Meinung

Endlich anpacken!

Aus dem Stand heraus 11.381 zahlende Besucher zu ungewohnter Zeit an einem abgelegenen Ort fürs Spielen zu mobilisieren, sollte in Wien zu denken geben.

27. MÄRZ 2018

Noch ist immer nicht klar, wie es in der weltweit zweitgrößten deutschsprachigen Stadt beim Spielen weitergeht. Um im Herbst in Wien ein Spielefest, eine Spielemesse oder wie die Veranstaltung auch immer genannt wird, auf die Beine zu stellen, müssten spätestens jetzt die Entscheidungen fallen.

 

Der Handel hat sich selbst disqualifiziert.

 

Zur Erinnerung: Hinter den Kulissen des jahrzehntelang erfolgreichen Spielefests war gestritten worden, 2016 kam es zur Gegenveranstaltung "spielespass", deren Organisator aber im Jahr darauf kurzfristig die Messe absagte. Aus Sicht der Spielefans: Wien steht damit als einzige Millionenregion in Mitteleuropa ohne namhaftes Angebot da. Aus Sicht der Verlage und Händler: Für das Weihnachtsgeschäft fehlt der Verkaufsturbo. Damit lässt die Branche durch Untätigkeit Geld liegen.

Der Blick nach Duisburg, wo am Wochenende erstmals die Spielemesse "Spiel doch!"(siehe Frühjahrsmesse: Experiment gelungen (upd.) stattgefunden hat, ist angebracht. Man kann daraus lernen. Es muss kein prestigeträchtiges Messegelände sein, um die Spielegemeinde und Neugierige zu versammeln – das (Spiele-)Angebot muss stimmen. Und, wichtig: Die Besucher müssen, nachdem sie ein Spiel ausprobiert haben und es ihnen gefällt, es an Ort und Stelle auch kaufen können.

Ob das dem örtlichen Spielwarenhandel in Wien nun passt oder nicht, ist keine ernsthaft zu diskutierende Frage mehr. Der Wiener Handel war der größte Profiteur des Spielefests. Dort wurden (von anderen) 70.000 Besucher animiert, anschließend in einen Laden zu gehen und zu kaufen. Mit seiner Weigerung, für das letzte stattgefundene Spielefest (2015) Werbung zu machen, hat sich der Wiener Handel selbst disqualifiziert.

Eine Riesenveranstaltung wie in der Vergangenheit wird es so schnell nicht mehr geben können. Eine neue Spieleveranstaltung in Wien muss erst wieder wachsen. Duisburg zeigt, wie ein Neubeginn aussehen kann. Es liegt an den Verlagen und Vertriebsfirmen, initiativ zu werden und sich zu einigen.

Es geht ums Wollen und Tun.

 


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