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Spielwiese-Test 1045: Vivalpina

Flora und Fauna spielen die Hauptrolle

Bei Vivalpina dreht sich alles um den Lebensraum Alpen. Ein lehrreiches Spiel mit kooperativem Anstrich. 
 

 Sehnsucht der Bersteiger, Wanderer und Skifahrer. Wer kann sich schon der Faszination der Berge entziehen? Selbst deklarierten Unsportlern gefällt es, über Passstraßen zu fahren und einzigarige Panoramen zu genießen. Wie aber können Steinbock, Adler, Murmeltier, Edelweiß, Alpenrose und Enzian in der rauen Bergwelt überleben? Die Antworten dazu gibt das in Zusammenarbeit mit dem WWF entwickelte Spiel Vivalpina aus der Schweiz.

Wobei es eigentlich egal ist, dass das Spiel in der Schweiz handelt. Man merkt es ohnehin nur daran, dass die Karten dreisprachig bedruckt sind. Denn fast alle Pflanzen und Tiere gibt es auch in den österreichischen, in den deutschen und italienischen Alpen. 

Was man nebenbei erfährt

Vivalpina ist ein klassisches Familienspiel. Es ist ein Legespiel. Gelegt werden Karten. Die einen zeigen Lebensräume, das sind Gebirge, Wald, Gewässer und Dorfrand. Die anderen Karten zeigen Tiere und Pflanzen. Diese Artenkarten müssen im inneren Bereich des großen Spielplans so gelegt werden, dass die Lebensräume passen. Dafür geben die Karten mit den Lebensräumen ein Koordinatensystem vor, weil sie rund um den Spielplan gelegt werden. Die Herbstzeitlose zum Beispiel kann nur auf ein Feld gelegt werden, das entweder senkrecht oder waagrecht am Spielfeldrand durch eine Lebensraum-Karte Dorfrand definiert ist. Das verlangt das Lebensraum-Symbol auf der Karte. Wir erfahren also nebenbei: Herbstzeitlosen kommen auf der Wiese vor. Außerdem sind sie giftig, was ein kleiner Giftpilz auf der Karte symbolisiert. Spieltechnisch heißt das: Wer diese Karte ausspielt und legt, zwingt den nächsten Spieler zum einmal Aussetzen.

Zwei weitere kleine Symbole bringen Salz in die Suppe. Das Zeichen für eine gefährdete Art – beim Ausspielen darf man zu Belohnung eine seiner Handkarten einem anderen Spieler geben. Und die Kralle für Raubtiere besagt, dass man einem Mitspieler einen Jeton stibitzen darf. Diese Jetons mit einem Edelweiß darauf sammelt man, ihre Anzahl definieren Spielende und Sieg. Was aber nicht gar so wichtig ist. Doch davon später.

Fünf verschiedene Kartensorten

Zuerst noch ein anderes Beispiel. Der Braunbär – eine gefährdete Art, wie wir spätestens seit dem Abschuss von "Bruno" wissen – braucht die Lebensräume Wald, Gebirge und Wasser. Solche Kombinationen sind mit fortlaufendem Spiel schon schwieriger zu legen. Karten, die einem nicht passen, dürfen auf einem Stapel zur Seite gelegt werden. Man zieht dafür eine neue nach, darf dann aber in dieser Runde nichts mehr tun. Insgesamt kommen in Vivalpina 70 Artenkarten vor. Sie zeigen Pflanzen, Insekten, Fische, Amphibien, Reptilien, Vögel und Säugetiere. Alle sind in einem eigenen "Arten-Lexikon" noch genauer beschrieben, das dem Spiel beiliegt.

Weitere Karten behandeln

  • Ereignisse, die für alle gelten und negativ sind, und anfangs unter den Nachziehstapel gemischt werden. Ein Beispiel: Bei Zersiedelung werden die Lebensraumkarten neben Karten Dorfrand entfernt. Damit gehen einerseits Legemöglichkeiten verloren, andererseits werden auch die schon gelegten Artenkarten entfernt, die nun keinen Lebensraum mehr haben. Auch so kann man eine Problematik spielerisch klar machen.

  • Maßnahmen-Karten können positiv oder negativ für den einzelnen Spieler sein. Sie beschreiben kurz menschliche Initiativen, die die Natur schützen sollen. Der Effekt einer solchen Karte kann sein, dass Karten getauscht werden.

  • Und schließlich gibt es noch Auftragskarten. Jeder Spieler hat am Beginn eine davon erhalten. Wer einen Auftrag ausführt – oder auch wenn er sich durch die Mitspieler erledigt – erhält dafür Jetons.


Jetons, also Punkte erhält man auch immer dann, wenn man seine Handkarten losgeworden ist.

Wer am Ende nun die meisten Punkte gesammelt hat, mag für den einen oder anderen wichtig sein. Vivalpina überspielt diesen Ehrgeiz allerdings damit, dass das Thema in den Vordergrund rückt und sich die Spieler "ganz nebenbei" mit Natur, Artenvielfalt, Erhalt und Bedrohung von Lebensräumen beschäftigen. Der Zeigefinger ist dabei nur ein wenig – durch die Ereigniskarten – ausgestreckt. Vivalpina hat fast schon kooperativen Anstrich, am Spieltisch gemeinsam wenn schon nicht die Welt, so wenigstens die Bergwelt zu retten. Flora und Fauna spielen auf jeden Fall die Hauptrolle.

Hilfe zum leichten Einstieg

Das Spiel ist nicht nur relativ einfach, sondern außerdem sehr attraktiv gestaltet. Die Fotos sind gut ausgewählt, und wenn sich damit der Spielplan füllt, hat das einen sehr hohen Reiz. Allerdings kann sich Vivalpina ein bisschen ziehen, weil Störfaktoren wie Ereigniskarten und von Mitspielern eine unberechenbare Komponente sind. Gerade fürs erste Mal macht eine Spielvariante, die in der Anleitung steht, Sinn: Man spielt ohne die zusätzlichen Symbole zu beachten oder lässt auch die Auftragskarten weg.


 

 Nr. 1045: Vivalpina

 

Spielwiese-Code |  | E | 10 |  |

2008: Carlit

 

  • Legespiel für 2 bis 5 Spieler ab 8 Jahre
  • Autor: Adrian Lüthi
  • Verlag: Carlit und WWF Schweiz
  • ca.-Preis: 47,90 CHF, umgerechnet rund 32,– €

   Themen: Natur, Umwelt, Alpen

      Preis-Leistungsverhältnis   
      Spielmaterial 
      Wiederspielreiz 
      Anspruch
      Glücksanteil

  • Zielgruppe: Familien, Naturfreunde
  • Spieldauer: 45 bis 75 Minuten
  • Schachtelinfo: ein bisschen sehr blumig geschrieben, ohne auf den Spielmechanismus einzugehen; aber dank des großen Fotos lässt sich erahnen worum es geht
  • Spielmaterial: ausgezeichnet, und es kann auch alles sinnvoll sortiert verstaut werden
  • Spielanleitung: beispielhaft
  • Anspruch: kein besonderer
  • Spielreiz: hoch
  • Glücksanteil: durchschnittlich

Rund ums Spiel

  • Es ist eine Zusammenarbeit zwischen Carlit (Schweizer Tochter von Ravensburger) und dem World Wildlife Fund Schweiz



 


 

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