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Alex Randolph wäre 100

AUTOR.  Diesen Mittwoch hätte Alexander, meist kurz: Alex Randolph seinen 100. Geburtstag gefeiert. Der 2014 Verstorbene hinterließ nicht nur eine lange Reihe, heute bereits klassischer Spiele. Er hat wie kein anderer den Beruf des Spieleautoren etabliert und damit die gesamte Branche beeinflusst. 

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Tempo, kleine Schnecke!Inkognito, TwixtHol's der GeierRüsselbande oder – zusammen mit Michel Matschoss – Sagaland, um nur einige zu nennen, sind erfolgreiche Spiele ganz unterschiedlicher Genres. Alex Randolph war nicht nur ungemein fleißig, er war auch ungemein vielseitig.

Wobei sich als Konstante im Großteil seiner Spiele eine bestimmte Leichtigkeit zieht. Spielen sollte Spaß machen, überraschen und immer ein Hintertürchen offen lassen, war seine Devise. Dazu konnte er das Wie und Warum wie kein anderer erklären und anhand seiner Spielideen auf Parallelen zum echten Leben verweisen. Als 2012, acht Jahre nach Randolphs Tod, ein Buch über ihn erschien (siehe Link unten), erinnerte sich spielwiese.at-Herausgeber Arno Miller an die vielen Gespräche mit ihm: „Ich plauderte, bestenfalls fachsimpelte ich. Er aber philosophierte.“


„Der Spiegel“ nannte ihn in seinem Nachruf den „Grandseigneur der Spielekultur“: „Er war lange Zeit der wohl erfolgreichste Vertreter eines Berufs, den er praktisch selbst erfunden hatte: Spieleautor.“ Er konnte aufgrund seines Erfolges als Erster durchsetzen, dass sein Name als Urheber des Spiels auf der Schachtel stand. Somit als Vorbild sowie Anfang der 1990er als einer der drei „Väter“*) der Spieleautorenzunft SAZ, einer Art Gewerkschaft, bereitete er den Boden für die – auch monetäre – Anerkennung einer wachsenden Schar an Spieleautoren. Nach ihm ist der 2005 bis 2015 von der SAZ verliehene Medienpreis „Alex“ benannt.

Auch wenn Alex Randolph sonst ein großer Schelm war, mit dem man tiefgründig lachen konnte: Beim Thema Autorenrechte und -vergütung blieb er sehr ernst. Das war vermutlich auch seiner Herkunft bzw. seiner Erziehung geschuldet: Leistung hatte sich auszuzahlen. 1922 in Böhmen als Sohn eines Russen und einer Amerikanerin geboren, früh in Venedig aufgewachsen und ab dem Alter von 10 Jahre auf ein Internat in der französischen Schweiz geschickt, mit 16 Übersiedlung in die USA, deren Geheimdienst er im Zweiten Weltkrieg diente … Doch der kosmopolitischen Anwandlungen nicht genug: Ab 1961 lebte er einige Zeit in Wien, ersann dort im legendären Boheme-Treffpunkt Hawelka Twixt und finanzierte sich mit diesem ersten Bestseller seine Studienreise nach Japan, die sieben Jahre lang andauern sollte. Zur „Ruhe“ kam er dann Mitte der 1970er in seiner Wahlheimat Venedig, wo er auch 2004 wenige Tage vor seinem 82. Geburtstag verstarb.

Ach ja: 1995 gründete er gleich zwei Verlage: Gemeinsam mit Tom Kremer, Phil E. Orbanes und Mike Meyers den US-amerikanischen Spieleverlag Winning Moves und mit Leo Colovini und Dario de Toffoli den italienischen Verlag Venice Connection.

 

*) Hajo Bücken †, Wolfgang Kramer und Alex Randolph hatten am Rand eines Spielefests in Graz bei einem Bier beschlossen, die Gründung einer Spieleautoren-Vereinigung voranzutreiben. Für diese Idee konnten sie dann als zusätzliche Gründungsmitglieder Erwin Glonnegger, Dirk Hanneforth, Max J. Kobbert, Wolfgang Riedesser, Johann(es) Rüttinger, Klaus Teuber, Detlef Wendt, Karin Wittig und Knut-Michael Wolf gewinnen.

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Randolph-Spiele im Spielwiese-Test:

Inkognito, Hol's der GeierWorm up!/WürmelnGute FreundeCiao, ciao …Die DreiXe Queo! /Der isses!BisonJetzt fahrn wir übern See …ZauberlesenRüsselbandeTief im Riff.

Verschiedene weiterführende Beiträge zu Alex Randolph

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