Opfer der Finanzkrise: Die Stadt für Kinder "Minopolis" in Wien sperrt im Frühling 2009 zu, sollte sich nicht ein neuer Investor finden. Die Angelegenheit ist nun zum Politikum geworden.
Zwei Investoren, mit denen die Soravia-Gruppe als Eigentümer schon weitgehende Päne geschmiedet hatte, sind wegen der Finanzkrise abgesprungen.
70 Mitarbeiter müssen gehen
Damit ist das Ende von Minopolis in Wien besiegelt. Ende Februar soll zugesperrt werden. 70 Mitarbeiter verlieren ihren Arbeitsplatz. Als einzige Rettung hatte die Soravia-Gruppe über die Medien als Versuchsballon eine Förderung durch die Stadt Wien angedeutet.Doch von einer Subvention halte sie nichts, erklärte die zuständige Vizebürgermeisterin Grete Laska von der SPÖ. Die bürerliche ÖVP-Gemeinderätin Monika Riha schlägt nun vor die Anlage in einen öffentlichen Indoorspielplatz zu verwandeln. "In Wien besteht derzeit ein Mangel an überdachten Spielplätzen für Kinder. Bevor man nun Minopolis ersatzlos schließt sollte man daraus einen öffentlichen, frei nutzbaren Spielplatz machen. Gerade in der kalten Jahreszeit wäre das eine wichtige Alternative für Kinder", so Riha.
Der Wiener Obmann der Haider-Partei BZÖ Mag. Michael Tscharnutter wiederum forderte von der Wiener SPÖ-Stadtregierung die Unterstützung der Erlebniswelt Minopolis: "Es ist unfassbar, dass das rote Wien diese bei den Kindern beliebte Einrichtung einfach untergehen lässt." Und, wohl ziemlich überzogen, "Wien ist damit zum kinderfeindlichsten Bundesland verkommen!"
Kirche für die Schließung
Auf den Plan gerufen sieht sich auch die Kirche. Gegen eine öffentliche Förderung für ein "unpädagogisches Programm" hat sich die Katholische Jungschar ausgesprochen. Sie begrüßt sogar ausdrücklich die Schließung von "Monopolis". "Minopolis" habe das verkörpert, was nun untergegangen sei: "Den Glauben an den unbegrenzten Kapitalismus, an ein vornehmlich an Werten der Wirtschaft orientiertes Leben, an einer Orientierung am Mammon 'Geld'", hieß es. In Minopolis hätten Kinder gelernt, auch "fragwürdige gesellschaftliche Regeln" zu verinnerlichen.Hingegen hat das Familienmagazin "Quax" heute übers Internet zu einer virtuellen Unterschriftenaktion zur Rettung von "Minopolis" aufgerufen.
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