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Spielwiese-Test 691: Nur Peanuts!

Mehr machen müssen als die anderen

Wo man mit dem eigenen Spielstein zu stehen kommt, entscheidet darüber, ob man Geld bekommt oder bezahlen muss. Nur für Zocker.

 

Nur Peanuts! ist dann die richtige Wahl, wenn eine fröhliche Runde an risikobereiten Zockern zusammenkommt.
 

 Es war einmal ein deutscher Banker. Der gemeint hat, die Verlust von vielen hundert Millionen der Baufirma Schneider wären "nur Peanuts" für sein Unternehmen. Das kam gar nicht gut an, weil mit der Pleite des Baukonzerns auch Tausende Arbeitsplätze futsch waren.

Wenig später kam dieses Spiel. Wer bei Nur Peanuts! erwartetet hatte, eine Aufarbeitung der Schneider-Affäre zu erleben, wurde enttäuscht. Nur Peanuts! ist ein reines Zockerspiel ohne irgendeine (Vor-)Geschichte. Und weil die Regeln zudem noch sehr einfach sind, kann sofort losgezockt werden.

Der Spielplan von Nur Peanuts! besteht aus einem Rondell mit 24 Feldern. Jedes dieser Felder besteht aus einem Start-, einem Zug- und einem Parkabschnitt und ist mit einem Wert von 100 bis 2400 Peanuts gekennzeichnet. Die entsprechenden Besitzmarken werden zu Beginn auf die Startabschnitte gelegt. Jeder Spieler erhält zwei Figuren seiner Farbe, von denen einer aber das ganze Spiel über vor ihm als Farbmarkierung stehenbleibt. Das wirkt anfangs etwas übertrieben, aber im Verlauf der ersten Runde ohne diese Markierung haben wir schnell ihren Sinn schätzen gelernt und die zweiten Pöppel wieder ausgepackt (wir dachten natürlich, sowas "kindisches" brauchen wir nicht).

An Startkapital werden an jeden Spieler 17 Hunderter, 8 Fünfhunderter und 4 Tausender ausgezahlt. Der Rest des Spielgeldes kommt in die Bank.

Startfelder werden in der Vorrunde bestimmt

Das wichtigste Element des Spieles sind die drei Würfel, zwei weiße mit den Werten 0 bis 5 und ein schwarzer mit zweimal den Werten 1 bis 3. Bevor nun das eigentliche Spiel startet, wird eine Vorrunde gespielt. Der Reihe nach kauft sich jeder eine Besitzmarke eines Feldes seiner Wahl. Die Besitzmarken kosten soviel, wie das Feld anzeigt, also zwischen 100 und 2400 Euro, äh Peanuts. Hat jeder eine gekauft, so erwirbt jeder noch ein zweites freies Feld und stellt seinen Pöppel auf den dazu gehörenden Startabschnitt. Je nach Spieleranzahl werden noch bis zu drei neutrale Steine auf die niedrigsten Felder gestellt, die noch nicht verkauft sind.

Und nun kann das Spiel beginnen. Natürlich geht es bei Nur Peanuts! darum, möglichst viel Geld zu sammeln. Aber das ist nicht das alleinige Spielziel, denn wer zuerst die Besitzmarken von 6 Feldern gekauft hat, gewinnt auch ohne viel Geld zu haben (schließlich musste er ja sein Geld für diese Marken ausgeben).

Der Startspieler entscheidet nun, ob er mit dem schwarzen, einem weißen oder zwei weißen Würfeln würfelt. Dann zieht er so viel Felder im Uhrzeigersinn auf dem Rondell, wie er gewürfelt hat. Will er auf dem erreichten Spielfeld stehenbleiben, so stellt er seine Figur auf den Parkabschnitt dieses Feldes. Da es aber darum geht, ein möglichst hohes Feld zu besetzen, wird er sich oftmals dafür entscheiden, weiterzuziehen. Das kostet ihn den Wert des Feldes, das er dazu verlässt. Hat ein Spieler die Besitzmarke dieses Feldes, so bekommt dieser das Geld vom ziehenden Spieler. Gehört das Feld noch niemandem, bekommt die Bank die Peanuts. Zeigte aber einer der Würfel, die den aktiven Spieler zu diesem Feld brachten, eine Null, dann kostet das Weiterziehen nichts.

