Die Jury Spiel des Jahres hat zwei gute Wahlen getroffen: Das neue Spiel des Jahres ist Thurn und Taxis von Karen und Andreas Seyfarth. Der Spielwiese-Test des neuen Preisträgers ist für Premium-User abrufbar. Das neue Kinderspiel des Jahres Der schwarze Pirat von Guido Hoffmann.

Für den Autor Andreas Seyfarth ist es der zweite Titelgewinn. Sein Manhattan war 1994 Spiel des Jahres. Das aktuelle entwickelte er gemeinsam mit seiner Frau Karen. Seyfarth gehört nicht zu den Fließband-Autoren. Er hat erst eine Handvoll Spiele veröffentlicht, darunter auch die hoch gelobten Puerto Rico und San Juan.
Mit Thurn und Taxis hat der Münchner Verlag Hans im Glück seinen Ruf als "Hitfabrik" einmal mehr bestätigt. Die Auszeichnung Spiel des Jahres ist bereits zum fünften Mal an diesen Verlag gegangen. "Es ist jedes Mal wieder eine neue Herausforderung. Vor allem wenn man der Favorit ist, flattern die Nerven", erklärte Verlagschef Bernd Brunnhofer unmittelbar nach der Bekanntgabe. Brunnhofer, gebürtiger Steirer, begann selbst als Autor - vor zwei Jahren war sein Spiel Sankt Petersburg - veröffentlicht unter einem Pseudonym - Titelanwärter.
Verlierer ist dieses Jahr zum wiederholten Male Reiner Knizia. Er hat schon mehrere Anläufe hinter sich, die Trophäe des Spiel des Jahres nach Hause zu holen. Auch mit Blue Moon City gelang es in diesem Jahr wieder nicht. Warum - der aktuelle Test der Spielwiese liefert Anhaltspunkte.
Durch die diesjährigen Auszeichnungen - das Spiel des Jahres wurde zum 28. Mal und das Kinderspiel des Jahres zum sechsten Mal prämiert - gibt es übrigens zwei Premieren. Karen und Andreas Seyfarth sind das erste Ehepaar, das gewonnen hat. Und mit Guido Hoffmann, Autor des Kinderspiel des Jahres 2006 Der schwarze Pirat, tritt erstmals ein "Kind" in die Fußstapfen eines Preisträgers: Sein Vater Rudi Hoffmann ist der Autor des Spiel des Jahres von 1989, Café International.
Bei Der schwarze Pirat hat Hoffmann jr. seinen Blasebalg-Mechanismus von Akaba variiert und verfeinert.
Die Jury zu den Preisträgern
Das ist die offizielle Würdigung der Jury zum frisch gekürten Spiel des Jahres 2006: "Das herausragende Brettspiel Thurn und Taxis erinnert an die Erfinder des modernen Postwesens, die bereits Ende des 15. Jahrhunderts eine funktionierende Briefzustellung organisierten. Aufgabe der Spieler ist es, einen Postkutschenbetrieb in Bayern und Umgebung aufzubauen. Dazu müssen die richtigen Streckenkarten gesammelt und der Reihe nach ausgespielt werden. Wer dies rechtzeitig tut, kann Poststationen in eine der 22 Städte auf dem Plan setzen. Dafür gibt es Punkte – immer dann, wenn in allen Städten einer Region eigene Stationen stehen. Der Wettlauf mit der Konkurrenz um die passenden Karten, die längsten Strecken und die größten Kutschen ist hochspannend. Das klappt mit jeder Spielerzahl und ist für Wenigspieler wie für Profis eine echte Herausforderung. Thurn und Taxis hat das Zeug zum Dauerbrenner."
Das ist die offizielle Würdigung der Jury zum frisch gekürten Kinderspiel des Jahres 2006: "Ein alter Seefahrertraum: Übers Meer segeln, in der Bucht einer unbekannten exotischen Insel landen und dort Schätze finden. Die tolle Ausstattung des Piratenspiels vermag sogar bei erwachsenen Seeleuten den Rahmen für solche Illusionen zu schaffen, die dann mit Geschicklichkeit, Taktik und einer hilfreichen Portion Würfelglück lebendig werden können.
Mit einem Blasebalg wird der Wind erzeugt, der die Schiffe über das Meer des Spielplans treibt. Und nicht nur ein Schiff ist auf dem Weg zur Insel mit dem reichsten Goldschatz!
Würfel legen fest, welche Inseln große Schätze bergen und wie lange der Wind das Schiff in Richtung Ziel treiben kann. Jeder Spieler kann sich auch in die Rolle des Schwarzen Piraten würfeln, der Schiffe entern will. Das Segeln ist nicht einfach, aber schafft ein ganz besonderes Spielvergnügen."
Siehe auch: SdJ: Nominierte stehen fest

