
Tag 3 der Internationalen Spielwarenmesse. Die Spielwiese hat das Angebot an neuen Spielen gesichtet und zieht ein erstes Fazit.
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Schmidt hat sich mit Portobello Market ins Zeug gelegt. Foto: Schmidt |
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Verdient die Auszeichnung für das schönste Spiel: Marrakech von Gigamic.
Foto: Gigamic
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Zuerst ein Wort zur Messe selbst und zum Umfeld. Innerhalb eines Jahrzehnts ist die Ausstellungsfläche von 100.000 auf 160.000 Quadratmeter gestiegen. 400 Millionen Euro - das hätte rund 800 Millionen DM oder 5,5 Milliarden Schilling entsprochen! - wurden in dieser Zeit in die Messeinfrastruktur investiert.
Diese Zahlen stehen im krassen Widerspruch zum Zustand der Spielwarenbranche: Die Umsätze sind rückläufig. Die 58. Internationale Spielwarenmesse ist auch dadurch geprägt, dass erstmals recht offen über den Negativtrend und seine Folgen gesprochen wird.
Wie reagieren die Spieleverlage auf die Veränderungen? Sie legen gegen den Trend derzeit etwas zu, vergessen aber nicht auf ihre Hausaufgaben. Drei Trends sind in Nürnberg auszumachen.
Ableger nehmen überhand
Erfolgreiche Produkte bekommen immer mehr Ableger. Das geht inzwischen über die von den Einen geliebten, von den anderen ungeliebten Erweiterungen hinaus. Schmidt beispielsweise bringt ein neues Mensch ärgere Dich nicht! mit Karten oder auch ein weiteres Ligretto, Ravensburger steckt Miniausgaben seiner großen Kinderspiele in Mitbringschachteln. Und natürlich bringt Kosmos neue Siedler-Spiele, dieses Mal eine Junior- und eine Würfelausgabe, aber auch Ableger von Einfach Genial.
Neu ist das nicht wirklich, aber neu ist die Dichte an Ablegern und dass nun praktisch alle größeren Verlage das Erfolgskonzept von Parker und MB (Hasbro) kopieren. Doch Hasbro zeigt den anderen einmal mehr, was Sache ist: Ob es nun fünf große neue Monpoly-Ausgaben, ein entzückendes Mein erstes Monopoly, Risiko als schnelles Würfelspiel für unterwegs, mehrere neue Trivial Pursuit-Editionen mit und ohne DVD oder zwei zusätzliche Topwords in unterschiedlichen Größen sind - die Spieleitel als Marken werden 2007 besonders aktiv gepflegt. Wer die jeweilige Spielidee haben will, bekommt sie in unterschiedlichen Preisklassen.
Investitionen in die Qualität
Mehrere Verlage haben für dieses Jahr auffallend in die Qualität ihrer Spiele investiert. Ist die Ausstattung bei deutschen Spielen ohnehin überdurchschnittlich, so wurde bei Material und Grafik noch einmal in die Tasche gegriffen. Noris und Goldsieber haben bei einigen neuen Spielen einen Schritt nach vorwärts gemacht. Ins Auge sticht, dass Schmidt nicht "nur" als Vertrieb von Hans im Glück und Drei Magier ein Spiele oder Kinderspiele des Jahres im Programm haben will, sondern mit Portobello Market offensichtlich mit einem eigenen Spiel auf den Titel aus ist.
Experimente sind nicht gefragt
Die Kehrseite der Medaille ist, dass für Experimente kein Platz ist, wenn sich praktisch alle mittelständischen und großen Verlage auf ihre Stärken fokussieren. Neben der schon oben erwähnten Familienbildung für erfolgreiche Spieletitel konzentriert sich Kosmos auf weitere Spielumsetzungen von Büchern, geht Zoch seinen Weg mit schrägen Tiercharakteren weiter (im Moment sind es die Schafe).
Es sind durch die Bank ausgewogene, geradezu "brave" Verlagsprogramme, die in Nürnberg vorgestellt werden: mehr oder weniger DVD-Einsatz, Spiele zu erfolgreichen Fernsehformaten, solide Arbeit bei klassischen Familienspielen, starke Betonung bei Lernspielen, wo jetzt so gut wie alle ihre konzeptionellen und optischen Linien überarbeitet haben.
Apropos Optik. Die Auszeichnung für das schönste Spiel hat Gigamic mit Marrakech bereits in der Tasche: Spielmaterial sind kleine Teppiche in vier Grundfarben, die auf dem Spielbrett neben- und übereinander gelegt werden.
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Internationale Spielwarenmesse |



