Reiner Knizia ist heuer bereits zum dritten Mal Gewinner des Österreichischen Spielepreises „Spiel der Spiele“. "Nach King Arthur , einer innovativen Symbiose von Brettspiel und elektronischem Spiel, und Einfach genial, einem abstrakten Legespiel in Domino-Tradition, folgt nun das Tal der Abenteuer", so die Jury. Insgesamt wurden von ihr dieses Jahr 14 Spiele ausgezeichnet.
"Mit diesem taktischen Wettrennen gewinnt Knizia dem beliebten Spielegenre des Laufspiels neue Facetten ab", so das Urteil der Wiener Spieleakademie. Tal der Abenteuer ist noch nicht flächendeckend ausgeliefert - es scheint noch nicht einmal auf der Homepage des Verlags auf. Spielwiese ONLINE konnte das Spiel aber bereits im Mai spielen und eine damals erste Beurteilung ab.
Im Folgenden im Original die Begründungen der österreichischen Jury für die diesjährigen Preisträger:
Das „Spiel der Spiele“: Tal der Abenteuer (Parker)

"Faszinierend ist die Welt des Himalaya nicht erst seit Reinhold Messners Yeti-Abenteuern. Nur wenigen ist es freilich vergönnt, die imposanten Achttausender in geheimnisvollen Ländern wie Tibet und Nepal persönlich zu erleben. Abhilfe schaffen immer wieder Fantasie-Reisen am Spielbrett. Nun hat sich der Starautor und mehrmalige Spiel der Spiele-Preisträger Reiner Knizia des Themas angenommen und herausgekommen ist, wie nicht anders zu erwarten war, ein weiterer „Höhepunkt“ seines Schaffens.
Die Reise ins Tal der Abenteuer, wo unermessliche Schätze warten, ist ein Trip auf zwei Etappen. Zuerst muss nämlich ein tibetanischer Tempel erreicht werden, der Informationen über das legendäre Tal enthüllt. Dann – nach dem Umdrehen des Spielplans! – geht die Reise weiter in luftige Höhen. Voran kommen die Bergsteiger durch das Ausspielen unterschiedlicher Karten, wobei grundsätzlich jeder Spieler jede Spielfigur bewegen darf. Unterwegs warten in beiden Etappen Münzen und Diamanten, aber auch blockierte Brücken und andere Hindernisse. Und wer zu weit zurückbleibt, wird rasch einige seiner Schätze wieder los.
Tal der Abenteuer nimmt jegliche Schwellenängste vor einem Brettspiel gleich auf mehrfache Weise. Das spannende Bergszenario zieht Groß und Klein in seinen Bann, die Spielregel ist so knapp gehalten, dass keinesfalls Ungeduld aufkommen kann. Und das Spiel selbst verläuft so flott und kurzweilig, dass sich eine „Revanchepartie“ immer wieder ausgeht. Anders als bei vielen anderen Knizia-Spielen spielt im Tal der Abenteuer neben taktischem Geschick auch der Glücksfaktor eine gewisse Rolle, was jüngeren und ungeübten Spielern ebenfalls gute Siegeschancen einräumt. Einfach ein zeitgemäßes Spiel für die ganze Familie, das durchaus das Zeug zum Klassiker hat!"
Spiele Hits mit Freunden
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Kleopatra und die Baumeister (Days of Wonder): "Grandiose Ausstattung garantiert nicht immer auch ein veritables Spielvergnügen. Bei Kleopatra und die Baumeister gelang es jedoch, beide Aspekte in überzeugender Weise unter einen Hut zu bringen. Die Baumeister wetteifern um die Gunst der Herrscherin, indem sie versuchen, die eindrucksvollsten Teile des neuen Palastes zu errichten. Sie bedienen sich – mit wählbarem Risiko - am Marktstand, kaufen im Steinbruch ein, opfern dann und wann dem Hohepriester und sind im übrigen auch ziemlich korrupt. Am Ende gewinnt, wer das meiste Geld scheffeln konnte. Allerdings: Der Korrupteste unter allen Baumeistern fällt aus der Wertung." -
Thurn und Taxis (Hans im Glück): "Viel zu tun gibt es bei Thurn und Taxis, das mit Sicherheit zu den Highlights unter den Brettspielen des heurigen Jahres zählt. Auf einer historischen Landkarte, die große Teile Mitteleuropas zeigt, stehen die Spieler vor der Aufgabe, ein Streckennetz für ihr Postkutschenunternehmen zu errichten. Dabei gilt es, taktisch clever Poststationen in den richtigen Städten miteinander zu verbinden, aber auch den Erwerb neuer Kutschen nicht aus den Augen zu verlieren. Das Problem: Mit der Zeit wird der Platz auf dem Spielbrett eng. Thurn und Taxis, das an einem realen historischen Szenario anknüpft, ist ein echtes Schmankerl für strategische Tüftler, in das man so richtig hineinversinken kann." -
Um Krone und Kragen ( Amigo): "Ein innovatives Spielprinzip ließ sich Autor Tom Lehmann für Um Krone und Kragen einfallen, das zugleich dem Würfel- wie dem Kartenspiel völlig neue Akzente verleiht. Um der Reihe nach immer bessere Spielkarten zu erwerben, benötigt man nämlich gute Würfelergebnisse. Zugleich dienen die erworbenen Karten aber dazu, das jeweilige Würfelergebnis wunschgemäß zu modifizieren. Die Karten stellen verschiedene Charaktere am königlichen Hof früherer Jahrhunderte dar, und nur mit ihrer Hilfe kann man, so das Ziel des Spieles, maximalen Einfluss auf Seine Majestät gewinnen. Wer sich ein klein wenig Zeit nimmt und vorab die Fähigkeiten der einzelnen Charakterkarten studiert, wird mit einem wundervollen Taktikspiel voller Finessen belohnt."