Wenn sich der Startspieler nun auf einem Feld niedergelassen hat, ist der nächste Spieler an der Reihe. Bei diesem (und den folgenden) kann es jetzt passieren, dass er auf einem Feld stehenbleibt und parken will, wo schon ein anderer Spieler seine Figur plaziert hat. Dann wird die schon parkende Spielfigur auf den Zugabschnitt des Feldes gestellt und der ankommende Spieler stellt seine Figur auf das Parkfeld. Nun geht's reihum weiter und der Spieler, dessen Figur gerade seinen Platz verloren hat, kommt dann einfach noch einmal dran.

Zum Überfluss spielen noch "Neutrale" mit

Haben alle Spieler geparkt, so werden auch noch die neutralen Steine vom Startspieler der Runde gezogen. Diese können wiederum parkende Figuren verdrängen bzw. selbst verdrängt werden. Wenn nun aber irgendwann mal alle parken, dann wird gewertet. Der Spieler mit dem höchsten Feld bekommt von den anderen die Differenz zu ihren Feldern. Ist die höchste Position beispielsweise 2300 Peanuts und ein anderer Spieler steht auf 1600, dann muss dieser dem Rundengewinner 700 Peanuts zahlen. Als Abschluss darf der Gewinner zusätzlich eine Besitzmarke eines beliebigen, noch zu habenden Feldes kaufen.

Hat ein neutraler Stein den höchsten Wert besetzt, so zahlen alle Spieler die Differenz in die Bank und die Bank erhält die niedrigste noch zu habende Besitzmarke. Ausnahmen bestätigen die Regel: Spieler, die auf ihren eigenen Feldern stehen, müssen nichts zahlen, können aber natürlich trotzdem die Runde gewinnen.

Nun wird der nächste Spieler Startspieler und eine neue Runde beginnt. Das Spiel endet, wenn


  • a) ein Spieler 6 Besitzmarken gesammelt hat - dieser Spieler gewinnt
  • b) die Bank 6 Marken gesammelt hat - der Spieler mit dem meisten Geld gewinnt
  • c) ein Spieler Pleite ist - der Spieler mit dem meisten Geld gewinnt.

 


Nur Peanuts! macht uns zu zweit lang nicht soviel Spaß wie in einer größeren Runde (zu viert oder zu fünft). Dabei wird auf der Schachtel darauf hingewiesen, daß es auch gut für zwei Spieler sein soll. Doch das kann nicht bestätigt werden. Trotzdem kann man das Spiel jedem empfehlen, dem ein hoher Glücksfaktor nichts ausmacht. Und natürlich muss man ein Zocker sein, um dem Spiel etwas abzugewinnen. Oftmals zahlt man viel mehr Geld, um weiterzuziehen, als nachher herausschaut. Trotzdem lernen die wenigsten daraus und zahlen in der nächsten Runde wieder Peanuts um Peanuts. Zockerei, eben.

Die angegebene Spieldauer von 30 bis 40 Minuten stimmt in fünf von sechs Partien. Andernfalls zieht sich Nur Peanuts! aufgrund eines seltsam verteilten Würfelglücks wirklich bis zu anderthalb Stunden hin.

Mängel beim Material

Das Spielmaterial wäre verbesserungswürdig. Die Spielfiguren sind schöne große Holzpöppel, die neutralen Steine sind einfach nur schwarze Holzsteine, aber beides geht in Ordnung. Richtig ärgerlich ist aber das Spielgeld: dünne, aneinanderklebende Papierscheine, teilweise nur einseitig und fehlerhaft bedruckt, und der Druck sieht nach billigem Kopierer aus. Aufgrund der Beschaffenheit dieser Geldscheine braucht man zum Geldausteilen am Anfang wirklich eine Weile, und das nervt.

 

 Test 691: Nur Peanuts!

  • Glücksspiel für 2 bis 6 Spieler ab 8 Jahre
  • Ca.-Preis: kostete umgerechnet 20 €, wird seit 2003 nicht mehr im Sortiment geführt
  • Verlag: Goldsieber
  • Autor: Heinz Meister
  • Thema/Umfeld: abstrakt (Titel war damals an den Banker-Ausspruch zur Schneider-Pleite angelehnt)
  • Zielgruppe: Zocker
  • Spieldauer: 30 bis 40 Minuten
  • Spielmaterial: bis auf das ärgerlich lappige Papiergeld okay
  • Schachtelinfo: ausreichend
  • Spielanleitung: gut
  • Anspruch: Risikobereitschaft
  • Spielreiz: sehr hoch für alle, die gerne hasardieren
  • Glück: sehr hoch

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