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Auch wenn viele Österreicher an führenden Stellen in der Spielebranche mitmischen - an rot-weiß-roten Verlagen gibt es nur noch einen: Piatnik. Die Wiener Traditionsfirma bringt dieser Tage eine "Österreich-Kollektion" auf den Markt, die Brett- und andere Spiele umfasst.
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| Selbstbewusst trägt die Piatnik-Edition von DKT den Untertitel "Das Original". |
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Als einziger österreichischer Spieleverlag spielt Piatnik am Weltmarkt eine nicht unbedeutende Rolle. Rund 80 Prozent des Umsatzes werden im Ausland bestritten. Nicht nur dem Export nach Ost- und Südeuropa schenkt Piatnik große Bedeutung, Tochterfirmen in den USA, Deutschland, Tschechien und Ungarn tragen zum Erfolg des über 180 Jahre alten Unternehmens bei. Mit Megasellern wie Activity und Tick tack bumm sind zwei der international beliebtesten Partyspiele überhaupt österreichischer Herkunft. Aber nicht nur am Brettspielsektor ist Piatnik grenzüberschreitend erfolgreich, auch die Spielkartenproduktion erfreut sich steter Beliebtheit. "Der größte Unterschied im Spielverhalten der einzelnen Nationen zeigt sich bei den Kartenspielen: Während in Österreich geschnapst und tarockiert wird, sind in anderen Ländern nicht nur andere Spiele, sondern auch ganz andere Motive gefragt", sagt Piatnik-Geschäftsführer Dieter Strehl. Auch für spezielle Sonderanfertigungen (wie beispielsweise ein Kartenspiel für die russische Marine) gilt Piatnik weltweit als Experte. Pro Jahr verkauft das Wiener Unternehmen rund 25 Millionen Spielkartenpakete, eine Million Puzzles und zwei Millionen Brett- und Gesellschaftsspiele in über 60 Länder rund um den Globus. |
"I am from Austria" ist das Motto der neuen Edition. Die "Österreich-Kollektion" umfasst Brettspiele ebenso wie Memos, Puzzles oder Spielkarten im Austro-Design. Allen gemeinsam: Stets geht es um Themen und Motive zwischen Neusiedlersee und Bodensee.
Flaggschiff der aktuellen Österreich-Spiele ist DKT, der legendäre Spieleklassiker, der nunmehr bei Piatnik neu aufgelegt wird. Das ehemalige hat wie mehrfach berichtet in den letzten Jahren eine wahre Odysse hinter sich: Nach der Pleite ging der Vertrieb an Ravensburger Österreich, Dann meinte man beim Schrauben- und Schulartikelhersteller Brevillier-Urban unter der Marke Jolly auch Spiele herstellen zu müssen, was kläglich scheiterte. Auf der Spielwarenmesse in Nürnberg im Februar wurde schließlich fixiert, dass DKT – die österreichische Antwort auf Monopoly – bei Piatnik ein neues Zuhause finden soll.
Die Spielidee wurde bereits 1936 in der Redaktion der Wiener Druckerei Stockinger und Morsack entwickelt. Spielplan, Spielschachtel und Spielfiguren waren durchaus ähnlich der heutigen Ausgabe – lediglich das Spielgeld war damals größer. Durch den Titel Das kaufmännische Talent (kurz: DKT) wurde die erzieherische und lehrreiche Komponente des Spiels besonders betont, was ein Überleben der Spielidee auch in fatalen politischen Zeiten ermöglichte.
In den 50er-Jahren wurde das Design des Spielplanes runderneuert. Lkw wurden dazugezeichnet, die Fluglinien ausgewechselt, eine moderne Lokomotive eingebaut etc. Seither ist DKT im wesentlichen unverändert geblieben und damit heute gleichzeitig Retro-Hit und ur-österreichisches Spiele-Gustostück. Die Piatnik-Edition folgt nach den Jolly-Retuschen wieder im Wesentlichen dieser Gestaltung, die praktisch jeder Österreicher kennt.
Spielerische Sammelsurien
Wann wurde Österreichs erste Freiwillige Feuerwehr gegründet? Wieviele Meter dick ist das Eis der Dachstein-Eishöhle? Und in welcher Spielminute schoss Krankl das Siegestor in Cordoba? Um Fragen dieser Art geht es bei Österreichisches Sammelsurium. Spielautor Ronald Hofstätter und Buchautor Harald Havas haben unzählige Fragen und Antworten zu Wissenswertem und Denkwürdigem, aber auch Kuriosem und Makabrem rund um das Thema Österreich zusammengetragen und zu einem humorvollen Brettspiel verarbeitet. Die Sammelsurium- Spielidee gibt es übrigens auch in einer ebenso amüsanten Wien-Variante.
Immer wieder Österreich
Dass auch Geographie höchst unterhaltsam sein kann, beweist die vor wenigen Tagen erschienene Österreich-Edition von Ausgerecht Buxtehude, die von Piatnik Ausgerechnet Unken getauft wurde.. Liegt Schruns westlich oder östlich von Tschagguns? Ist Edelschrott im Burgenland? Und wo genau liegt Hinterriß? 195 kleine Kärtchen mit Ortsnamen müssen an die richtige Stelle gelegt werden, je nach Ausgangspunkt. Aber streng genommen geht es gar nicht so sehr darum, die Karten auch tatsächlich korrekt zu plazieren – Hauptsache ist, die Gegner glauben es.
Abgerundet wird das austrophile Brettspiel-Angebot durch Österreich-Spiel, das anlässlich des 60. Geburtstages der Zweiten Republik erstmals aufgelegt worden war: eine informative Spielbrett-Reise quer durch Historie, Kultur und Landschaftskunde.
Karten und Puzzles
Eine umfassende Palette an Österreich-Motiven hält Piatnik für die Kartenspieler bereit. Unter dem Stichwort "Austria Souvenir" finden sich vorwiegend klassisch-traditionelle Designs. Bridge spielen mit Sisi, Canasta mit Hundertwasser, oder Rummy mit den Lippizanern . Hinzu kommen attraktiv gestaltete Karten-Editionen, die besonderen Tourismus-Magneten wie Wien, Salzburg und Tirol gewidmet sind. Hinzu kommt ein Puzzle, das die Geographie-Kenntnisse auf eine besondere Probe stellt: Aus 1000 kleinen Teilchen ist eine akribisch genaue Österreich-Landkarte zusammenzustellen. Einfacher, aber nicht minder spannend ist es, beim Austria Memo Game mit Städtemotiven und Landschaftsbildern den Überblick zu behalten.



