MEINUNG. Der vorübergehende Umzug in neue Messehallen tut den Internationalen Spieltagen in Essen gut.
Ja, die Hallen waren in die Jahre gekommen, in denen sich bisher die Spielewelt im Oktober in Essen traf. An ihrer Stelle sollen neue gebaut werden, weshalb die Internationalen Spieltage dieses Jahr „ein paar Häuser weiter“ gezogen sind.
Die weltgrößte Spielemesse findet seit gestern in drei – darunter einer riesigen – Hallen statt. Und das gereicht ihr nicht zum Nachteil.
Schon der erste Eindruck für die Besucher ist ganz ein anderer. Das Entrée des „Eingang West“ der Messe Essen ist modern, luftig, großzügig. Vor allem aber gibt es mehr Eingangstüren in die erste Halle (Nummerierung 3). Das reduziert Gedränge und Wartezeiten. Und bis auf den Zugang zu einigen Toiletten ist die gesamte Spielemesse nun niveaugleich und stufenlos erreichbar. Auch das ist gut und mögen Messebesucher.
Natürlich, nach so vielen Jahren am alten Standort, heißt es sich umzuorientieren. Früher konnte man „blind“ durch die Hallen gehen, um zu einem bestimmten Aussteller zu gelangen. Jetzt sind praktisch alle Großen nicht mehr über mehrere Hallen verteilt, sondern finden sich in einer, Halle 3. Die Gänge zwischen den Ständen scheinen großzügiger bemessen und man gewinnt auch den Eindruck, dass dieses Jahr mehr Spielflächen, also mehr Tische, an denen Neues ausprobiert werden kann, zur Verfügung stehen. Beides wäre allerdings mit dem Meterstab zu überprüfen.
Weniger schmuddelig als in der Vergangenheit präsentieren sich die verbleibenden Bereiche, wo (neben Parallelmesse für Comics und die ganzen Rollenspieler) vor allem die Kleinstverleger, Serviceanbieter und große und kleine Spielehändler den typischen Spieltage-Umtrieb garantieren. Das sind die Hallen 1 und 2. Die Logik der Standzuteilung von Bereichen, die eigentlich zusammengehören, erschließt sich dem Besucher zwar nicht immer. Freilich ist die Detailplanung einer solchen Großveranstaltung eine Monsteraufgabe. Da sollte man auch nicht zu kritisch sein. Eines ist jedenfalls sicher: Auch hier haben die Spieltage an Messecharakter gewonnen.
Einen Wermutstropfen hat der Umzug. Warum man bei Regen nass werden muss, wenn man auf die U-Bahn wartet, bleibt ein Rätsel. Eine Haltestelle, an der an vielen Tagen pro Jahr Hunderte Messebesucher zur gleichen Zeit einfach nur weg wollen, nicht zu überdachen, ist ein Unding, das international seinesgleichen sucht. Doch dafür können die Veranstalter der Spieltage nichts. Dafür gehören die Planer der Haltestelle Messe-West geprügelt.
Arno Miller

… eine schöne Abwechslung zum stressigen Alltag.