SPIELEFEST. Das 27. Spielefest ist Freitagvormittag im Austria Center in Wien eröffnet worden. Spieleautor Max J. Kobbert hielt ein Plädoyer fürs Spielen bei Erwachsenen.
"27 Jahre und trotzdem ist kein Tag wie der andere", bilanzierte Claudius Halik bei der Eröffnung launig. Er ist seit vielen Jahren für die Öffentlichkeitsarbeit der größten Spieleveranstaltung in Österreich zuständig. 27 Jahre – über diese Zahl geriet Veranstalter Ferdinand de Cassan ins Grübeln: "Wir haben damit sozusagen drei Generationen von Spielern begleitet."
Kobbert: Natürlich ist es Kulturgut!
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| Autor Max J. Kobbert. |
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Die Eröffnung des Spielefests ist eine gewohnt harmonische Geschichte. Da kommen Honoratioren der Branche zusammen, dazwischengesprenkelt ein paar Journalisten und Autoren. Dieses Jahr lag der Part bei Max J. Kobbert, für inhaltliche Abwechslung und Aufputz zu sorgen. Der Autor von Das verrückte Labyrinth, emeritierter Psychologieprofessor und Mitglied des Deutschen Kulturrates zertstreute letzte Zweifel daran, dass das Spiel zum Kulturgut des Menschen zählt.
Kinderkram, ja auch. "Aber auch bei Erwachsenen trägt das Spiel wesentlich dazu bei, flexibel zu bleiben!", postulierte Kobbert. Und dass das Spiel immer nur das Leben nachahme, das stimme auch nicht. Zur originären Rolle des Spiels gehöre nämlich gerade auch das Gegenteil, das Vor-ahmen. Im Spiel könnten Situationen und Prozesse ausprobiert werden, die in der Realtität vielleicht zu riskant wären. Der Spieleautor erinnerte auch daran, dass speziell unter diesem Hinblick immerhin schon mehrere Spieltheorien mit Wirtschafts-Nobelpreisen bedacht worden sind.
Rückgang im Handel
Als Vertreter der Fachgruppe Spiel erklärte Haba-Boss Michael Hopf die Entwicklung im Handel. Die schaut mit einem Minus von sieben Prozent für Jänner bis September im deutschsprachigen Raum auf den ersten Blick erschreckend aus. Aber das Minus müsse aus mehreren Gründen relativiert werden, so Hopf. "Wir bewegen uns auf einem extrem hohen Niveau, das darf man nicht vergessen: Wir hatten 2010 ein zweistelliges Wachstum!" Dann spielten das Wetter und der späte Ostertermin den Outdoor-Aktivitäten in die Hand und weniger Tätigkeiten in geschlossenen Räumen. Und ein guter Teil des Rückgangs komme von den sehr TV- und trendabhängigen Sammelkartenspielen – "das kann in einem Jahr wieder ganz anders sein".
Fazit: Wichtig sind ohnehin November und Dezember, so Hopf, und da ist alles noch drin.
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