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Spielwiese-Test 1319: Dackel drauf!

Risiko oder Nummer sicher?

Was war jetzt wirklich in der Schachtel: Drei oder doch nur Pferde? Bei Dackel drauf! müssen Spieler ihr gutes Gedächtnis unter Beweis stellen.

 

Nr. 1319: Dackel drauf! | Spielwiese-Code  |  | E | 8 |  |


2018: Ravensburger

 Was ist's? 
  • Merkspiel für 2 bis 5 Spieler ab 8 Jahre
  • Autor: Carlo A. Rossi
  • Grafik: Marek Blaha
  • Spieldauer: 20 Minuten
  • Verlag: Ravensburger
  • ca.-Preis: 13,– €

 Für wen?  

  • Merkprofis

 Was braucht's?  

  • Merkfähigkeit, ansonsten hilft nur noch Bauchgefühl
 

 

 
  Für jede Handkarte (unten), die ausgespielt wird (rechts), muss bei Dackel drauf! ein passender Würfel in der Schachtel vorhanden sein.

Bild: Ravensburger

   

 Die gute Nachricht  

Gut für gemischte Runden aus Erwachsenen und Kindern

 Die schlechte Nachricht  

Spielanleitung lässt Frage zu Sonderkarten leider offen


 Rein ins Spiel!  

Ein kleines Spiel in einer kleinen Schachtel, die dazu noch eine zentrale Rolle spielt. Denn in der Schachtel werden 15 Tierwürfel gewürfelt. Wie viele Dackel, Enten, Hasen, Kühe, Katzen, Mäuse, Pferde, Schafe und Schweine zu sehen sind, das sollte man sich merken. Denn nach einer von ihm bestimmten Zeit macht der aktive Spieler den Deckel drauf. Nun liegt es an den Spielern entsprechende Tierkarten auszulegen.

So einfach. Oder nicht?

Nein. Denn wer sich vertut, kommt dem Ziel, nämlich am Ende möglichst wenig Karten zu besitzen, keinen Deut näher. Schauen wir uns das im Detail an.

Von insgesamt 18 Tierkarten (jedes Tier kommt zwei Mal vor) nimmt jeder Spieler zehn auf die Hand und legt den Rest zur Seite. Dann wird, wie oben beschrieben, gewürfelt. Der Startspieler beginnt und legt seine erste Karte mit einem Tier aus, von dem er weiß, dass es auf einem der Würfel abgebildet ist. Der nächste Spieler folgt usw. Der Haken an der Sache ist, dass für jede einzelne Tierkarte auch ein einzelner Würfel vorhanden sein muss. Wenn also schon zwei Pferde ausgelegt sind und man sich nicht sicher ist, ob zwei oder mehr Pferde auf den Würfeln zu sehen sind, sollte man es lieber lassen und eine andere Tierkarte wählen. Oder passen.

Haben alle gepasst, wird es spannend.

Von der als ersten ausgelegten Tierkarte beginnend, werden die Würfel der Reihe nach auf die Karten zugeteilt. Gibt es, zum Beispiel, für eine Hasenkarte keinen Hasenwürfel mehr, bleibt diese Karte leer. Die Tierkarten sind farblich den Spielern zuzuordnen.

  • Wenn alle ausgespielten Karten eines Spielers einen Würfel haben, kommen diese Karten auf den Ablagestapel. Seine Hand ergänzt er wieder auf zehn, aber tendenziell startet er mit weniger Karten in die nächste Runde, denn mit jeder geglückten Runde werden es weniger.
  • Wem auch nur eine einzige Tierkarte ohne Würfel übrig bleibt, hat großes Pech. Er muss alle (!) seine ausgelegten Karten wieder auf die Hand nehmen. Als Trost erhält er allerdings eine Sonderkarte.

Davon gibt es drei verschiedene. Eine zum sofortigen Auslegen von zwei Tierkarten ist ebenso klar wie eine „Joker“-Karte, mit der eine der ausgelegten Tierkarten als „richtig“ bezeichnet werden kann, auch wenn kein Würfel drauf liegt. Das kann einen über die Runde retten.

Fragen offen

Für Interpretationen sorgt allerdings die dritte Sonderkarte, mit der eine Tierkarte verdeckt ausgelegt werden darf. Nur: Wird sie vor der Würfelzuteilung aufgedeckt oder nicht? Das lässt die Spielanleitung offen, es ist lediglich die Rede davon, dass eine verdeckt ausgespielte Karte die Mitspieler „verunsichert“. Das ergibt nur Sinn, wenn sie später aufgedeckt wird und folgende gleiche Tierkarten beeinflusst, weil ein passender Würfel zuerst auf die zunächst geheime Tierkarte gelegt würde. Andererseits, folgt man der Logik der beiden anderen Sonderkarten, die positiv für den Spieler sind, läge der Vorteil für ihn darin, eine seiner Tierkarten losgeworden zu sein (vorausgesetzt, alle seine übrigen Karten erhalten einen passenden Würfel). Fürs Spiel reizvoller ist die erste Variante.

Denn bei Dackel drauf! kommt man nach ein paar Karten unweigerlich in den Zwiespalt Risiko oder Nummer sicher zu wählen. Kann man sich wirklich auf sein Gedächtnis verlassen? In kurzer Zeit 15 Würfel zu erfassen und sich die Verteilung unter neun möglichen Tieren zu merken, ist durchaus herausfordernd. Warum man sich aber auch die Handkarten einprägen sollte, wie es die Spielanleitung mehrfach betont, bleibt ein Rätsel der Regelschreiber. Denn die Spieler müssen bei der Wahl ohnehin immer von den vorhandenen Handkarten ausgehen …

Fazit

Was bleibt als Fazit? Durch den Memory-Effekt bei Dackel drauf! sind Kinder eindeutig im Vorteil. Als kleine Gehirnübung ist das Spiel aber auch für Erwachsene ein guter Start in einen Spieleabend, durch den es allein jedoch nicht tragen würde. Jedenfalls: Je mehr Spieler daran teilnehmen, umso interessanter und besser.

 

 

 Nochmals spielen?  

Als Appetizer für einen Spieleabend ja. Es sollten aber die oben beschriebene Regelfrage geklärt sein und unbedingt alle Freude an Merkspielen haben.

 Rund ums Spiel  

Das Rezensionsexemplar wurde von Ravensburger zur Verfügung gestellt

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