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Spielwiese-Test 206: Modern Art

Kunst-Tücke

Höchste Zeit, das mit dem Deutschen Spielepreis ausgezeichnete Modern Art von Reiner Knizia vorzustellen. Das übernahm für die Spielwiese 1993 Helmut Wresnik.

Aus Die Spielwiese 24 (1993)

 

 Wer Modern Art zum ersten Mal spielt, wird mit Sicherheit zunächst bei den 70 Kunstwerken, die im Laufe des Spiels versteigert werden, verweilen. Fünf Künstler sind mit ihren Werken dabei. Reihum werden diese nun versteigert, dazu später mehr. Der Auktionator (wechselt) erhält den erzielten Betrag bzw. bezahlt ihn an die Bank, wenn er das Bild selbst ersteigert. Sobald von einem Künstler das fünfte Bild angeboten wird, ist die Auktion augenblicklich beendet, ohne daß dieses Werk noch versteigert wird. Vielmehr wird nun der momentane Marktwert der Künstler ermittelt.

Jener Künstler, dessen fünftes Bild die Auktion beendete, besitzt einen vorläufigen Marktwert von 30.000, der zweiterfolgreichste einen Wert von 20.000, während dem dritten gerade noch 10.000 zugestanden werden. Die restlichen zwei – vielleicht ein Butterbrot? Anschließend verkaufen die Spieler ihre ersteigerten Werke an die Bank.

Nachdem jeder seine Kartenhand ergänzt hat, kommt es zur nächsten Versteigerungsrunde, die wieder endet, sobald fünf Bilder eines Künstlers ausgespielt sind. Erneut wird der aktuelle Wert eines jeden Künstlers ermittelt, doch der tatsächliche Marktwert ist die Summe aller bisherigen Werte. Wer jedoch in dieser Versteigerungsrunde nicht punkten konnte, dem nützen auch seine Erfolge aus vergangenen Runden wenig, denn wer nicht in ist, nach dem kräht kein Hahn! Nach vier Auktionsrunden endet schließlich das Spiel und der reichste Spieler gewinnt.

Das haut Sie nicht aus den Socken? Verständlich, denn das Wichtigste habe ich noch nicht erwähnt, nämlich das Versteigern. Modern Art bietet dafür nicht nur eine, sondern gleich vier verschiedene Varianten. Zunächst die klassische – jeder ruft ein Gebot, steigert solange er will, der Höchstbieter erhält den Zuschlag. Die zweite: einmal reihum. Der Spieler links vom Auktionator nennt einen Betrag. Der nächste erhöht oder steigt aus. Der Auktionator als letzter hat dann die Möglichkeit, den Preis zu akzeptieren oder noch eins draufzulegen. Hat er hierbei leichte Vorteile, wird’s bei „Preis ansagen“, der dritten Variante, umso schwieriger und gefährlicher für ihn: nachdem er einen Preis für das Bild bekanntgegeben hat, entscheiden die Spieler reihum, ob sie das Bild zu diesem Preis kaufen wollen. Findet sich kein Käufer, muß es der Auktionator selbst nehmen – eine mitunter bittere Pille. Vierte Variante: Jeder bietet verdeckt „in der Faust“.

Jetzt würde jeder Spieler die ihm angenehmste Auktionsmethode wählen. Dem schob der Autor einen Riegel vor. Auf jeder Karte findet sich ein Symbol, das angibt, wie dieses Bild zu versteigern ist. Mit Fortschreiten des Spiels wird das Versteigern dadurch immer mehr zu einer Gratwanderung.

Denn manche Karten tragen auch noch ein tückisches, fünftes Symbol. Es besagt, daß ein zweites Bild dieses Künstlers dazugelegt werden muß und beide gemeinsam nach der Anweisung der zweiten Karte versteigert werden müssen. Ist diese zweite Karte insgesamt die fünfte dieses Künstlers, endet die Runde sofort. Das hat schon manchen Sammler unsanft aus seinen Träumen vom großen Geld gerissen.

Durch das Fehlen einer optimalen Gewinnstrategie und der stets neuen Kartenverteilung besitzt Modern Art einen hohen Wiederholungsreiz.
 


  Spielwiese-Test 206: Modern Art


Die Angaben beziehen sich auf die Ausgabe von Hans im Glück

  • Autor: Reiner Knizia
  • Verlag: Hans im Glück, 1992
  • Art des Spiels: Versteigerungsspiel
  • Zielgruppe: Erwachsene
  • Spieleranzahl: 3 bis 5
  • Alter: ab 10 Jahre
  • Spieldauer: 30 bis 45 Minuten
  • Verpackung: Das Titelbild spaltet die Kunstwelt in zwei Lager – eben Modern Art!
  • Spielmaterial: Die schönen Bildkarten allein rechtfertigen fast schon den Kauf des Spiels. Das restliche Spielmaterial ist funktionell
  • Spielanleitung: Hervorragend, ein Musterbeispiel für alle Regelschreiber
  • Anspruch: Eine „glückliche Hand“ beim Steigern, etwas Einfühlungsvermögen und ein Schuß Taktik
  • Spielreiz: hoch
  • Glücksanteil: vorhanden, aber nicht störend
  • Ca.-Preis: öS 350,–/DM 55,–

 

 -Service:

 


Rund ums Spiel

  • 2009 legt Pegasus das Spiel neu auf
  • 2017 legt Oink Games das Spiel in einer sehr modernen Ausführung in einer kompakten Schachtel neu auf

Auszeichnungen

  • Auswahlliste 1993
  • Deutscher Spielepreis 1993

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