NAMENSSTREIT. Apple hütet seine Patente rigoros und klagt diesbezüglich auch recht gern und schnell. Nun wurde der Konzern selbst abgemahnt: von einem deutschen, nicht ganz unbekannten Spieleverlag.
Die Rede ist von Ravensburger. Die Oberschwaben haben bekanntlich das Wort Memory als Wortmarke in Deutschland eintragen lassen. Daher, berichtet die Zeitschrift "PC Welt", pocht Ravensburger auf sein Recht und möchte alle iPhone- und iPad-Apps aus iTunes löschen lassen, die dieses Wort enthalten. Schon vor einigen Wochen habe der Spieleverlag bei Apple darum gebeten, die betreffenden Applikationen zu löschen. Eine befriedigende Reaktion sei ausgeblieben, und deshalb reichte nun Ravensburger die Abmahnung beim Landgericht München ein.
"Es ist alles nicht gut gelaufen", meinte der Anwalt von Apple und fügte an, dass man doch "auch künftig gute Geschäfte miteinander machen" kann. Doch der gegnerische Anwalt führt an, dass Apple durchaus dazu fähig sei, Applikationen schnell aus dem App Store zu entfernen, die ihm selbst gehörende Rechte verletzen. "Apple nimmt seine Markenrechte brutalst möglich wahr, aber nicht die Rechte anderer", erklärte der Anwalt von Ravensburger. Auch wenn das Wort Memory im englischsprachigen Raum nicht geschützt ist, so unterliegt Apple in Deutschland dennoch den hierzulande geltenden Gesetzen. Zwar ziehen beide Unternehmen eine außergerichtliche Einigung vor, doch die Abmahnung sei nötig gewesen, damit iTunes "endlich mal auf Trab kommt", so der Ravensburger-Anwalt.
Die Münchner Kammer für Handelssachen erklärte bereits, dass iTunes ein richtiger Online-Shop sei und nicht lediglich eine Plattform für Verkäufer. Damit steht iTunes in der Pflicht, entsprechend gegen Verstöße des Markenrechts zu reagieren.
Das könnte Sie auch interessieren:

