In den USA hat sich das populäre Spielzeugsystem Playmobil den Unmut zahlreicher Eltern zugezogen. Skurriler Vorwurf: Die bekannten Playmobil-Männchen und ihre Spielzeugumgebung seien zu realistisch.
In zahlreichen Produktbewertungen und Kommentaren kritisierten Eltern die realitätsgetreue Abbildung des Sicherheitsapparats mit teils bissigem Unterton. "Ich gratuliere Playmobil dazu, uns mit Werkzeugen zu versorgen, die uns dabei helfen, unseren Kindern das unhinterfragte Befolgen von Anordnungen des staatlichen Sicherheitsapparts beizubringen", schreibt ein Amazon-Nutzer.
Die Kritik an Playmobil erscheint zugleich überraschend als auch ungewöhnlich. In der Regel ist das Spielzeug des deutschen Herstellers Brandstätter eher mit positiven Assoziationen und pädagogisch wertvollen Prädikaten besetzt. "Die negative Rückmeldung auf diesen einzelnen Artikel beschränkte sich ausschließlich auf die USA. In keinem anderen Land gab es solche Reaktionen", erklärte Judith Schweinitz, Pressestelle Playmobil Deutschland.
Mittlerweile wird das in die Kritik geratene Spielzeugset gar nicht mehr hergestellt, wie auch Schweinitz bestätigt. Der Artikel sei schon zu Jahresbeginn 2007 in den USA aus dem Sortiment genommen worden, in Deutschland habe der Sortimentswechsel routinemäßig bereits ein Jahr früher stattgefunden. Ein kausaler Zusammenhang mit der – erst jetzt aufgeflackerten Kritik – gebe es deshalb nicht. Es ist allerdings so, dass viele Händler das Playmobil-Set noch am Lager haben und deshalb auch anbieten.
Das Aus der Playmobil-Sicherheitskontrolle dürfte zumindest bei den aufgebrachten Eltern für Wohlgefallen sorgen. "Es geht darum, welches Bild von der Welt man seinem Kind vermitteln will", schreibt Greg Allen, Betreiber eines Eltern-Blogs. Allen betrachtet den Playmobil-Aufruhr eher pragmatisch. Ein Sicherheits-Checkpoint kann sagen 'Das ist es, was wir das nächste Mal auf dem Weg zu Oma sehen werden' oder aber 'Das ist die Fehlfunktion des Sicherheitsstaats'. Es kommt darauf an, wie man das Spielzeug sehen und interpretieren will."

… gemeinsame Zeit mitanander am Tisch.