In Nürnberg stellt Parker ab Donnerstag bei der 60. Internationale Spielwarenmesse zum Teil gravierende Änderungen bei drei seiner meistverkauften Spiele vor. Die Spielwiese hat die Details.
Geteiltes Leid ist halbes Leid oder: Einer wird's schon wissen!
Niemand blamiert sich gerne mit Unwissen. Deshalb war es bei Trivial Pursuit bisher so wie bei allen Wissensspielen: die Versagensproblematik hat viele vom Spieltisch abgehalten. Anstelle des persönlichen Wissens-Wettstreits wird Trivial Pursuit in Zukunft im Team gespielt. Dabei wird eines der insgesamt zwölf vorgegebenen Karten-Decks bestehend aus 24 Fragenkarten, ausgesucht. Ein Spiel besteht jetzt aus vier Spielrunden à sechs Fragenkarten, die von der Gruppe durchgespielt werden. Über ihr kollektives Know-how können die Gruppen bis zu sechs Punkte pro Fragenkarte verdienen. Das Team, das am Ende der Spielrunden die Nase punktemäßig vorn hat, gewinnt. Nach unseren Informationen betrifft die Umstellung vorerst eine neue Genus-Ausgabe, aber weitere sollen folgen.Hintergrund ist ein Wechsel an den Rechten. Bis vor Kurzem lagen sie beiden beiden kanadischen Erfindern des Spiels, Scott Abbot und Chris Haney, respektive ihrer Firma Horn Abbot ("Horn" ist der Spitzname Haneys, nur falls diese Frage einmal in einem Trivial Pursuit auftauchen sollte ). Der Verweis auf Horn Abbot ist dehalb auch klein auf jeder Schachtel zu finden, seit 1988 als Verleger Parker immer im Vordergrund steht. Jede Änderung musste auch mit den Kanadiern abgesprochen werden. Hierzulande praktisch unbemerkt hat Hasbro, der Mutterkonzernz von Parker, im vergangenen März sämtliche Rechte an Trivial Pursuit übernommen – für die untriviale Summe von 80 Millionen US-Dollar. Nun haben die Spieleentwickler bei Hasbro freie Hand.
Die neue Ausgabe Trivial Pursuit Kompakt Essen & Trinken wird noch nach den üblichen Regeln gespielt Sie stillt den Wissenshunger rund um kulinarische Themen, die auch in der Spielewelt seit ein, zwei Jahren en vogue sind.
Monopoly wird dreidimensional
Auch bei Monopoly tut sich Neues. Mit Monopoly City bricht der Familienspielklassiker im kommenden Herbst in eine neue, die dritte Dimension auf. Ist ein Grundstück auf dem neu entwickelten Monopoly-Spielbrett gekauft, kann nach Einholen der entsprechenden Baugenehmigung das zugehörige Bauland in der Spielbrettmitte mit den 80 verschiedenen neuen 3D-Gebäuden erschlossen werden. Eine Spieleinheit vergibt als elektronischer Makler die Genehmigungen, gibt die Auktionszeit bei Grundstücksversteigerungen vor und verfügt optional über einen Spielzeit-Timer. Nun geht's darum, die Kraftwerke, Grünanlagen, Industrie- und Wohngebäude und weitere ehrgeizige Projekte so zu planen, dass ausreichend Mieten kassiert werden.Mit dem Handy auf Agentenjagd
Spätestens seit auch andere Verlage (wieder) auf den Krimi-Zug aufgesprungen sind, schaut Cluedo trotz gelungenem Schachtel-Make-up ein bisschen altvatterisch aus. Deshalb vollzieht das Spiel nun einen Szenenwechsel zu James Bond und Konsorten. Damit will Hasbro ein jugendlicheres Publikum ansprechen. In der Version Cluedo Geheimagent ermittelt die Spielrunde in der Rolle von Geheimagenten in einer Weltmetropole und erhält ihre Hinweise auf zeitgemäße Weise als SMS. Nicht mit einem Spielhandy, sondern übers echte: Den im Spiel enthaltenen Code schickt ein Spieler per SMS an einen vorgegebenen Provider und erhält fortan im Spielverlauf vom "unsichtbaren Informanten" Aufträge. Eine Schwarzlichtlampe bringt neben anderen Details zusätzliche Spannung ins Spiel und soll für echtes Agentenfeeling sorgen.

