Was der Volksmund schon lange weiß, ist jetzt durch eine Studie belegt worden: Da verbotene Früchte die süßesten sind, üben Altersbeschränkungen bei Videospielen eine besondere Anziehungskraft auf Kinder und Jugendliche aus. Verbote dieser Art seien deshalb oft auch kontraproduktiv. Lesen Sie mehr über den Hintergrund.
Das PEGI-System zur Vergabe von Altersempfehlungen wurde eingeführt, um Eltern in Europa beim Kauf von Computerspielen wichtige Informationen zur Hand zu geben. Auf internationaler Ebene wird kontinuierlich an der Verbesserung des PEGI-Systems gearbeitet. Die nächste Überarbeitung ist bereits im Gange. Es trat im Frühjahr 2003 in Kraft und ersetzte verschiedene nationale Altersempfehlungssysteme durch ein einzelnes, das nun in nahezu ganz Europa Anwendung findet. Lediglich in Deutschland gelten weiterhin die verbindlichen Altersempfehlungen der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK). Das PEGI-System wird von den wichtigsten Videospielkonsolenherstellern wie Sony, Microsoft und Nintendo ebenso unterstützt wie von Publishern und Spieleentwicklern und wurde durch die Interactive Software Federation of Europe (ISFE) |
Im Rahmen der Studie untersuchten die Wissenschaftler die Wirkung der auf der Verpackungsrückseite von Computer- und Videospielen angebrachten PEGI-Kennzeichnungen auf insgesamt 310 holländische Kinder und Jugendliche. Die Testpersonen im Alter zwischen sieben und 17 Jahren mussten dabei nach der Begutachtung verschiedener Spieleverpackungen angeben, wie sehr sie die jeweiligen Games haben wollen. Dabei zeigte sich, dass sich die Jungen und Mädchen gerade von jenen Titeln begeistert zeigten, die durch PEGI-Symbole eigentlich als für sie nicht geeignet eingestuft worden waren.
Notwendiges Mittel
"Eine Alterskennzeichnung für Computerspiele ist ein wichtiges und notwendiges Mittel der Information. Es stimmt natürlich, dass alles, was verboten ist, besonders interessant für Kinder und Jugendliche ist. Dieses Problem gilt nicht nur für Videospiele, sondern auch für Musik und andere Bereiche", stellt Niki Laber, Präsident des Österreichischen Verbands für Unterhaltungssoftware (ÖVUS), fest. Alterskennzeichnungen seien in erster Linie für den Handel und die Erziehungsberechtigten wichtig. "Eltern, die in diesem Zusammenhang einen großen Teil der Verantwortung tragen, müssen klar erkennen, dass ein bestimmter Titel nicht für gewisse Zielgruppen geeignet ist. Gleichzeitig ist eine Kennzeichnung auch für den Händler wichtig, der so sofort weiß, ob er ein Spiel an einen Kunden verkaufen darf oder nicht", fasst Laber zusammen.Ältere Meldungen zu diesem Thema:

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