Auf Fans von Videospielen kommen härtere Zeiten zu – sofern sie Anhänger des illegalen Erwerbs oder Kopierens sind. Zum Schutz vor Piraterie arbeitet die Industrie am "Projekt Lazarus".
Die Entertainment Merchants Association (EMA), die in Nordamerika die Interessen der Home-Entertainment-Industrie vertritt, will sich zukünftig stärker dem Piraterieproblem innerhalb der Computer- und Videospielbranche annehmen. Wie der aktuellen Ausgabe der hauseigenen Publikation "Inside EMA" zu entnehmen ist, prüft man derzeit ein neuartiges Konzept, das die Branche vor weiteren wirtschaftlichen Verlusten, die durch die Raubkopien von Games entstehen, bewahren soll.
Im Zentrum steht dabei das sogenannte "Projekt Lazarus", dessen Ziel es laut EMA-Angaben ist, die Machbarkeit des Einsatzes eines neuen technischen Kopierschutzes für optische Spieldatenträger zu prüfen. Dieser sieht vor, dass Computer- und Videospiele vor ihrem Gebrauch erst durch einen speziellen Code aktiviert werden müssen, der erst nach erfolgter Bezahlung freigeschaltet wird.
Code an der Kasse
"Projekt Lazarus ist eine gemeinsame Initiative von Händlern, Home-Video-Studios Videospielpublishern und Vertriebsunternehmen, mit der die Möglichkeit der Einbindung von 'Benefit Denial'-Technologie auf handelsübliche Datenträger wie DVDs oder Blu-ray-Discs festgestellt werden soll", heißt es in der entsprechenden EMA-Erklärung. Unter "Benefit Denial" sei dabei ein Konzept zu verstehen, das es Ladendieben oder internen Langfingern unmöglich machen soll, gestohlene Waren zu nutzen. Geht es nach den Vorstellungen der Industrievertreter, könnten Games demnach künftig lediglich in einem "gesperrten" Zustand an den Handel ausgeliefert werden. Diese wären dann in der Praxis völlig unbrauchbar. Erst wenn der Verkaufsvorgang am jeweiligen Handelsstandort abgeschlossen ist, wird der Datenträger per Aktivierungscode "entsperrt" und ist somit auch ganz normal nutzbar.