Spielwiese-Test 1411: Savannah Park

Veröffentlicht in Spielwiese-Tests

Autisten-Safari

Alle Spielenden haben einen kleinen Ausschnitt afrikanischer Savanne vor sich. Darauf liegen Plättchen mit Tieren in verschiedenen Kombinationen. Ziel ist es, sie anders zu arrangieren, wobei in jeder Runde ein Spieler vergibt, welches Tierplättchen an der Reihe ist. Der Rest ist, dass alle still vor sich hin tüfteln und legen.

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Nr. 1411: Savannah Park | Spielwiese-Code  |  | E | 8 |  |


2021: Deep Print

 Was ist's? 
  • Legespiel für 1 bis 4 Spieler ab 8 Jahre
  • Autor: Michael Kiesling, Wolfgang Kramer
  • Grafik: Annika Heller
  • Spieldauer: 30-45 Minuten
  • Verlag: Deep Print
  • ca.-Preis: 30,– €

 Für wen?  

 Was braucht's?  

  • Überblick und die Disziplin, einen bestimmten Weg (Sonderfelder, bestimmte Tiere) konsequent zu verfolgen

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  Die Tabeleaus der Spielenden (links oben und unten) sind mit den gleichen Tierplättchen untesrchiedlich befüllt. Die Tierplättchen sollen punktebringend versetzt und zu Herden zusammengeführt werden. Wie viele Punkte es gibt, entscheidet sich am Ende, wenn elf Wertungen nach unterschiedlichen Gesichtspunkten (Tafel oben rechts) abgehandelt werden.

Bild: Deep Print

 Die gute Nachricht  

Ein solides Spiel für die Zielgruppe, die durchaus ein wenig gefordert wird

 Die schlechte Nachricht  

Der Denksportanteil ist hoch und das führt bei Grüblern am Tisch zu Wartezeiten


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 Rein ins Spiel!  

Wollen wir den Kernsatz gleich am Anfang verraten? Okay, machen wir. Savannah Park, das ist so eine Art Take it easy!, nur nicht abstrakt, sondern mit Tieren und in Afrika.

Das bedeutet nicht, dass das Spiel deshalb keine Beachtung wert wäre. Auch das Spielgefühl, sehr autistisch vor sich hin zu werken, ist per se nicht zu verurteilen. Aber wissen sollte man es vorher, sollte man Spiele ohne große Interaktion, die auch noch weitgehend stumm ablaufen, nicht mögen.

Was uns, wenn man es so ausdrücken will, weit mehr störte in den Testläufen: Savannah Park ist verdammt nahe an einem Denkspiel. Viel mehr noch als der moderne Klassiker Take it easy! Denn dort kann man locker drauflos spielen, nimmt ein sechseckiges Plättchen nach dem anderen und platziert es auf sein anfangs leeres Spieltableau. Bei Savannah Park hingegen muss ich um die Ecke denken. Und zwar deshalb, weil alle Tierplättchen schon auf meinem Spielplan liegen, aber jedes davon im Laufe einer Partei versetzt werden muss. Und da ich die Tierarten nach Möglichkeit zusammenführen will, muss ich unterscheiden und einplanen, welches Tier noch versetzt werden wird und welches nicht. Da können Anfänger leicht durcheinander kommen.

Alle Spielenden haben genau die gleichen sechseckigen 33 Tierplättchen in ihrer Farbe. Antilope, Zebra, Nashorn, Elefant, Giraffe und Strauß kommen in unterschiedlichen Anzahlen und Kombinationen vor. Wie gesagt: Diese sind bei allen gleich. Die 33 Tierplättchen werden zufällig auf dem eigenen Spielbrett verteilt und der erste Spieler wählt ein beliebiges Tierplättchen, benennt es laut – zum Beispiel „1 Elefant an 1 Wasserstelle“ – und alle Spielenden versetzen nun genau dieses eigene Tierplättchen. Zur Kennzeichnung wird dieses umgedreht und zeigt nun eine andere Hintergrundfarbe. Am Ende gibt es eine Wertung, bei der unter anderem die Größe einer Herde gleicher Tiere wichtig ist. Besonders interessant an den insgesamt elf Wertungsmodi fanden wir die die ersten drei. Da werden nämlich manche Tiere, die man versetzt hat, Opfer von Buschbränden. Je nach Buschbrand-Symbol (davon gibt es sechs Felder auf jedem Spielplan) müssen angrenzende Tierplättchen mit einem, zwei oder drei Tieren darauf entfernt werden. Auf solche Felder sollte man am besten nicht legen. Was natürlich leichter gesagt als getan ist.

Manchmal, speziell gegen Ende einer Partie, hat man keine Wahl mehr und muss ein Tierplättchen an eine Stelle versetzen, die einem überahupt nicht passt. Steuern kann man das Ganze sowieso nur in jeden Runden, in denen man selbst ansagt, um welches Tierplättchen es nun geht.

Fazit

Savannah Park hat ein paar Elemente, die toll sind und durchaus ein Spielgefühl aufkommen lassen. Gleichzeitig aber lässt einen der Eindruck nicht los, hier eigentlich eine Logikaufgabe lösen zu müssen. Das Spielmaterial ist sehr gut, auch das zählt zu den Pluspunkten, wenngleich man bei der Illustration unterschiedlicher Meinung sein darf. Naive Malerei, mal etwas anderes in einem Familienspiel. Und das ist es: Ein gutes Familienspiel – keinesfalls mit Kenner-Anspruch.

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 Nochmals spielen?  

Ja, können wir uns wieder einmal vorstellen.

 Rund ums Spiel  
  • Spielanleitung zum Download
  • Die Autoren hatten es ursprünglich als Bauernhofspiel „Crazy Animals“ ersonnen. Das Thema war dem Verlag dann zu kindlich
  • Ein anderes Spiel der beiden hatte schon einmal ein solches Thema, spielte sich jedoch ganz anders: Okavango, 2018 bei Jumbo

Das Rezensionsexemplar wurde von Pegasus zur Verfügung gestellt

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