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Frühjahrsmesse: Experiment gelungen (upd.)

 MESSE.  Eine neue Publikumsmesse für Spiele hat am Wochenende Premiere gefeiert. Zur ersten „Spiel doch!“ kamen 11.381*) Besucher in die "Kraftzentrale" des Landschaftsparks Duisburg-Nord. Damit wurden die Erwartungen des Veranstalters w. nostheide verlag bei Weitem übertroffen.

 

 
 

Düster, aber gut fürs regionale Klientel: Die neue Spielemesse "Spiel doch!" in Duisburg, die am Wochenende Premiere hatte.

Bild: spielwiese.at

   

Ein junges Paar tritt an der Haltestelle Landschaftspark Nord aus der Straßenbahn und ist – sehr ratlos. Nur Schlote in der Ferne lassen erahnen, in welche Richtung es gehen soll. Und wenn man weiß, dass die Messe in einer ehemaligen Industriehalle stattfindet. Bis dorthin läuft man gut zehn Minuten – dabei ist die Straßenbahn-Haltestelle der am nächsten liegende „Öffi“-Anschlusspunkt.

Im 21. Jahrhundert eine Publikumsmesse im Niemandsland des öffentlichen Nahverkehrs zu veranstalten … Wie kommt man denn darauf?

Das Ruhrgebiet ist Kernzone des Spielens. Weltweit gibt es keine höhere Dichte an Spielern. Und auch die Leserdichte der „spielbox“ aus dem w. nostheide Verlag ist hier die höchste, sagt Barbara Nostheide. Ergo lag das Ruhrgebiet als Experimentierfeld der ersten Frühjahrs-Publikumsmesse auf der Hand. Und es war die einzige Halle, die zu diesem Zeitpunkt frei war, erklärt Nostheide spielwiese.at weiter.

günstiger eintrittspreis zeigt wirkung

Das Experiment ist gelungen. Über 70 Aussteller vom Kleinverlag bis zur Branchengröße sind auf den Zug aufgesprungen. Die drei Großen Ravensburger, Schmidt und Pegasus fehlten. Ihr Angebot hätte gut zum Publikum gepasst. In Duisburg waren nicht nur die „Freaks“, für die im Herbst die „Spiel“ im nahen Essen der Bauchnabel der Welt ist. Da der Landschaftspark Nord – eine ehemalige Thyssen-Hütte – ein beliebtes Ausflugsziel ist, schneiten nämlich auch neugierig gewordene Nicht-Spieler und Familien herein. Der moderate Eintrittspreis von 4 Euro zeigte Wirkung. Sie kauften auch. Diese Möglichkeit erwartet sich ein Messebesucher heute. Ausprobieren und durch den Einkauf „das Erlebnis konservieren“, drückt es Moritz Brunnhofer vom Verlag Hans im Glück in schönem Marketingdeutsch aus.

Vom Veranstalter versprochen waren vor allem Frühjahrsneuheiten, die erste Gelegenheit im Jahr, sozusagen. Dass wäre es beileibe nicht nur. Es wurden stapelweise auch Ladenhüter verramscht. Macht aber nichts, denn es ging fast ausschließlich um Spiele, nicht um Bastelware, Ostereier oder anderer branchenfremden Schnickschnack.

Die Halle selbst: gefühlte 300 Meter lang und sehr dunkel. Zu dunkel. Von wegen „Kraftzentrale“. Die Düsternis zog eher Energie ab. Sie wäre ideal für Dungeon-Spiele. Die gab es aber nur unter ferner liefen. Wie schon erwähnt, das Angebot war durchwegs familiengerecht. Und nächstes Jahr hat die Halle eine neue Beleuchtung, sagt Barbara Nostheide. Und wahrscheinlich werden die letzten 1000 der insgesamt 6000 m2 großen Fläche ebenfalls mit Ständen gefüllt.

Skepsis bewahrheitete sich nicht

Unterm Strich: Das Frühjahr verträgt eine solche Veranstaltung. Viele in der Branche waren ja sehr skeptisch. Extra aus der Ferne dafür nach Duisburg zu fahren, lohnt sich allerdings nicht. Für die Spielefans im Ruhrpott aber ist die „Spiel doch!“ eine preiswerte Alternative bzw. Ergänzung zu Essen. 

Urbane Ruhrgebieter schreckt auch die „Öffi-Katastrophe“ offensichtlich nicht, wie 10.700 Besucher beweisen. Sie kommen eben mit dem Auto. Die Stadt Duisburg muss sich allerdings die Frage stellen lassen, warum sie den Landschaftspark Nord als eine ihrer Attraktionen nicht mit Bussen anbindet. Straßen gäbe es ja. Das zur Ehrenrettung des Nostheide-Verlags …

 

*) Zuerst waren "rund 10.700" Besucher kommuniziert worden. Da das Ordnungsamt Dusiburg am Eingang ein Laserzählgerät installiert hat, kam abschließend die genaue, höhere Besucherzahl heraus.

 

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