Nürnberg. Spielwarenmesse. Tag 3. Was einem so ein- und auffällt.
28. JÄNNER 2016
Tom Werneck, Mitbegründer der Jury Spiel des Jahres und dort 2009 nicht ohne Friktionen ausgeschieden, feiert in Nürnberg ein Comeback. Nein, nicht in der Jury, sondern als Spieleautor. Bei Moses erscheint im März das Spiel Wordz. 60 Sekunden bleiben den Spielern, um aus zehn Buchstabenwürfeln möglichst viele Wörter zu finden.
| Kris Burm ist am meisten gespannt, wie die Neuauflage ankommt. |
Bekannt? Ja, das Spiel erschien 1974 bei Heyne und zehn Jahre später bei Ravensburger jeweils unter dem Namen Wortwirbel.
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Comeback, zum Zweiten. Das „Gipf Project“ des Belgiers Kris Burm feiert Wiederauferstehung am deutschen Markt. Huch & friends wird innerhalb eines Jahres alle Spiele dieser Reihe herausbringen. Den Beginn markieren dieses Frühjahr Gipf und Yinsh.
Mit Gipf hatte Burm 1996 sein Projekt im Eigenverlag gestartet, mehrere miteinander „verwandte“, rein abstrakte Strategiespiele zu veröffentlichen. Insgesamt sind es sechs. Sie erfreuen sich einer weltweiten Fangemeinde, es gibt nach wie vor Clubs und Meisterschaften. Einige Spiele der Serie, die bei uns von Schmidt herausgebracht worden waren, heimsten international mehrere Auszeichnungen ein.
Kris Burm ist am meisten gespannt, wie die Neuauflage ankommt. Denn, wie er mir gestern Abend in einem längeren Gespräch einräumte, „es ist keine gute Zeit für abstrakte Spiele“. Außerdem schwebt ihm, bei Erfolg, „ein siebtes Spiel vor, das wie ein Dach über allen sechs anderen Spielen steht“.
Warten wir einmal ab, wie sich das Gipf Project im momentanen Spieleumfeld behauptet, das auch dadurch bestimmt ist, dass jede Spielidee ein Thema übergestülpt bekommt.
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Hermann Hutter, unter anderem Chef von Huch & friends, Vorsitzender der Fachgruppe der Spieleverlage und Betreiber eines Kaufhauses am Ulmer Münster, ist Kaufmann und Händler durch und durch. So finden sich am Huch-Stand nicht nur Spiele. Eine Wand ist für bunte Taschen im Retro-Design der britischen Kultmarke House of Disaster reserviert. Als neuer Deutschland-Importeur hat er ganz offensichtlich aufs richtige Pferd gesetzt. Bereits am Tag vor der Eröffnung war die erste Tasche vom Stand geklaut, am Eröffnungstag waren es schon drei.
Das nennt man steigende Nachfrage.
Was denkst du darüber?

