Mach mehr aus Lego-Steinen. Das hat sich nicht nur Lego gedacht und zehn Brettspiele auf den Markt gebracht (wir berichteten), sondern auch eine kleine Berliner Firma. Die stellte Lern- und andere Spiele aus und mit Noppensteinen vor, die kompatibel zu den Duplo-Steinen von Lego sind.
Als erster Vertriebsweg wurde der Buchhandel gewählt – die Spielwarengeschäfte sollen mit Anfang 2010 folgen. Derzeit bereitet Hubelino – so heißt die Firma – dafür eine eigene Vertriebsmannschaft vor, für die Schweiz ist man mit einem Exklusivpartner in Verhandlung.
Was haben die Berliner zu bieten? 2008 gegründet, waren das zuerst einmal eigene Noppensteine, Grundplatten und Bilderpuzzles, also bedruckte flache Noppensteine. In diesem Herbst sind nun Spiele hinzugekommen, vor allem für den Lernbereich. Die einen funktionieren nach dem klassischen Domino-Prinzip, andere nach dem Quadrolino genannten System, bei dem alle vier Seiten eines quadratischen Spielsteins zueinander passen müssen. Themenwelten sind unter anderem Tiere, Geografie, Verkehrszeichen, Zahlen, aber auch Englisch und Deutsch.
Eigene Steine statt ständig nachkaufen
Die Reihe der Spiel- und Lernsets soll "auf jeden Fall" ausgebaut werden, erklärt Firmengründer Friedemann Binder spielwiese.at. Die Idee kam dem Eigentümer eines Softwareentwicklungs-Spezialisten in Aachen beim Spielen mit Duplo-Steinen mit seinen Kindern. Als Vater war er es leid, ständig Steine nachzukaufen, und versprach seinen Kindern dennoch Abhilfe – mit einem "Eigenbau". Er wusste, dass die Lizenz von Lego ausgelaufen war, wollte aber nicht einfach Lego kopieren, "sondern den Steinen mehr mitgeben, das Spielen mit konkreten Inhalten verbinden". Für die technische Umsetzung machte er ein Spritzgusshersteller in Hückelhoven in Nordrhein-Westfalen ausfindig. 30.000 Bausteine wurden als Erstes hergestellt und in der Garage der Binders abgeladen. Der "Markttest" mit den eigenen und den Nachbarskindern konnte beginnen.
Auf der Bildungsmesse "didacta" in Hannover im Februar fanden sich eine Grundschullehrerin mit einem Lernspielkonzept und der Hubelino-Gründer. Daraus entstand ein Lernspielprogramm, das auf der Frankfurter Buchmesse seine Premiere feierte. "Wir haben eine eigene Produktentwicklung im Haus, und arbeiten daneben mit Pädagogen von außen zusammen", erklärt Friedemann Binder. Noch kommt die kleine Firma mit fünf Mitarbeitern aus, abgesehen von den 25 Leuten in der Produktion.
Nachfrage von unten aufbauen
Reaktionen von Lego? "Gar keine", erklärt Binder, "wir sind auch in einem ganz anderen Bereich tätig." Unterschiede, streicht er hervor, gebe es trotz der Kompatibilität des Materials genug. Hubelino fertigt zum Beispiel ausschließlich in Deutschland, und das Druckerfahren eignet sich auch für kleinere Auflagen: Weltweit neu sei die Kombination aus digitaler Bedruckung und lebensmittelechter Farbe.
Noch ist Hubelino erst Insidern bekannt. Das soll sich aber rasch ändern. Friedemann Binder tut einiges dafür, so gehen acht Prozent des Nettoumsatzes als Sachspenden an Kindereinrichtungen in ganz Deutschland, um sozusagen von der Anwenderbasis Nachfrage aufzubauen.
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