• 1
  • 2
  • 3
  • 4
  • 5
  • 6
  • 7
  • 8
  • 9

Spielwiese-Test 1391: Pharaon

Das Rad des Lebens

Eines Tages wird auch ein Pharao vor Anubis treten und Zeugnis über sein Leben ablegen müssen. Entlang dieser schön verbrämten Perspektive liefern sich die Spieler bei Pharaon einen recht knackigen Wettstreit, wer denn würdig sei als nächster Pharao.

.

Nr. 1391: Pharaon | Spielwiese-Code  |  | F | 12 |  |


2020: Frosted Games, Pegasus

 Was ist's? 
  • Sammelspiel für 1 bis 5 Spieler ab 12 Jahre
  • Autor: Henri Pym, Sylas
  • Grafik: Christine Alcouffe
  • Spieldauer: 45-75 Minuten
  • Verlag: Frosted Games, Pegasus
  • ca.-Preis: 40,– €

 Für wen?  

  • Es ist ein Kennerspiel mit relativ niedrigem Einstiegslevel

 Was braucht's?  

  • Umfassendes Vorausplanen

.

 
  Das Rad der Zeit dreht im Zentrum von fünf Götterbereichen, im Spiel Göttertafeln benannt. Dadurch ändern sich von Runde zu Runde die Zutrittsbedingungen zu den einzelnen Bereichen, in denen es unterschiedliche Vorteile zu erspielen sind. 

Bild: spielwiese.at

 Die gute Nachricht  

Idee, Thema, Material, Grafik … da passt so ziemlich alles sehr gut zusammen

 Die schlechte Nachricht  

Wenn schon, dann sind es die zum Teil recht zurückhaltenden Rezensionen im Internet


.

 Rein ins Spiel!  

Es liegt ziemlich viel Material auf dem Tisch. Bei der Ansage „Pharaon läuft über fünf Runden“ denkt man sich schon auch: Oh, Osiris!

Doch keine Angst. Aller Anfang ist zwar schwer, aber rasch erfasst man die Systematik der Züge als einheitlich und eigentlich gar nicht so neu. Auf den Punkt gebracht kann man Pharaon so beschreiben: Ressourcen in Siegpunkte umwandeln, die hier Götterpunkte heißen. Und wie immer: Ressourcen werden künstlich verknappt. Die Spieler müssen eben das Beste aus der Situation machen.

Die Situation wird durch das sogenannte Rad der Zeit bestimmt. Es wird in die Mitte der fünf Göttertafeln gelegt, die zu einem Kreis zusammengesetzt wurden. Das kann variabel geschehen. Sowohl das Rad der Zeit ist in fünf Abschnitte unterteilt, als auch der Götterbereich. Weil das Rad der Zeit nach jeder Runde einmal weitergedreht wird, kommt es mit jeder Runde zu anderen (absehbaren) Schnittstellen zwischenn den zwei elementaren Spielbereichen.

Jeder Abschnitt des Rads der Zeit hat drei bzw. vier Felder (hängt von der Anzahl der Spieler ab). Auf sie werden Ressourcen als Zugangskosten gelegt. Das erlaubt den Eintritt auf die direkt zugeordnete Göttertafel. Dort werden wiederum Ressourcen als Aktionskosten verlangt, um eine Aktion erfolgreich abzuschließen. Jetzt kommt die erste gute Sache bei Pharaon: Ressourcen, die als Zugangskosten eingesetzt wurden, zählen schon als Teil der Aktionskosten mit! Zu ihnen kommen wir gleich.

Die zweite gute Sache, mit der sich Pharaon bei ähnlichen Vorgaben dann doch unterscheidet, ist das Passen. Hier ist es nämlich von Vorteil, möglichst früh zu passen. Konkret hat es mit der am Tisch liegenden Pyramide des Lebens zu tun. Auf der Lebensleiste, das ist die unterste Reihe der Pyramide, haben alle Spieler zu Spielbeginn einen Marker ihrer Farbe auf das erste Feld Geburt gelegt. Wer als Erster passt, versetzt seinen Marker in die erste freie Reihe über der Lebensleiste und wird Startspieler der nächsten Runde. In der laufenden Runde wird der Spieler nicht einfach übersprungen, wie das sonst üblich ist. Er kann zwar keine Aktion mehr setzen, doch jedes Mal, wenn die Reihe wieder an ihm wäre, rückt er innerhalb der Pyramide vor und kassiert dabei Ressourcen oder Silber oder Opfergaben – auf jeden Fall nützliche Dinge. Wer als Zweiter, Dritter usw. passt, muss mit weniger vorlieb nehmen. Denn die Reihen sind kürzer, weil eine Pyramide nach oben hin nun mal immer spitzer zuläuft. Für den letzten Spieler, der passt und damit eine Runde abschließt, gelten noch besondere Regeln.

Nun nochmals zum eigentlichen Schauplatz zurück, dem Kreis der Göttertafeln. Sie stellen fünf Bereiche der altägyptischen Lebens- und Götterwelt dar: Göttergaben, Beamte, Geschenke des Nils, Handwerker und das Tal der Toten. Jeder dieser fünf Bereiche bietet spezielle Möglichkeiten fürs Punktesammeln. Mal braucht es unterschiedliche, mal braucht es gleiche Ressourcen um den Vorteil einer Göttertafel zu lurkieren. Mal erhält man dafür Karten, wie bei Handwerkern und Beamten, die zu weiteren Fähigkeiten oder am Ende zu Götterpunkten führen. Oder man baut im Tal der Toten die nächste Stufe seines Grabmals aus.

Die vielen verschiedenen Möglichkeiten verwirren anfangs und es ist schwer absehbar, welche Strategie erfolgsverprechender ist. Das gibt sich und ohne ein großes Geheimnis zu verraten: Die Mischung macht’s. Dabei muss immer ein Auge auf die Schlusswertung geworfen werden, bei der nach fünf Runden nicht weniger als sieben Bedingungen bzw. Umstände zu werten sind.

Fazit

Pharaon ist ein sehr direktes Spiel. Für die einzelnen Runden, für die einzelnen Aktionen gilt: You see what you get, you get what you see. Ressource ausspielen und „Ertrag“ ernten. Der Möglichkeiten dafür gibt es viele und immer wieder andere, doch das ist grafisch alles gut erkenntlich und gelöst. Kompliment.

Die Gunst der Götter ist durch mehrere Zufallsmechanismen ungleich verteilt, stimmt. Als Spieler hat man trotzdem nie das Gefühl, höheren Mächten ausgeliefert zu sein. Im Gegenteil. Entscheidend ist allemal, vorausblickend die Chancen abgewogen und gut gespielt zu haben.

Einige Spielekrtiker und Blogger bemängelten, dass in Pharaon keine Innovationen stecken. Dem können wir entgegen halten: Nicht jedes Spiel erfindet das Rad neu, doch von diesem Rad des Lebens (und seinem Drumherum) hier war der überwiegende Teil unserer Testspieler regelrecht begeistert.

.

 Nochmals spielen?  

Ja!

 Rund ums Spiel  

Das Rezensionsexemplar wurde von Pegasus zur Verfügung gestellt

Drucken E-Mail

Selbstverständlich erfüllt diese Website die Pflicht zum Hinweis auf den Einsatz von Cookies. Durch Cookies können Internetseiten nutzerfreundlicher, effektiv und sicherer gemacht werden. Durch die Nutzung dieser Website erklärst du dich damit einverstanden, dass sie Cookies verwendet. .