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Spielwiese-Test 1334: Bumuntu

Dschungel-Schach

Wie bei Schach die Figur bestimmt, welche Zugmöglichkeiten bestehen, sind es hier die afrikanischen Tiere als Ausgangspunkt des jeweiligen Zuges. Das verwirrt anfangs, zumal Bumuntu in seinem Ethno-Setting verschiedene Strategien bietet, um zu gewinnen.

 

Nr. 1334: Bumuntu | Spielwiese-Code  |  | G | 10 |  |


2019: Pegasus

 Was ist's? 
  • Sammelspiel für 2 bis 5 Spieler ab 8 Jahre
  • Autor: Tim Blank
  • Grafik: Michael Parla
  • Spieldauer: 30-45 Minuten
  • Verlag: Pegasus
  • ca.-Preis: 35,– €

 Für wen?  

  • Spieler, die’s gerne ruhig haben.

 Was braucht's?  

  • Übersicht und immer ein, zwei Züge weiterdenken
 

 

 
  Hier ist das Spielbrett von Bumuntu schon ziemlich abgeräumt. Gegen Ende des Spiels wird es herausfordernd, noch sinnvolle Züge zu verwiirklichen.  Futterchips (rechts) sind nötig, eine gute neue Startposition für einen Zug zu bekommen.

Bilder: Pegasus, spielwiese.at

   

 Die gute Nachricht  

Tolles Spielmaterial!

 Die schlechte Nachricht  

Die unterschiedlichen Zugmöglichkeiten sind eine klare Einstiegshürde


 Rein ins Spiel!  

Wir befinden uns im afrikanischen Dschungel bzw. in der Steppe. „Handelnde Personen“ des Spiels sind afrikanische Wildtiere. Darüber lassen schon die Schachtelgrafik und erst recht das Spielmaterial keinen Zweifel. Beide sind vortrefflich und auf „Ethnologie“ gebürstet. Von den zehn Tierarten gibt es jeweils acht Steine, für jede Partie wird aber nur mit acht Tierarten gespielt. Das bringt Abwechslung, denn die Tiere haben unterschiedliche Zugfähigkeiten. Für das Spiel werden die Steine der acht gewählten Tierarten zufällig auf dem Spielbrett in einem 8x8-Raster platziert.

Für jede Tierart gibt es eine Art Schrifttafel mit dem Namen des Tiers. Diese werden, ebenfalls zufällig, auf das zweite Tableau untereinander gelegt. Was hier Gunst heißt, ist ein Ranking für die Wertung am Schluss. Bei Bumuntu geht es darum, Tiere zu sammeln und damit möglichst viele Punkte zu erzielen. Wie viele Punkte ein Tier bringt, bestimmt eben die Rangfolge der besagten Gunst-Tabelle.

Vorweg: Bumuntu ist ein sehr ruhiges Spiel. Es gibt keine Zweikämpfe oder sonstige Interaktion mit den Mitspielern. Jeder ist auf seine taktische Vorgehensweise konzentriert. Das kann zu gewissen Längen führen, wenn ein Spieler seine aktuellen Möglichkeiten über Gebühr auslotet. Denn zu tun ist Folgendes:

  • Man bewegt seine Figur von einem Tier auf ein anderes Tier oder auch auf ein (bereits) leeres Feld.
  • Das Tier, von dem aus die Figur gezogen wird, nimmt man in Besitz = legt es hinter seinen Sichtschirm.

Im Unterschied zu vielen anderen Spielen, erhält man also nicht den Stein, auf den man zieht, sondern umgekehrt, den Stein, von dem man weggezogen ist. Wohin gezogen werden kann, das bestimmt das Tier auf dem man steht. Startet man von einem Elefanten aus, darf man genau zwei Felder weit in eine (!) Richtung ziehen. Von einem Zebra aus können es bis zu sieben Felder sein, aber nur waagrecht oder senkrecht. Für den Schimpansen gilt das gleiche, aber nur diagonal. Das wäre, um es in die Mechanik des Schachs zu übertragen, der Läufer, und das Nashorn wiederum wäre der Turm. Für einige Tiere gilt die Regel, dass die Richtung frei gewählt und auch abgebogen werden darf. Und beim Start von einigen Tieren aus, etwa des Löwen oder der Schwarzen Mamba, dürfen auch am Zielfeld bzw. benachbart dort andere Tiere versetzt werden. Als Notnagel dient immer, seine Figur um nur ein Feld zu versetzen (gegen Ende, wenn sich das Spielbrett leert, bleibt einem oft auch keine andere Wahl).

Das ist alles zu Beginn doch recht verwirrend. Die gut gemeinten Grafiken auf der Innenseite der Sichtschirme sind leider schlecht geeignet und lassen für Anfänger mehr Fragen offen als sie beantworten. Eine wirkliche Hilfe sind nur die zwei großen Schaubilder in der Anleitung.

Steine mit Besonderheiten

Hat man diese Einstiegshürde genommen und sich die Zugmöglichkeiten verinnerlicht, machen die verschiedenen zusätzlichen Symbole umso mehr Sinn. Von jedem Tier gibt es zwei Steine mit dunklem Hintergrund. Nimmt man einen davon, darf man auf der Gunst-Tabelle den Platz von zwei benachbarten Tieren tauschen. Nur so bringt man Tiere, auf die man spitzt, für die Wertung nach oben. Bei der Wertung gilt folgende Faustregel: Wer die meisten Tiere einer Art hat, bekommt den höheren Punktewert, wer am zweitmeisten hat, den niedrigeren. Nimmt man ein Tier mit einem kleinen Bananensymbol in der oberen Ecke, erhält man ein Futterplättchen. Mit Futterplättchen kann man am Beginn seines Zuges seine Spielfigur in eine andere, bessere Startposition bringen.

Um die anfängliche Verwirrung komplett zu machen: Von jeder Tierart gibt es je einen Stein mit den Symbolen Nkisi und Yowa. Sie symbolisieren in der Sprache der Bakongo Glück und den Kreislauf des Lebens. Wie auch immer: Wer sie sammelt, erhält am Ende zusätzliche Punkte, abhängig von der Anzahl der gesammelten Symbole. Unser Tipp: Vor allem die Nkisi-Masken zahlen sich aus und haben die eine oder andere Partie schon (deutlich) entschieden. Auch der sparsame Umgang mit seinen Futterplättchen ist ratsam, damit man gegen Ende auf dem zusehends verwaisten Spielbrett rasch in eine gute Position kommt.

Fazit

So locker und einfach, wie die Gestaltung vermuten lässt, ist Bumuntu nicht. Man sollte sich sehr genau überlegen, auf welches Tier man zusteuert, um im nächsten Zug eine sinnvolle Ausgangsposition zu haben. Wir haben deshalb sowohl die Altersempfehlung als auch die Spieldauer nach oben korrigiert. Dass verschiedene Gewinnstrategien möglich sind, ist ein Qualitätsmerkmal des unaufgeregten Zieh- und Sammelspiels.

 

 Nochmals spielen?  

Ist die Einstiegshürden genommen, ja.

 Rund ums Spiel  
  • Spielanleitung zum Herunterladen
  • Wenn in der Anleitung die Rede davon ist, dass das Spiel auf der Bakongo-Kultur basiert, einer Volksgruppe in Angola und der Demokratischen Republik Kongo im Westen Afrikas, so ist die geografische Zuordnung schlicht falsch. Beide Staaten liegen in Zentral- bzw. südwestlichen Afrika.

Das Rezensionsexemplar wurde von Pegasus zur Verfügung gestellt

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