Uwe Mölter und Frank Ükermann sind beide Musterbeispiel dafür, wie Spielen jung erhält. Am Wochenende habe ich mich am Rande der „Spiel doch!“ in Dortmund ausführlich darüber mit ihnen unterhalten.
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Griffbereit: die Namensschilder der Vereinsmitglieder liegen im Eingangsbereich des "Spielhaus" der Brettspielunion Dortmund auf.
Frank Ükermann (l.) in seinem Element inmitten der neuesten Ausstellung der ESG. Bilder: spielwiese.at |
29. APRIL 2026
Wenn ich von alten Bekannten rede, dann ist das in diesen Fällen zweifach zutreffend. Unser aller Anfang in der Welt der Spiele liegt im vergangenen Jahrtausend, ich steuere auf die 70 zu, Frank und Uwe haben diesen Punkt schon überschritten. Uwe – 25 Jahre lang Redakteur bei Amigo und dort verantwortlich für Erfolgstitel wie Elfenland oder Icecool, Frank – einst fotografierender Dokumentator der Spieleszene und heute stv. Vorsitzender der Europäischen Spielsammler-Gilde ESG.
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Als solcher betreute er die aktuelle ESG-Ausstellung auf der „Spiel doch!“ federführend. Sie brachte den 80. Geburtstag von Nordrhein-Westfalen in Form von Spielen über und aus NRW in mehrere Vitrinen. Doch Franks besonderes Steckenpferd bei solchen Ausstellungen ist das begleitende Gewinnspiel: Jeden – jeden (!) – Tag eine Handvoll neuer Fragen zum jeweiligen Thema auszuhecken, die nur beantwortet werden können, wenn man sich die Spiele(schachteln) und Infotexte genauer ansieht. Dieses Quiz, das sei ein Lebenselixier, betont er mehrfach, auch wenn er sich sonst langsam aus dem Organisieren zurückziehen wolle.
Glaubt man’s? Für das große NRW-Gründungsfest am 23. August hat er jedenfalls noch einige spielerische Ansätze im Koffer und sucht dafür Partner.
Partnersuche könnte ich auch den neuen und aktuellen Lebensabschnitt von Uwe Mölter überschreiben. 2020, offiziell schon in Rente, aber ohnehin im Unruhestand, gründete er in seiner Heimatstadt mit Gleichgesinnten die Spieleunion Dortmund. Ein Verein, dessen zahlreichen Aktivitäten fast schon schwindlig machen und mittendrin Vorstandsmitglied Uwe. Mit der Volkshochschule hat er einen Partner gewonnen, um Spiele im Erlernen der deutschen Sprache einzusetzen. Den „Senior*innen-Koffer“ mit ausgewählten Gesellschafts- und Bewegungsspiele, die ältere Menschen aktivieren, geistig fördern und soziale Begegnung ermöglichen, hat er als mobiles Spielangebot für Pflegeeinrichtungen und Seniorentreffs entwickelt.
Klassische Spieletreffs organisiert der Verein an sechs Orten und Einrichtungen in der Stadt. Einen lerne ich nach einem kurzen Spaziergang mit Uwe von der Messe über die laute B1 kennen: Das Vereinsheim oder „unser Spielhaus“, ein ehemaliges Pfarrheim, in dem seit zwei Jahren auf zwei Etagen gespielt und veranstaltet wird. Rund 70 Mitglieder hat der Verein inzwischen.
Mitglieder „… voller Ideen, Empathie und dem festen Glauben daran, dass gemeinsames Spiel mehr ist als Zeitvertreib: Sie machen den Brückenbau zwischen Generationen, Kulturen und Geschichten erst möglich“, lautet das Credo der Spieleunion Dortmund. Für dieses Möglichmachen hat Uwe seine Expertise als freischaffender Redakteur für bestimmte Verlage in den letzten zwei Jahren reduziert. Aber jetzt, da’s läuft, will er einen noch jungen Verlag in der Programmwahl beraten.
Auch er kann’s nicht lassen. Spielen hält eben jung und fit
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