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60 Jahre Lego-Stein und seine Ausflüge ins Brettspiel

 JUBILÄUM.  Vor genau 60 Jahren, am 28. Jänner 1958 wurde der Lego-Stein patentiert und veränderte das Spielen auf der ganzen Welt. Anlass für spielwiese.at, einmal mehr über den Tellerrand der Brett- und Kartenspiele zu blicken und ein wenig Spielzeuggeschichte zu beleuchten. Immerhin hat es ja auch mal Lego-Spiele gegeben …

 
 

Der Vorläufer des erfolgreichsten Bausystems der Welt aus dem Jahr 1947.

Fotos: Lego
 

 Damit begann alles: Mit Holzspielzeug 1932.

   Die Älteren erinnern sich: Logo aus dem Jahr 1958. Die grundsätzlichen Konturen der Schrift sind bis heute erhalten.
 
  Tischlermeister, Konzerngründer: Ole Kirk Christiansen mit seinen Söhnen vor der Lego-Fabrik in Billund in Dänemark.
 
  1966: Traum der kleinen und großen Kinder – der erste Lego-Zug.
 
Viel Technik steht bei zahlreichen Lego-Produkten, wie bei Racers-Serie von 2008, im Vordergrund. Aber das Steckprinzip ist geblieben.
   

 

Beginnen wir doch gleich beim für uns Naheliegenden, den Spielen.

2009 kündigte Lego auf der Spielwarenmesse an, mit Lego Games eine neue Linie zu etablieren. Als Berater dazu war Reiner Knizia an Bord geholt worden. Bis Herbst 2012 kamen dann insgesamt 34, meist kleinere und einfache Spiele auf den Markt. In den meisten Fällen waren es Adaptionen bekannter Mechanismen, wie zum Beispiel Meteor Strike, das eine Abwandlung des Slotter-Prinzips, nur eben mit Bauklötzen war, oder Monster 4, eine Art 4 gewinnt mit Lego-Steinen.

Der außergewöhnliche Würfel

Wirklich innovativ waren bei mehreren Spielen ein spezieller Würfel, der sich verändern ließ (Bild links). So konnten die Bedingungen an Spielabläufe und -erfordernisse angepasst werden. Fast alle Lego-Spiele richteten sich an Kinder als Zielgruppe, der Fokus lag auch preislich auf Mitbringspiele – kleine Geschenke. Es gab jedoch auch einige größere Spiele wie Creationary, eine Art Activity mit Lego-Steinen, die sich an Familien richteten und natürlich spielten auch Lizenzen eine Rolle: das Harry-Potter-Spiel Harry Potter – Hogwarts, ein Spiel zu einem der Hobbit-Filme und Star Wars – The Battle of Hoth.

2011 lancierte Lego dann noch Spiele zu seinen Themenwelten Ninjago und Heroica, der große Erfolg sollte sich allerdings nicht einstellen. 2013 ließ Lego seine Spiele-Reihe auslaufen, 2014 waren auch die letzten aus dem Katalog gestrichen.

Schon 2003 gab es erste Versuche

Bereits 2003 hatte Lego übrigens einen Versuch mit Brettspielen unternommen, wenn auch von der Spielszene praktisch unbemerkt. Mount Everest Tempel und Maharadscha-Palast waren auf den ersten Blick normale Lego-Themenpackungen, bei denen mit den Noppenklötzen eine kleine Welt gebaut wird. Drin steckte allerdings das umfangreiche Material, um damit ein klassisches Brettspiel mit Ereignisfeldern zu spielen. 

Die Kerndaten und weitere Informationen zu allen 36 Lego-Spielen findest du in unserer Online-Datenbank.

Spielzeug des Jahrhunderts

Auch wenn Lego zuallerst mit dem vor genau 60 Jahren patentierten Noppenstein aus Kunststoff assoziiert wird – die Geburtsstunde von Lego schlug bereits im Jahr 1932 mit Holzspielzeug.

Der globale Siegeszzug von Lego begann freilich mit dem Bausteinsystem. Aus ihm heraus entwickelten sich im Laufe der Jahrzehnte mehr als zwei Dutzend Produktlinien. Kurz vor dem Jahrtausendwechsel wurde der Lego-Stein vom US Fortune Magazine und dem Britischen Verband des Spielzeugfachhandels zum „Spielzeug des Jahrhunderts“ gewählt. Diese phantastische Entwicklung hätte sich Tischlermeister Ole Kirk Christiansen wohl kaum träumen lassen, als er 1932 seinen Betrieb gründete. Heute gehören Lego-Produkte zu den beliebtesten und bekanntesten Markenspielzeugen der Welt.

Vier Epochen

Lego hat seine Erfolgsgeschichte durch verschiedene Phasen der Spielzeugentwicklung hindurch fortgeschrieben. Die erste Epoche stand ganz im Zeichen des Bauens und der Erfolgserlebnisse hierbei. In der zweiten Epoche wurden die Lego-Produkte beweglich und erhielten Räder, kleine Motoren und Getriebe. In der dritten Epoche betraten die Lego-Figuren und mit ihnen bestimmte Rollenspiele die Spielbühne. In einer vierten, aktuell andauernden Epoche gelang es Lego wie wenig anderen Spielzeugproduzenten, die "alte" Welt mit der digitalen Welt zu verbinden. Lego ist auch bei Computer- und Onlinespielen präsent, es gibt höchst erfolgreiche (und vergnügliche!) Lego-Filme und -Fernsehserien.

Die Saat wurde schon 1984, noch vor Beginn des digitalen Zeitalters, ausgebracht. In diesem Jahr vereinbarte die Lego eine weitsichtige Partnerschaft mit dem Media Lab des Massachussets Institute of Technology (MIT) in den USA. Die Forschung in den Bereichen Technologie und Lernmethodik eröffnete Lego die Möglichkeit, der Entwicklung stets einen Schritt voraus zu sein. Durch die Verschmelzung realer und virtueller Welten zu einem umfassenden Spieluniversum ergaben sich neue Perspektiven. Eines der ersten greifbaren Resultate dieser Zusammenarbeit war die 1986 eingeführte LEGO TECHNIC Computer Control. LEGO Produkte für den Unterricht profitierten von dieser Innovation, die das Sprungbrett für die nachfolgende Entwicklung computergesteuerter LEGO Roboter bildete.

Krise und Neubeginn

Dabei hatte der Familienkonzern nicht immer die glückliche Hand. Nicht alles an neuen Spielmöglichkeiten kam auch wirklich an. Die Konkurrenz schlief nicht und Patentstreitigkeiten zogen sich in die Länge und gingen ins Geld. Noch belastender war allerdings, dass der stets treue Fachhandel den Bausteinen reihenweise die Freundschaft kündigte, als Lego ihn mit neuen Vertriebskanälen konkurrenzierte. Lego – wenige Jahre zuvor noch undenktbar! – rutsche in die Verlustzone. Ein neues Management konnte mit harten Einschnitten und der Rückbesinnung auf seine Werte, zu denen auch eine enge Partnerschaft mit dem Spielzeugfachhandel das Ruder noch rechtzeitig herumreißen. 

Seit gut zehn Jahren steht der dänische Konzern wieder auf soliden Beinen. Dass zum umfangreichen Sortiment auch wieder einmal Spiele gehören, zeichnet sich derzeit nicht ab.

 

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