die in der Simba-Gruppe zusammengeschlossenen Gesellschaften BIG (u.a. Bobby Car) und Noris Spiele, wozu auch Zoch gehört, hat 2017 den Umsatz um 12,5 Prozent auf 180,2 Millionen Euro erhöht.

Keine Zahlen veröffentlicht Schmidt, nur Prozentsätze, und das verklausuliert. So sei der Umsatz 2017 auf dem Niveau von 2016 gehalten worden, dem Jahr also, in dem Stone Age Junior Kinderspiel des Jahres wurde. Berücksichtige man den mit dieser Auszeichnung verbundenen „Sondereffekt“ nicht, wäre der Umsatz 2017 um fünf Prozent gestiegen. Alles klar?

Der auch in Osteuropa mit eigenen Töchtern stark präsente Wiener Spielehersteller Piatnik hat 2017 in allen Märkten, teilweise sogar zweistellig zugelegt.

Zu den – überraschenden – Verlierern am Spielwarenmarkt zählte 2017 Lego. In den Vorjahren erfolgsverwöhnt, ging der Umsatz in Deutschland um 2,6 Prozent zurück, in der Schweiz um 3,3. Das allerdings nach einem All-time-high 2016. Und auch das relativiert das Ganze: Mit einem Marktanteil von 16,8 Prozent bzw. 19,5 Prozent in der Schweiz kann bei Spielwaren Lego kein anderer Hersteller das Wasser reichen.

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 Morgen wieder mehr.

 

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