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Spielwiese-Test 781: Rumis

Beste Aussichten: Auch die Inkas wollen nach oben

Spieler schlüpfen in die Rolle von Inkas, um Gebäude zu errichten. Dabei soll ihre Spielfarbe zum Ausdruck kommen.
 

 

 Rumis, erfahren wir vom Verlag, ist ein indianisches Wort für Steine. Jeder Spieler hat den gleichen Satz unterschiedlicher Steine aus zusammengesetzten Würfeln, nur die Farben sind verschieden. Damit errichten die Spieler auf einem der vier Grundriss-Spielpläne gemeinsam Gebäude. Pro Zug darf ein Stein gesetzt werden. Die Farbe, von der am Ende die meisten Würfelflächen aus der Vogelperspektive zu sehen sind, hat gewonnen.

Mehr braucht man zu Rumis für den Spielbeginn gar nicht zu wissen. Die Regeln sind denkbar einfach.

Es gibt kein ablenkendes Themenszenario rundherum. Rumis ist ein abstraktes Spiel, auch wenn von bauenden Inkas die Rede ist. Das ist Pueblo im Grunde genommen auch – siehe Spielwiese 65. Doch beim Ravensburger-Spiel gibt es eine Geschichte als Zierde, mit einem Häuptling, der den Bau überbewacht. Dieser Häuptling tut nichts anderes, was die Spieler bei Rumis tun: Sie schauen von einer Seite das Ergebnis an und zählen Farbflächen, nämlich von oben – bei Pueblo zählen sie Farbflächen auch von der Seite aus.

Wer hat hier wem das Spiel abgeschaut, mag man sich fragen. Keiner. Es kommt immer wieder vor, dass spielbestimmende Elemente oder Mechanismenbei verschiedenen Spielen zeitgleich auf den Markt kommen. Noch häufiger passiert es, dass die Themen identisch sind. Diesen Herbst (2002) beispielsweise sind es Schafe und ist es die Urzeit. Dabei handelt es sich mehr oder weniger um Zufälle.

Auch wenn sich die Verwandtschaft nicht leugnen lässt, gibt es zwischen Pueblo und Rumis mehrere Unterschiede. Der größte ist: Bei Pueblo gibt es nur eine Form der Bausteine, bei Rumis sind es elf. Das lässt natürlich deutlich mehr Möglichkeiten zu. Dazu kommt, dass bei Rumis gleich vier Grundrisse zur Auswahl stehen, auf denen jeweils nur eine bestimmte Gebäudeform errichtet werden darf. Dass die eine leichter wäre als eine andere, kann nicht gesagt werden: Jede hat ihren eigenen Reiz und der hängt im Spielverlauf stark davon ab, in welcher Abfolge das Baumaterial eingesetzt wird. Für jede Variante gibt es eine von der Spieleranzahl abhängige Höhenbeschränkung. Sie zwingt dazu, die verschiedenen Steine auch bedacht und unterschiedlich einzusetzen – Steine, die übrig bleiben, zählen minus.

Nichts prinzipiell Neues unter der Sonne, aber gut arrangiert mit schönem Material und hohem Wiederholungsreiz. Wer allerdings überhaupt kein räumliches Vorstellungsvermögen hat, sitzt auf verlorenem Posten.



 Nr. 781: Rumis

 

Spielwiese-Code             |     | E | 8 |

2002: Murmel

  • Bauspiel für 2 bis 4 Spieler ab 8 Jahre
  • Autor: Stefan Kögl
  • Verlag: Murmel
  • Ca.-Preis: € 30,00

   Themen: Bauen

      Preis-Leistungsverhältnis   
      Spielmaterial 
      Wiederspielreiz 
      Anspruch
  
   Glücksanteil

  • Zielgruppe: Familien
  • Spieldauer: 15 und mehr Minuten, abhängig von Runden
  • Spielmaterial und Schachtel: Schönes Baumaterial aus Holz, der Rest ist einfach. Die Schachtel sagt nicht wirklich etwas aus.
  • Spielanleitung: Ein paar Details fehlen leider
  • Anspruch: räumliches Denken und beinharter Egoismus
  • Spielreiz: sehr hoch für alle, die mit Bauspielen und abstraktem Denken kein Problem haben
  • Glück: spielt keine Rolle

Auszeichnungen

  • Auswahlliste 2003
  • spiel gut

Rund ums Spiel

  • Im Herbst 2008 erscheint bei Sekkoia mit Blokus 3D eine überarbeitete Version des Spiels



 

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