• 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9

Spielwiese-Test 1186: Life is Life

That’s life!

Es geht „um Ihr Leben“, versetzt uns der Schachteltext in Aufruhr. Zum Glück kann man wenig bis nichts dafür, wenn man in diesem Kartenspiel sein Leben aushaucht.

 

 Nr. 1186: Life is Life  Spielwiese-Code  |     |  E  |  8  |     | 


2016: NSV

 Was ist's? 

  • Kartenspiel für 3 bis 5 Spieler ab 8 Jahre
  • Autor: Lorenz Kutschke
  • Grafik: Oliver Freudenreich
  • Spieldauer: 30 Minuten
  • Verlag: NSV
  • ca.-Preis: 9,– €

 Für wen? 

  • Für Familien und Kartenspieler ohne sonderlichen Anspruch.

 Was braucht's? 

  • Viel Glück und am besten mitzählen, wer wie viele Karten einer bestimmten Sorte haben könnte.

 

 
 

Mit der ungewöhnlichen Farbgebung und Schachtelgestaltung fällt die NSV-Neuheit auf jeden Fall auf. Die verwendeten Mechanismen sind weniger originell. Trotzdem: Life is Life ist ein solides familientaugliches Kartenspiel.

Bild: NSV

   

 Die gute Nachricht 

Die Regeln sind einfach und das Spiel ist damit sehr gut geeignet, wenn Alt und Jung gemeinsam am Tisch sitzen.

 Die schlechte Nachricht 

Schnell wird klar, dass hier um ein Thema gerungen wurde, das mehr oder weniger dazu passt.


 

 Rein ins Spiel!  

Man stelle sich vor, auf den einen, den Zahlenkarten wären Karikaturen von Pamela Anderson und anderen vollbusigen Schönheiten, auf den anderen Karten säße David Hasselhoff, vom Rettungsturm aus den Badestrand beobachtend. Das hätte Baywatch-Witz und gewissen Charme.

Tatsächlich aber sind, unsentimental gesagt, diverse Tiere kurz vorm Ertrinken abgebildet. Und den Strand überwacht vom Hochsitz aus eine Möwe. Possierlich gezeichnet von Oliver Freudenreich. Er versteht ohne jeden Zweifel sein Handwerk, aber es sind halt nur Tierillustrationen, die nach dem ersten Einspielen von Life is Life auch nicht mehr beachtet werden, weil es um die Zahlenwerte geht.

Nein, streng genommen, geht es eigentlich um die Möwen-Karten. Lebenskarten genannt. Jeder Spieler startet mit fünf Leben, die nach und nach verloren gehen, bis am Ende nur noch ein Spieler Leben übrig hat und Sieger ist. That’s life …

Es gibt viele Otto Normalspieler, denen so etwas gefällt, denen der Nervenkitzel des „Überlebens“ ausreichend Spaß macht. Für Spieler, die doch ein wenig Tiefgang erwarten, ist Life is Life zu banal und anspruchslos. Denn der Zufall spielt die Hauptrolle. Von den zehn unterschiedlichen Tieren mit Zahlenwerten zwischen 3 und 9 bekommt jeder Spieler zehn auf die Hand, zehn weitere kommen als Auslage in die Tischmitte – als vier Reihen mit einer, zwei, drei und vier Karten. Am Zug, hat man lediglich die Möglichkeit, gleich viele Karten aus seiner Hand gegen eine der Reihen auszutauschen. So sammelt man möglichst gleiche Tiere. Glaubt man oder weiß man, dass man von einer Tierart mehr als jeder andere Spieler auf der Hand hat, kann man das Ende der Runde einläuten. Man klopft und wartet ab, bis alle anderen noch einmal an der Reihe waren.

Dann wird zuerst Tierart für Tierart verglichen, wer eine Mehrheit hat. Der Zahlenwert ist gleich Punktewert. Doch das ist nur ein Zählvehikel und grenzt an Beschäftigungstherapie, bis feststeht, dass der Spieler mit der höchsten Punktezahl kein Leben abgeben muss, wer am wenigsten Punkte hat, zwei Leben abgeben muss, alle anderen ein Leben. Nächste Runde.

Der Autor hat außerdem noch einen „sudden death“ eingebaut, also den sofortigen Abbruch einer Runde. Dazu muss ein Spieler alle vier Katzen oder alle fünf Hasen oder alle fünf Schweine vorlegen. Dann verlieren alle Mitspieler ein Leben. Die Wahrscheinlichkeit schwindet mit sinkender Anzahl an Spielern, die noch beteiligt sind. Aber ein Zufall ist ja immer möglich.

Life is Life funktioniert ohne Probleme. Spiele mit ähnlichen Mechanismen sind vorhanden. Somit dürfte mangels Originalität Life is Life der Kultstatus wie Hasselhoffs TV-Serie Baywatch ziemlich sicher verwehrt bleiben.

 

 Nochmals spielen? 

Als Otto Normalspieler eigentlich schon. Ist möglichst große eigene Einflussnahme Kriterium für ein Spiel, dann nein.

 Rund ums Spiel 

Das Rezensionsexemplar wurde von NSV zur Verfügung gestellt

 

Drucken E-Mail

Selbstverständlich erfüllt diese Website die Pflicht zum Hinweis auf den Einsatz von Cookies. Durch Cookies können Internetseiten nutzerfreundlicher, effektiv und sicherer gemacht werden. Durch die Nutzung dieser Website erklärst du dich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. .