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Herbstneuheiten 2017: Familiär und partymäßig (Upd.)

 MESSE. spielwiese.at-Herausgeber Arno Miller kuratiert heute*) die auffälligsten und vielversprechendsten neuen Familien- und Partyspiele, die auf der Messe Spiel bis Sonntag vorgestellt werden.

 

 
 

Schiebemechanismus beim neuen Haba-
Famiienspiel Iquazu: Dabei gibt der Drache jedesmal andere Schätze hinter dem Wasserfall frei.

Einfaches und kurzweiliges Sammelspiel:
Sushi Go Party! von Zoch.

Mit App gesteuert: Interaction eines kleinen österreichischen Herstellers.

Auch mit Stofftüchern lässt sich fummeln:
Bei Fold it muss bedruckter Stoff so gefaltet werden, dass nur noch die Bilder der Aufgabenkarten (o.) zu sehen sind.

Einfach schön mit exzellentem Material: Azul im Vertrieb von Pegasus.

Bilder: spielwiese.at

   

Die Schwarzseher verstummen nicht, die einem einreden wollen, dass es „die Familie“ nicht mehr gäbe, mehrere Spieleverlage aber glauben ihnen nicht, und das ist auch gut so. Das Angebot war schon einmal schlechter und geringer, was gemeinhin als klassisches Familienspiel bezeichnet wird.

Im Familienverbund

Schauen wir als Erstes zu einem Verlag, wo viele man diese Spielgattung aus Gewohnheit nicht vermuten. Haba. Haba hat erst vor zwei Jahren begonnen, nach langer, langer Pause wieder Familienspiele zu verlegen. Die Herbstneuheit Iquazu, ein Mehrheiten- und Sammelspiel, verdient schon durch seine Aufmachung Aufmerksamkeit. Der Name bezieht sich auf die bekannten riesigen, breiten Wasserfälle in Südamerika. Hinter ihnen verbergen sich Schätze und ein Drache drängt sozusagen immer einen Teil des Wassers zur Seite, um an sie zu gelangen. Gelöst hat das Haba mit einem überzeugenden Schiebemechanismus.

Apropos Ausstattung. Was Zoch als Sushi Go Party! für den deutschsprachigen Raum vorgestellt hat, wird gerade in anderen Ländern schon ziemlich gehypt, wobei die auswärtigen Fans neidisch auf die Zoch-Ausgabe schauen. Die hat nämlich als einzige ein Schachtel-Inlet, in dem sich die vielen unterschiedlichen Karten sehr praktisch sortieren lassen. Sushi Go Party! ist ein Sammelspiel. Das Party im Titel ist etwas irreführend: Kein Holladriö-Spiel, auch wenn bis zu acht Personen mit von der Partie sein können, sondern Party bezieht sich aufs Thema des Spiels, dem Zusammenstellen von Menüs.

Mit dem ausgezeichneten Splendor hat Marc André erstmals auf sich aufmerksam gemacht. Bei Hans im Glück ist jetzt von ihm Majesty erschienen. Liegt zwischen Familien- und Kennerspiel, unserer ersten Meinung nach eher beim anspruchsvollen Familienspiel. Es gilt ein Königreich auszubauen, jedoch nicht flächenmäßig, sondern mit Karten und ihren Protagonisten. Hat einen hoch interessanten Mechanismus, wie man zu Karten und anderen Dingen kommt.

Apropos Kennerspiele: Dazu bringt spielwiese.at in den nächsten Tagen einen eigenen Beitrag.

Pegasus tanzt auf vielen Hochzeiten und seit dem Spiel des Jahres 2017 Kingdomino fällt das den Hessen noch leichter. Zu Kingdomino ist die Weiterentwicklung Queendomino erschienen. Ein eigenständiges Spiel, das auch mit Kingdomino verzahnt werden kann. Absolut schön und auch schön zu spielen ist das ruhige Azul (in Kooperation mit Plan B bzw. Eggert). Das lässt Fans bunter Steine (angelehnt an die portugiesischen Azulejas = Fliesen) höher schlagen, die hier in Reihe gebracht werden, um Punkte zu ergattern. Zuvor heißt es aber aus der Auslage auswählen und mit dem verbleibenden Rest den Mitspielern möglichst keine Steilvorlage zu liefern.

Mit dem Herunterbrechen großer Brettspiele auf kleinere Ausgaben hatte Pegasus zuletzt schon mehrmals ein glückliches Händchen. Camel up – Cards oder Glück auf, als Beispiel. Jetzt ist das Kennerspiel 2014 dran. Istanbul – Das Würfelspiel ist deutlich einfacher, hat aber die Merkmale des großen Bruders behalten.

Wer noch immer glaubt, Memospiele sind nur was für Kinder, sollte sich an Memoarrr! messen. Da wird die Wo-lag-nochmal-die-gleiche-Karte-Unsicherheit zur gehörigen Herausforderung.