Spiele Hits für die Familie
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Just 4 Fun (Kosmos): “Die einfachsten Ideen sind oft die besten: Just 4 Fun wartet mit einer leicht erlernbaren, aber dennoch sehr taktischen Variante des bekannten "Vier in einer Reihe“-Spielprinzips auf. Wie ein roter Faden zieht sich dabei die Kernfrage jedes Wettkampfes durch das Spiel: Trachte ich, rasch mein eigenes Ziel zu erreichen oder blockiere ich zuerst den Gegner? Das Spielfeld ist in 36 Felder gegliedert, auf denen man seine Spielsteine möglichst so unterbringen sollte, dass sie eine Viererreihe ergeben. Allerdings darf ein Spielstein immer nur auf jenem Feld eingesetzt werden, das der Summe der Werte eben ausgespielter Karten entspricht. Just 4 Fun ist besonders empfehlenswert auch für Familien, die eher selten Brettspiele spielen." -
Nacht der Magier (Drei Magier): “Das hat es tatsächlich noch nie gegeben: ein Brettspiel, das seinen vollen Reiz entfaltet, wenn man es bei kompletter Dunkelheit spielt. Mehrere Magier sind unterwegs, um ihre magischen Kessel in einen Lichtring zu schieben. Auf dem Spielbrett werden die Figuren dabei nach und nach vorsichtig in Richtung Zentrum bewegt. Allerdings ist das Spielfeld mit kleinen – im Dunkel unsichtbaren - Plättchen bedeckt, und sobald eines dieser Plättchen vom Brett fällt, ist der Zug zu Ende. Für eine nächtliche Partie werden einige Teile vorab kurz unter einer Lampe aufgeladen. Spielt man bei Tageslicht, erhöht sich die taktische Komponente und macht beinahe ebensoviel Spaß." -
Packeis am Pol (Phalanx): “Auf eine spannende Fischjagd begeben sich die Mitspieler bei Packeis am Pol. Kreuz und quer lassen sie ihre Pinguine von einer Eisscholle zur nächsten hüpfen und versuchen dabei so gut wie möglich, die Wege ihrer Artgenossen zu blockieren. Wer geschickt taktiert, hat schnell Bereiche abgetrennt, die von den anderen nicht mehr betreten werden können. Und wer am Ende die meisten Fische gesammelt hat, gewinnt das Spiel. Die gelungene Mischung aus kindgerechter Optik und Strategie-Elementen macht die Fischjagd zum spannenden Spielerlebnis für die ganze Familie." -
Pecunia non olet (Goldsieber): "Pecunia non olet – „Geld stinkt nicht“, sagten schon die alten Römer und verlangten auch für die Benützung ihrer öffentlichen Latrinen jede Menge Sesterzen von der bedarfsgetriebenen Kundschaft. Anders als in heutigen Zeiten spielte in der Antike aber offensichtlich auch die Verweildauer in der Bedürfnisanstalt eine erhebliche Rolle. Genau dieses – zugegeben ungewöhnliche - Szenario thematisiert das in jeder Hinsicht amüsante Kartenspiel. Die Regeln sind leicht erlernt, der Spielablauf geht flott vonstatten. Und für besondere Heiterkeit sorgen die Zeichnungen der Römerfiguren auf den Spielkarten, vom Sklaven „Darmokles“ bis zum Senator „Julius Spendabulus“."
