GEBURTSTAG. Keiner hat so viele Mal die Auszeichnung Spiel des Jahres gewonnen. Von seinen über 200 Spielen sind auch zahlreiche andere echte Klassiker geworden. Spieleautor Wolfgang Kramer feiert am 29. Juni seinen 75. Geburtstag. Alles Gute, Wolfgang!
Wolfgang Kramer hat die Spielewelt vielfältig geprägt. Wo also anfangen?
Wolfgang Kramer 2013 bei der Präsentation von Asara, eine der zahlreichen Nominierungen eines Kramer-Spiels zum Spiel oder Kennerspiel des Jahres. Fotos: spielwiese.at
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
|
|
|||
Für diese Spiele gewann Kramer jeweils die Auszeichnung Spiel des Jahres. Zum Teil hatte er sie mit Co-Autoren entwickelt. Corsaro erhielt außerdem 1991 den Sonderpreis Kinderspiel von Spiel des Jahres, also einen Vorläufer des Kinderspiel des Jahres.
Das liegt nun alles schon einige Zeit zurück. Auf seinen Lorbeeren ausgeruht hat sich Wolfgang Kramer deswegen nicht. Bis heute erscheinen erfolgreiche neue Spiele aus seiner Feder. Und die Liste der Auszeichnungen, die er dafür erhält, setzt sich bis in die Gegenwart fort.
Anekdoten für die Fans
Wolfgang Kramer ist der Grandseigneur unter den Autoren. Bescheiden, zurückhaltend, dem Trubel aus dem Weg gehend. 1995 kaufte er sich in Stuttgart eine zweite Wohnung, um all die Spiele, die er aus Leidenschaft sammelte, unterzubringen, aber auch, um sich zum Spieleerfinden zurückziehen zu können. Bald war nur noch die Toilette der einzige Raum, in dem sich keine Spiele stapelten. Das ist eine von mehreren Anekdoten, die er auf seiner Website preisgibt. Auf ihr den Kontakt zu seinen weltweiten Fans sicherzustellen ist ihm wichtiger, als der Draht zu den Spielejournalisten. Auch das ein grundsätzlich nicht unsympathischer Wesenszug.
In allen Spielegenres zuhause
Wofür lieben ihn seine Anhänger? Was macht ein typisches Kramer-Spiel aus? Das kann vieles sein. Sehr oft ein radikal verkürzter Mechanismus, wie beispielsweise beim Kartenspiel 6 nimmt! oder dem Laufspiel Verflixxt!. Dann wieder ausgeklügelte Szenarien mit dem gewissen Spin, auf die Spitze getrieben wahrscheinlich bei El Grande, oder ganz anders beim Partyspiel Haste Worte? Ganze Generationen sind durch Klassiker wie Heimlich & Co. oder Mitternachtsparty aka Hugo, das Schlossgespenst ans Spielen herangeführt worden. Kramer war und ist dabei immer wichtig, dass die Spieler darauf vertrauen dürfen, dass "das Ding" klaglos funktioniert und ihnen der Ablauf erleichtert wird. Wenige Autoren mischen sich wie er mit Nachdruck bei Grafikern und Verlagsredaktion ein, sollte in der konkreten Umsetzungsphase in seinen Augen etwas schief laufen.
Die legendäre Kramerleiste
Das Original von Heimlich & Co., bereits mit der Kramerleiste. |
Unschätzbare Verdienste für leichten und reibungslosen Spielablauf hat sich Wolfgang Kramer mit seinem später allgemein als Kramerleiste bezeichneten Mittel erworben, den Punktestand festzuhalten. Die rund um den Spielplan führende Punkteleiste macht in unzähligen Spielen aller Verlage Papier und Bleistift überflüssig. Populär wurde sie durch Heimlich & Co. Bereits rund um die Originalversion, die zwei Jahre vor dem Ravesnburger-Spiel in der Edition Perlhuhn von Reinhold Wittig erschien, hatte dessen Sohn Matthias Wittig die Kramerleiste auf den Skaiplan gezeichnet (Bild links).
Erstmals verwendete Kramer diese Leiste 1982 allerdings schon in dem von ihm konzipierten Werbespiel Das große Unternehmen Erdgas für die Ruhrgas AG, bei dem es darum ging, in der BRD ein Leitungsnetz aufzubauen.
Erster selbstständiger Autor
Wolfgang Kramer lebt seit einigen Jahren mit seiner Frau Ursula "Uschi" Kramer in einer Seniorenresidenz. Zu seinen Liebhabereien zählen nach eigenen Angaben die klassische Musik, Opern, Krimis, Wandern und Denksportaufgaben. Mit mehreren Bücher ließ er auch andere dabei knofeln.
Um eine kaufmännische Ausbildung zu absolvieren, hatte Kramer das Gymnasium nach der elften Klasse verlassen. Danach arbeitete er 27 Jahre lang beim Autozulieferer Bosch. Der Staatlich geprüfte Betriebswirt, der eine betriebliche Ausbildung zum Informatiker durchlief, kündigte 1988, um der erste hauptberufliche Spieleerfinder Deutschlands zu werden.
Ein großes Wagnis damals, doch der Schritt stellte sich als richtig heraus. Mehr als zwei Dutzend seiner Spiele verkauften sich über 100.000 Mal, einige erreichten sogar Millionenauflagen.
Der Autor ausführlich über die Entstehung eines seiner Klassiker
In der Reihe Moderne Klassiker kommt Wolfgang Kramer ausführlich zu Wort: Er schildert, wie es zu 6 nimmt! gekommen ist.
![]() |
|
spielwiese.at ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internet-Seiten |
|






