VERTEUERUNG. Indien krempelt sein Steuersystem um. Gesellschaftsspiele bleiben dabei auf der Strecke, indem sie in den Augen des Staates als "Luxus" mit dem Höchstsatz besteuert werden.
Drei verschiedene Steuersätze
Die Anbieter von Gesellschaftsspielen in Indien kündigen Preiserhöhungen von bis zu 20 Prozent an, nachdem der Staat ab 1. Juli die Mehrwertsteuer auf Gesellschaftsspiele auf 28 Prozent erhöhen will. Elektronisches Spielzeug soll mit "nur" 18 Prozent besteuert werden, traditionelles Spielzeug hingegen mit 12 Prozent.
Hintergrund ist, dass bisher in Indien die Mehrwertsteuersätze je nach Bundesstaat unterschiedlich eingehoben werden. Manche Bundesstaaten hoben auf Spielwaren keine Steuer ein, andere schon. Premierminister Narendri will nach Angaben der "Financial Times" nun einen einheitlichen Binnenmarkt mit überall gültigen gleichen Mehrwertsteuersätzen schaffen, um die Wirtschaft gegen ausländische Konkurrenz zu stärken.
Indien ist mit einem Anteil von 2,7 Prozent der siebentgrößte Spielzeugmarkt der Welt. Das Volumen wurde für 2015 auf rund 2,3 Mrd. $ geschätzt.