Spiele Hits für Kinder
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Piratissimo (Selecta): “Piraten sind einer der spielerischen Megatrends des aktuellen Jahrganges. Eine besonders liebevolle und kurzweilige Umsetzung des Themas gelang dem Selecta-Verlag mit Piratissimo, einem einfachen taktischen Laufspiel für Kinder. Auf dem Spielbrett unterwegs sind mehrere bunte Holzschiffchen, die eine Schatzinsel nach der anderen abklappern, um Beute an Bord zu bringen und in den Heimathafen zu verschiffen. Wer dabei zu gierig ist, kann leicht wieder alle Schätze verlieren. Und schließlich spielt auch noch der Wirbelsturm eine entscheidende Rolle, der sich entgegen der Fahrtrichtung der Schiffe ständig über das Spielbrett bewegt." -
Ramba Samba (Zoch): “Beachtlich groß für ihre Gattung ist die Raupe "Ramba Samba“, und auch sonst ist sie recht auffällig. Für den nächsten Karneval in Rio, so berichtet die Spielregel, will sie nämlich ihren Raupenkörper mit einzelnen hölzernen Puzzleteilen schmücken, die der Reihe nach aneinander gefügt werden müssen. Die ganze Sammlung dieser Teile befindet sich in einem großen roten Sack, in den die Kinder ihre Hände alle gleichzeitig schieben, um möglichst als erster das gerade passende Teil zu erfühlen. Das ist für Vorschulkinder absolut ein Heidenspaß, und es fördert zudem auch noch Konzentration und taktiles Wahrnehmungsvermögen." -
Zoff im Hühnerhof (Haba): “Geschicklichkeit und vorausschauendes Denken stehen bei Zoff im Hühnerhof im Mittelpunkt. Mit Hilfe der kleinen Holzfigur „Bauer Berti“ schnippen die Spieler die „Körner“ so auf den Acker, dass sie ihr eigenes Huhn möglichst schnell aufpicken kann. Denn wer am Ende die meisten Körner eingesammelt hat, gewinnt. Gefahr droht indes vom listigen Fuchs. Sobald dieser nach einer gewissen Zeit sichtbar wird, gilt nur noch ein Motto: rasch zurück in den Stall. Das bereitet durchaus nicht nur den Allerkleinsten Vergnügen, und die edle Gestaltung des Spieles in 3D-Optik macht den Zoff im Hühnerhof erst recht zu einem würdigen „Spiele Hit für Kinder“."
Spiele Hits für Viele
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Cranium Hullabaloo (Jumbo): "Hullabaloo, der aktuelle Hit aus der Produktfamilie des Partyspiel-Welterfolges Cranium, bringt Schwung in jede Kinderparty. Auf dem Boden werden 16 bunte Spielfelder verteilt, die unterschiedliche Farben, Formen und Motive zeigen – von der Gitarre bis zur Popcorn-Tüte. Via Audiokonsole kommen laufend Anweisungen, welche Art Feld als nächstes zu betreten ist. Zur Hullabaloo-Musik wird getanzt, geklatscht, in Zeitlupe marschiert, oder es wird mit Ellbogen und Nase ein Feld berührt. Neben motorischer Geschicklichkeit fördert Hullabaloo vor allem die rasche Reaktion, und das alles eingebettet in einen lustig-turbulenten Spielablauf."
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Pow-Wow (Ravensburger): "Beim großen Indianer Pow-Wow wird geblufft, was das Zeug hält. Jeder Spieler trägt hier ein Stirnband, in das er eine „Feder“ steckt, die wiederum eine ganz bestimmte (Plus- oder Minus-) Zahl trägt. Nun kennt man also die Zahlen aller Mitspieler, aber nicht die eigene, was die Aufgabe fortan recht knifflig macht. Der Reihe nach müssen die Spieler nämlich nach altem Bluff-Prinzip eine Zahl nennen, die niedriger als die Summe aller Zahlen auf den Federn ist. Der nächste an der Reihe muss den Tipp erhöhen oder jenen seines Vorgängers anzweifeln. Klingt simpel, ist aber rechentaktisch durchaus tricky und zudem ein Riesenspaß."
Spiele für Zwei
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Hive (Huch and friends) “Hive bedeutet Bienenstock und in der Welt der Insekten ist dieses herausragende Zweier-Taktikspiel auch tatsächlich angesiedelt. In guter alter Schach-Tradition verfügen Weiß und Schwarz über Spielsteine, die unterschiedliche Fähigkeiten haben. Die Ameise kann unendlich weit krabbeln, der Grashüpfer setzt sich springend über andere Spielsteine hinweg und der Käfer kriecht auf die anderen hinauf und blockiert sie damit. Ziel ist es, die Bienenkönigin bewegungsunfähig zu machen. Die Strategien folgen der Schach-Logik, das Ganze dauert aber nicht viele Stunden wie beim königlichen Spiel, sondern bloß 20-30 Minuten. Und wie die Bewegungen der Insekten am Spielfeld nachempfunden werden, ist einfach genial."

