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Spielwiese-Test 1326: Das Maß aller Dinge

Verblüffende Ergebnisse

Das Maß aller Dinge setzt auch unter den Schätzspielen einen neuen Maßstab.

 

Nr. 1326: Das Maß aller Dinge | Spielwiese-Code  |  | E | 14 |  |


2018: Game Factory

 Was ist's? 
  • Schätzspiel für 2 bis 6 Spieler ab 14 Jahre
  • Autor: Christoph Puhl, Arno Steinwender
  • Grafik: Game Factory
  • Spieldauer: 20 bis 40 Minuten
  • Verlag: Game Factory
  • ca.-Preis: 23,– €

 Für wen?  

  • Gesellige Ratefüchse

 Was braucht's?  

  • Allgemeinbildung und ein Gespür für unnützes Wissen
 

 

 
  Einfach und einfach genial: Das Zusammenspiel von Antwortkarte und Skala zeigt, ob man mit seiner Schätzleiste buchstäblich richtig liegt oder nicht. 

Bild: Game Factory

   

 Die gute Nachricht  

Eine geniale Bereicherung im Angebot der Schätz- und Ratespiele

 Die schlechte Nachricht  

Es gibt keine


 Rein ins Spiel!  

Wir erinnern uns. Die Lust an Trivial Pursuit verflog eines Tages, weil im Bekanntenkreis immer einer war, der einfach alles wusste und wir anderen keine Chancen hatten. Das ist das Hauptproblem bei reinen Wissensspielen. Schätz- und Ratespiele sind da anders. Natürlich hilft eine breite Allgemeinbildung, aber die Chancen sind „gerechter" verteilt, wenn es um Fragen geht, auf die eigentlich keiner die Antwort wissen kann. (Leute mit irgendeiner -ologe-Endung in ihrer Berufsbezeichnung lassen wir am besten gar nicht mitspielen).

Willkommen also in der weiten Welt des unnützen Wissens! Zwei schöne Beispiele dazu aus Das Maß aller Dinge:

  • „Es gibt ein 3D-Puzzle vom höchsten Gebäude der Welt. Wie viele dieser Puzzle-Modell musste man übereinander stapeln, um die Höhe des Originals zu übertreffen?“ 250, 500 oder gar 1000?
  • „Die Waschmaschine wurde seit ihrer Erfindung im 17. Jahrhundert ständig verbessert. Wie viele Patente in Bezug auf die Waschmaschine hat das US Patentamt allein zwischen 1790 und 1975 registriert?“

Schätzen Sie einfach!

Im Spiel wird nach einem ebenso einfachen wie genialen System geschätzt. Jeder Spieler hat drei unterschiedlich lange Schätzleisten. Eine davon legen die Spieler auf das „Maß aller Dinge" in der Mitte des Tisches. Und zwar in jenem Bereich einer Skala "von bis", von dem sie annehmen (eventuell sogar wissen), hierin ist die richtige Antwort. Alle Fragen/Antworten basieren bei Das Maß aller Dinge auf Zahlen. Die Skala des Maß aller Dinge selbst hat keine Zahlen, sehr wohl aber gibt ist auf jeder einzelnen Fragekarte eine bestimmte Bandbreite an Zahlen angegeben. Bei der Waschmaschinen-Frage z.B. umfasst sie 0 (wäre ganz links auf dem Maß aller Dinge) bis 20.000 (ganz rechts auf dem Maß aller Dinge). Anders bei der Frage nach dem Puzzle-Modell, dort ist die Bandbreite mit 0 bis 1.000 vorgegeben. So gibt es eine gewisse Orientierung für Dinge, die man nicht wissen kann.

Wie aber wird, bei so unterschiedlichen Bandbreiten, überprüft, wer mit seiner Schätzleiste richtig und wer falsch liegt? Verblüffend einfach! Auf der Rückseite der Karten steht nicht nur die richtige Antwort mit ein paar zusätzlichen Informationen als Zahl, auf der Rückseite befindet sich auch ein Ausschnitt einer Bilderleiste, die entlang des Maß aller Dinge läuft. Legt man die Antwortseite nun so an, dass sich die Bilder genau überlappen, ist durch einen Pfeil auf der Karte auf Skala des Maß aller Dinge der Zahlenwert exakt bestimmt (siehe Foto rechts oben).

Deckt sich die Schätzleiste mit diesen Punkt, hat man gut geschätzt und wird belohnt. Hier haben sich die Autoren Arno Steinwender und Christoph Puhl Anspornendes gedacht. Weil eine lange Schätzleiste einen großen Bereich abdeckt, gibt es dafür weniger Punkte. Für die längste der drei Schätzleisten sammelt man bei erfolgreicher Schätzung zwei Punkte, bei der mittleren drei und bei der kurzen gleich fünf Punkte. Logisch: Hier ist das Risiko am höchsten, falsch zu liegen.

Wer solcherart als Erster 15 Punkte beisammen hat, ist Sieger bei Das Maß aller Dinge. Festgehalten werden die Punkte übrigens durch einen Schieber auf einem Maßstab (Zollstock) der eigenen Farbe. Das ist ein weiteres fein durchdachtes Teil des Spiels.

Fazit

Das Maß aller Dinge hat ein rundum überzeugendes Konzept. Es macht großen Spaß, zu raten und zu schätzen. Es swerden die unterschiedlichsten Themenbereiche angeschnitten und dadurch ergeben sich im Regelfall keine Vor- oder Nachteile unter den Spielern ergeben. Vielen der Antworten sind sehr verblüffend. Auch das trägt zur guten Stimmung am Tisch und zu kleinen Ich-hätte-nie-gedacht-Diskussionen bei. Wer gewinnt, gerät eher zur Nebensache.

Eine Testrunde hätte sich gewünscht, dass eine Sanduhr dabei ist, damit die Bedenkzeit begrenzt wird. Aber da kann man sich heutzutage ja auch mit dem Timer auf dem Handy behelfen. Ärgerlicher sind da schon die vielen Deppen-Abstände in den Texten der Fragekarten. Aus diesem konsequenten Verweigern ordentlicher Rechtschreibung ließe sich eine eigene Fragekarte ableiten: „Vor wie vielen Jahren veröffentlichte der Pädagoge und Historiker Hieronymus Freyer den 1. Band seiner ,Anweisung zur Teutschen Orthographie’, die auf dem Weg zu einer gemeinsamen und einheitlichen deutschen Rechtschreibung als bahnbrechend gilt?“ (Antwort: 1722, also vor rund 300 Jahren).

Achtung Spoiler!

Wenn gewünscht, wird dir hier wird verraten, ob du mit deinen Schätzungen zu den eingangs angeführten zwei Fragen richtig lagst. Um den Burj Khalifa als höchstes Gebäude der Welt zu übertreffen, wären 549 Modell des 1,46 hohen 3D-Puzzles notwendig. Und zwischen 1790 und 1975 wurden beim US-Patentamt 20.000 Patente zur Verbesserung von Waschmaschinen angemeldet. Verblüffend.

 

 

 Nochmals spielen?  

Sehr gerne.

 Rund ums Spiel  

Das Rezensionsexemplar wurde von Game Factory zur Verfügung gestellt

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