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Spielwiese-Test 1097: Sequence

Fünf in einer Reihe

Vier gewinnt!,  pardon: Fünf gewinnt. Naja, überhaupt nicht. Und doch. Denn bei Sequence werden keine Chips oben reingeworfen, sondern Karten ausgespielt, deren "Doppelgänger" auf einem Spielbrett markiert werden. Und das möglichst in einer Reihe.

 

 

 

 

Das Farbdesign wurde vor Kurzem von graugrün auf rot umgestellt. Die Schlichtheit ist geblieben.

Bilder: Winning Moves/Die Spielwiese

 
 

Die Buben fungieren als Joker. Dabei kommt es darauf an, ob sie zur Seite blicken oder nicht. Beides erlaubt unt.

       

 Es handelt sich bei diesem aus den USA stammenden Spiel durchaus um einen modernen Klassiker. In verschiedenen Ausführungen geisterte das Spiel bereits durch mehrere Verlagsprogramme. Momentan ist Winning Moves der aktuelle Anbieter, oder genauer gesagt: der Importeur für die vom isländischen Verlag Nordic Games gehaltene Lizenz.

Man merkt's daran: Auch wenn die Spielkarten, die Markierchips und das Spielbrett selbst von sehr guter Qualität sind – zeitgemäßes Design hört sich nach isländischer Ansicht offenbar bei der Verpackung und vor allem bei der Spielanleitung auf. So was von altbacken! (Viel besser ist die jüngste Überarbeitung durch Winning Moves leider auch nicht ausgefallen).

Die Anmutung allein wäre es ja nicht einmal. Leider lässt das Regelpapier (als mehr kann man es nicht bezeichnen) die Frage offen, ob man die im Spiel enthaltenen vier Joker übehaupt braucht, wofür … oder auch nicht. Trotz dieses Ärgernisses – Sequence ist dennoch problemlos spielbar. Unser Tipp: Nehmen Sie die Joker aus dem Spiel. 

Denn als Joker fungieren ohnehin die Buben. Aber der Reihe nach.

Die Spielidee

Sie ist so simpel wie überzeugend. Auf der einen Seite haben wir ein doppeltes Rommé-Blatt. Auf der anderen Seite ein Spielbrett, auf dem alle Karten bis auf die Buben abgebildet sind. Wer nun eine Karte aus seiner Hand ausspielt, besetzt eine der beiden entsprechenden bzw. die noch freie Abbildung auf dem Spielbrett mit einem Chip seiner Farbe. Wem es als Erstem gelingt, auf diese Weise zwei Fünfer-Reihen waagrecht, senkrecht oder auch diagonal zu besetzen, hat gewonnen. Diese Reihen werden Sequenzen genannt, wovon das Spiel seinen Namen hat.

Wie gespielt wird

Abhängig von der Anzahl der Spieler starten alle mit gleich vielen Karten auf der Hand. Bei vier Spielern beispielsweise sechs Karten. Wie schon beschrieben, wird ausgespielt, besetzt und anschließend wieder eine Karte nachgezogen. Die vier Eckfelder des Spielplans zeigen keine Karte, sondern können als "wild card" miteinbezogen werden.

Wer einen Buben ausspielt, hat zwei Möglichkeiten, je nachdem ob der Bube nach vorne blickt und man beide Augen sieht, oder ob er zur Seite blickt, und deshalb das zweite Auge verborgen ist:

  • Zweiäugiger Bube: Er ist der wahre Joker, denn damit darf ein Markierchip an beliebiger Stelle gesetzt werden.
  • Einäugiger Bube: Das ist sozusagen der Böse, denn mit seiner Hilfe darf ein fremder Markierchip entfernt werden (außer aus einer bereits vollendeten Sequenz).

 

Chips in drei Farben erlauben das Spiel zu dritt bzw. mit drei Teams.  
   

Mit Hinweisen sparsam sein

Sequence eignet sich hervorragend als Zweipersonenspiel. Prickelnder ist es jedoch, wenn vier oder sechs Leute in zwei Teams spielen. Dadurch ergeben sich wesentlich mehr Perspektiven, rascher eine Sequenz zu bilden. Logisch: Weil insgesamt mehr Karten auf verschiedene Hände verteilt sind. So werden sich die Teammitglieder nach und nach ergänzen. Im Teamspiel müssen die Mitglieder der Teams natürlich abwechselnd nebeneinander sitzen. 

Die Angabe 2 bis 12 Spieler ist etwas irreführend. Sie suggeriert, dass Sequence beispielsweise auch von fünf oder sieben Spielern gespielt werden kann. Doch es gibt nur Spielmaterial (Markierchips) für drei. Gespielt wird entweder zu zweit oder in zwei Teams. Kommt ein dritter Spieler oder ein drittes Team dazu, dann genügt zum Sieg eine Sequenz.

Absprachen in der Teamvariante sind von der Grundregel her zwar nicht ausdrücklich verboten, man sollte dennoch darauf verzichten. Allein schon deshalb, um dem anderen Team keine Hinweise zu liefern. Auch wenn Sequence rein theoretisch von bis zu zwölf Personen gespielt werden kann, ist bei sechs Spielern eine spürbare Grenze des Vergnügens gezogen. Sonst dauert es einfach zu lange, bis der Einzelne wieder an die Reihe kommt. Zwischen zwei Spielzügen ist man nämlich zur Untätigkeit gezwungen.

Fazit

Natürlich spielt das Kartenglück eine große Rolle, egal wie viele Spieler beteiligt sind. Von einem Strategiespiel zu sprechen, wie es uns die Isländer weismachen wollen, kann deshalb natürlich keine Rede sein. Dennoch: Sequence ist zurecht ein moderner Klassiker, denn es vereinbart einfache Regeln mit Spannung und ausreichend eigenen Möglichkeiten. Es ist geradezu prädestiniert als Spiel für Alt und Jung.

 

alt

 Nr. 1097: Sequence

 

Spielwiese-Code      |     | E | 8 |

 2018: Goliath


2011: Winning Moves


2005: Winning Moves

  • Positionsspiel für 2 bis 12 Spieler ab 7 Jahre
  • Autor: Doug Reuter
  • Grafik: Zetor
  • Verlag: Winning Moves
  • ca.-Preis: 25,– €

   Themen: abstrakt

      Preis-Leistungsverhältnis   
    Spielmaterial 
      Wiederspielreiz 
      Anspruch
  
   Glücksanteil

  • Zielgruppe: Familien
  • Spieldauer: 30 bis 45 Minuten
  • Schachtelinfo: knapp
  • Spielmaterial: gut, aber ohne Pepp
  • Spielanleitung: altbacken
  • Anspruch: Taktik und Überblick
  • Spielreiz: generationenübergreifend hoch, zurecht ein moderner Klassiker
  • Glücksanteil: hoch

 -Service:

Spielanleitung zum Herunterladen
Video

Rund ums Spiel

  • Nach demselben Prinzip funktioniert auch Touché, bei dem die Karten auf dem Spielbrett anders verteilt sind und nicht nur Reihen, sondern auch bestimmte Figuren gebildet werden sollen
  • Das Spiel kam erstmals 1983 in den USA auf den Markt. Die Spielidee hat schon einige Jahre auf dem Buckel, und so gab es im Laufe der Jahre verschiedene Ausgaben von Sequence bei verschiedenen Verlagen
  • In den USA gibt es eine Reihe von themenbezogenen Ausgaben, beispielsweise mit Mathematik, Tieren, den US-Bundesstaaten oder auch biblischen Motiven



 



 

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