Goliath, vielen am besten bekannt für Funspiele für Kinder, überrascht mit Fold it. "Origami für Sterneköche", umschreibt es die PR-Agentur vollmundig. Nun, gefaltet werden müssen hier bedruckte Stofftücher, und zwar so, dass am Ende nur noch die Zutaten zu sehen sind, die eine Aufgabenkarte für ein Menü vorgibt. Wer des räumlichen Denkens mächtig ist, ist klar im Vorteil. Ist mal was anderes.

Während sich andere Verlage von ihren Experimenten mit der Verbindung von Apps und Brett wieder verabschieden, setzt der kleine Hersteller Rudy Games genau auf das. Interaction heißt das zweite Spiel der Oberösterreicher. Alles easy, alles fun, wird versprochen, wenn es gilt Wissens- und Bewegungsaufgaben zu meistern. Das Neue dabei ist, dass die App sich auf die jeweiligen Spieler einstellt und mit ihren Fähigkeiten mitlernt.

Hey, Partystimmung!

 

Spielszene mit dem herausragend gestalteten Material von When I Dream.

Auch spielwiese.at-Chef Arno Miller (l.) hat sich mit Kollegen bei Stoopido zum Affen gemacht.

Bei Bonk stürzen sich alle auf ihre Rampen, um die Kugeln ins gegnerische Tor rollen zu lassen. Damit keiner zu früh dran ist, wird als Startschuss vorher gemeinsam abgeklatscht.

 
   

Piatnik-Chef Dieter Strehl hält in Essen stolz die neueste Version eines Bestsellers vor der Brust. Tick … Tack … Bumm Family, meint er, werde sich mit Sicherheit öfter verkaufen als die meisten Spiele, die es auf der Messe in Essen zu sehen gibt. Da wird er wohl recht haben. Zum millionenfach verkauften Original kommen in dieser Ausgabe neue Wortfindungs- und zwei Geschicklichkeitsmodi hinzu.

Aber schauen wir mal, wie oft sich When I Dream von Repos verkaufen wird. Das Potenzial für einen Bestseller hat dieses ungewöhnliche Ratespiel auf jeden Fall. Es ist ehrlich gesagt, nicht mit ein paar Sätzen erklärbar, auch wenn der Mechanismus an sich einfach ist. Ein kurzer Versuch: In jeder Runde bekommt ein anderer Spieler eine Augenmaske und ist Träumer. Die anderen geben ihm Stichworte anhand aufgedeckter Karten. Aber nicht jeder meint es gut mit dem Träumer, versucht ihn in die falsche Richtung zu treiben. Wenn der Träumer dann am Ende von seinem Traum berichtet, gibt es je nach Übereinstimmungen Punkte. Was ’ne Frage! ist die Verdeutschung eines neuen witzigen Rate- und Übereinstimmungsspiel des Tschechen Vlaada Chvatil (u.a. Codenames, von dem es jetzt auch die Zweipersonenvariante Duett gibt). Nach dem Motto Es gibt keine dummen Fragen, nur ungewöhnliche oder schwierige Antworten, stehen die Spieler hier immer vor der Wahl, trifft der zum Tippgeber bestimmte Mitspieler mit Antwort A oder B das, was der Fragesteller meinte? Nicht immer einfach, aber fast immer originell.

Mit Bonk begeben wir uns endgültig in den Partykeller. Oder zum Einsatz in Jugendheimen, Berghütten, ähnlichen Örtlichkeiten oder in Freundeskreisen, sofern es nicht mehr als vier Freunde sind. Das Spiel ist von den gleichen Machern wie Klask. Also auch aus Holz und daher nicht gerade billig. Aber spaßig! Ziel ist es, in Zweierteams die Kugeln über eine Rampe ins gegnerische Tor rollen zu lassen. Gespielt wird immer gleichzeitig, und damit keiner einen Frühstart hinlegt, klatschen sich – geniale Idee! – alle zu Beginn ab.

Zu guter Letzt noch ein Spiel mit geradezu unterirdischem intellektuellen Anspruch. Schon der Name stimmt einen darauf ein: Stoopido von Ravensburger. Würfeln und als Erster auf die passende Karte am Tisch klatschen. Der Schnellste darf dann einem anderen Spieler eine dumme Nase, ein paar Ohren, eine gruselige Stirn oder Pappaugen mit Sehbeschränkung in die rote Plastikbrille hängen. Wer so als Erster vollständig zum Affen gemacht wurde, hat verloren. Wozu das Ganze? Man weiß es nicht, aber ist eine große sinnfreie Gaudi.

 

*) spielwiese.at berichtet direkt aus essen

Die Spiel '17 findet vom 26. bis 29. Oktober in Essen statt. spielwiese.at berichtet direkt von der weltweit größten Publikumsmesse für Gesellschaftsspiele. Da angesichts der Flut von 1200 angekündigten neuen Spielen reines Aufzählen wenig Sinn macht, spürt spielwiese.at deshalb möglichen Trends nach und fokussiert sich auf möglichst originelle Produkte für Otto Normalspieler.

 

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