Spielwiese-Test 1387: Jubako

Veröffentlicht in Spielwiese-Tests

Japanische Jausenbox

Wer auf japanische Speisenzubereitung steht, schätzt die Vielfalt und Kombination der Zutaten. Hier geht es darum, dass bestimmte Zutaten die Oberhand haben.

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Nr. 1387: Jubako | Spielwiese-Code  |  | E | 8 |  |


2020: Ravensburger

 Was ist's? 
  • Setzspiel für 2 bis 4 Spieler ab 8 Jahre
  • Autor: Michael Kiesling, Wolfgang Kramer
  • Grafik: Francesca Pignataro
  • Spieldauer: 20-30 Minuten
  • Verlag: Ravensburger
  • ca.-Preis: 33,– €

 Für wen?  

  • Fans von Lege- und Dominospielen

 Was braucht's?  

  • Vorstellungskraft für die zweite und dritte Dimension

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  Farbenfroh geht es hier um japnaisches Essen. Ein Dominostein nach dem anderen wird so gelegt, dass nach dem Zug möglichst viele gleiche einer Zutat zu sehen sind.

Bild: Ravensburger

 Die gute Nachricht  

Grafisch hervorragende Unterscheidbarkeit der Zutaten

 Die schlechte Nachricht  

Haptisch nervt, dass die Dominosteine schlecht zu greifen sind


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 Rein ins Spiel!  

Nicht zu wissen, was ein Jubako ist, ist keine Schande. Womit man es thematisch bei diesem Spiel zu tun hat, erfährt man eigenartigerweise nur auf der Schachtelrückseite, nicht aber in der deutschen Spielanleitung: Jubakos, das sind hübsch verzierte Schächtelchen aus edlen Hölzern, in denen vor allem zu besonderen Anlässen wie Neujahr japanisches Essen serviert wird.

Japanisches Essen, dazu gehören Nori, Reis, Tomate, Oktopus, Gurke, Avocado, Omelett, Brokkoli, Fischeier, Kalamari, Eier und Lachs. Diese zwölf Zutaten sind bei Jubako im Spiel, und zwar in Form von dünnen Dominosteinen. Ziemlich dünnen und nicht gerade edlen Dominosteinen … Wenngleich die abstrahierten Illustrationen überzeugen und vor allem hervorragend zu unterscheiden sind. Das erleichtert das Zählen der Punkte. Denn Jubako ist ein Punkteoptimierungsspiel.

Jeder Spieler hat ein Tableau vor sich, das abstrahiert eine Holzbox darstellt. Es gibt zwei unterschiedlich bedruckte Seiten. Dort sind einmal acht bzw. vier Felder schon mit einer der Zutaten vorgedruckt. Wer an der Reihe ist, legt einen Dominostein. So wächst das Spiel in die Breite, aber auch in die Höhe, wobei beim Überdecken immer zumindest eine Zutat (ein Dominostein hat ja zwei „Bilder“) mit der direkt darunter befindlichen übereinstimmen muss. Gelingt es, damit zwei gleiche Zutaten zu überdecken, bringt das fünf Sonderpunkte. Ansonsten wird so gepunktet, und dabei ist wichtig: Die Zutaten, die abgerechnet werden, müssen auf dem Tableau nicht zusammenhängen: Man entscheidet sich für eine der beiden Zutaten, die man gerade gelegt hat, und alle, die jetzt von oben sichtbar sind, bringen einen Punkt.

Die Spieler müssen sich also immer buchstäblich vor Augen halten (und ausrechnen), von welcher Zutat wie viele nach dem Zug zu sehen sind oder ob anderes Legen vielleicht eine gute Ausgangslage für die nächste Runde und unterm Strich mehr Punkte bringt. Das bedingt vorausschauendes Handeln trotz Zufälligkeit, welche Dominosteine wann ins Spiel kommen. Dazu stehen dem Spieler pro drei Dominosteine zur Auswahl. Zwei gibt’s zum Spielbeginn, den dritten holt man sich jeweils, wenn man an der Reihe ist – entweder von verdeckten Stapeln oder aus der offenen Auslage von vier Dominosteinen in der Tischmitte. Man spielt ruhig und eigenbrötlerisch vor sich hin. Bei Jubako findet keine Interaktion statt. Der höchste Ausdruck eines „Zusammenspiels“ ist der Ärger, wenn einem ein Mitspieler einen begehrten Dominostein aus der offenen Auslage wegschnappt.

Jubako ist vom Erfolgsduo Michael Kiesling und Wolfgang Kramer. Sie haben uns mit vielen ausgezeichneten Spielen verwöhnt. Dieses hier ist gut, aber nicht herausragend.

Wir vergeben drei von sechs möglichen Wertungspunkten. Auf einen vierten haben wir bewusst verzichtet. Weniger, weil dem Spiel das i-Pünktchen fehlt, sondern die Spielausstattung die Erwartungen nicht erfüllt. Jubako sieht aufs Erste gut aus, schon die Schachtelgestaltung ist ein Hingucker, das schon. Doch das Spieltableau wirkt lieblos gemacht und was die Dominosteine angeht: Ihre Dicke – eigentlich Dünnheit – entpuppt sich beim Legen und Aufgreifen als Nachteil. Auch verrutschen sie ständig, wenn man in der imaginierten Jubakobox werkelt. Und wohl aus Kostengründen wurde auf Aufsteller verzichtet, wie man sie zum Beispiel von Rummikub kennt. Sie wären eine willkommene Hilfe gewesen. So aber nervt es, seine schlecht greifbaren Dominosteine immer wieder aufzudecken, die Möglichkeiten zu vergleichen und wieder mit dem Bild nach unten vor sich hinzulegen.

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 Nochmals spielen?  

Eventuell.

 Rund ums Spiel  

Das Rezensionsexemplar wurde von Ravensburger zur Verfügung gestellt

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