JAHRESTAG. Ohne ihn wäre die Erfolgsgeschichte des Brettspielens in jüngerer Vergangenheit nicht denkbar. Am 19. Mai hätte Erwin Glonnegger seinen 100. Geburtstag gefeiert.
Als Erwin Glonnegger 1949 zum Ravensburger Verlag kam, erkannte die gesellschaftlichen Strömungen jener Zeit und betrieb dort, in der tiefen Provinz, seinen Plan: Ein Stück Glück, ein Stück Sehnsucht, ein Stück Zusammengehörigkeitsgefühl in die Wohnzimmer zu tragen. Mit Spielen.
So banal, so naiv dieser Gedanke heute anmutet – gäbe es die vielbeschworene "deutsche" Spielekultur ohne Memory, Malefiz, ohne Puzzles, ohne Scotland Yard, ohne Abenteuer Tierwelt, ohne Hase und Igel, und, und, und? Nein. Glonnegger hat solche Klassiker alle erst auf dem Markt gebracht. Er hat als wohl Erster gesehen, dass die Welt des Spielens internationale Wurzeln hat und über Deutschland hinaus nach Ideen Ausschau gehalten, hat Autoren entdeckt und gefördert und ihre Einfälle daheim umgesetzt. All das hat als Blaupause für eine weltweite Begeisterung für Gesellschaftsspiele gedient.
Erwin Glonnegger starb 90-jährig am 6. Februar 2016 in Ravensburg. Er hinterließ ein umfangreiches Werk, hatte sein Wissen in vielen Aufsätzen und Büchern zusammengefasst, darunter im Standardwerk "Das Spiele-Buch", und wurde vielfach ausgezeichnet. Die Spieleautorenzunft etwa ernannte ihn zum Ehrenmitglied.
spielwiese.at-Herausgeber Arno Miller schrieb bei seinem Tod: "Erwin Glonnegger war von 1949 bis zur seiner Pensionierung 1985 zwar ,nur' Angestellter und natürlich ein Kind seiner Zeit, tatsächlich aber das, was heute weitgehend der gesamten Branche fehlt: Ein Verleger im wahren Sinn des Wortes."
Bild: Ravensburger

